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Animaniacs: Lights, Camera, Action


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Animaniacs: Lights, Camera, ActionReview vom 11.09.2005

Gute (Lizenz)spiele für Kinder sind wirklich rar gesät. Als ratloser Elternteil kommt man da manchmal schon ganz schön in der Predoullie, wenn es darum geht, ein geeignetes Spiel für den Sprössling zu finden. Umso erfreulicher ist es, wenn man schließlich doch einmal ein Lizenzspiel findet, das hinter dem großen Namen auch spielerische Akzente setzen kann. Und eben diesen Anspruch erhebt „Animaniacs: Lights, Camera, Action“. Ob Ignition Entertainment den leidgeplagten Eltern mit diesem Spiel einen Gefallen tut, oder ob man den Titel bei den belanglosen Spielchen kategorisieren kann? PlanetGameboy.de war für euch am Set und berichtet live vom Film…ähm… Spiel! Wer kennt sie nicht: Pinky, The Brain oder Dot Warner? Die süßen Protagonisten aus Warner Bros. Zeichentrickfilmchen. Leider Gottes haben die Tiere den Karren ziemlich tief in den Dreck gesetzt. Ihr gefährlicher Lebenswandel hat dem Unternehmen WB einen Schaden von einer Zillion Dollar beschert. Schon dumm gelaufen, aber nun gut, das lässt sich ja ausbügeln. Und genau das wird eure Aufgabe während der nächsten Stunden sein. Richtig. Stunden. Glücklicherweise hat man einmal viel Müh und Herzensblut in ein Kinderspiel investiert, so dass die Kleinen auch einmal länger als zwei Stunden (natürlich nicht am Stück!) vor dem GBA verbringen können, bis der Abspann über den Screen flimmert.
Hintergrundstory ist also, dass drei „Filme“ gedreht werden, die dann diese Zillion Dollar Schulden wieder einspielen sollen. Diese Filme werden natürlich von euch gespielt. Unterteilt sind sie in je fünf Szenen (= Levels). Jeder Film spielt zudem in seinem eigenen Themenbereich. Ob Piraten, Science-Fiction oder Monsterfilm – hier ist alles vertreten. Dementsprechend wechseln die Locations auch des Öfteren. Einmal verschlägt es euch auf eine von Piraten beherrschte Gefängnisinsel, dann in ein von Aliens infiltriertes Laborgebäude und schließlich in ein Spukschloss. Abwechslung ist garantiert.

Das Spielprinzip sieht aus wie folgt: Ihr startet in einem Level mit einem der fünf Charaktere aus Animaniacs (Dot, Yakko und Wakko Warner sowie Pinky und The Brain). Mit diesem Charakter kundschaftet ihr nun den Level aus, sammelt Items wie Hamburger und vor allem Filmrollen. Je mehr Filmrollen ihr habt, desto mehr Zeit steht euch für die erfolgreiche Beendigung des Levels zur Verfügung. Eine Filmrolle hält etwa 30 Sekunden – bei 10 Filmrollen bleiben euch also 5 Minuten Zeit, den Level zu absolvieren. Da aber überall Filmrollen herumliegen oder ihr bei „Polka“ Wettbewerben quasi unendlich viele Filmrollen einstreichen könnt, ist das Zeitlimit eher theoretischer als praktischer Natur. Die gerade angesprochenen „Polkawettbewerbe“ sind übrigens Minispiele. Ihr müsst (ähnlich wie in Tanzmattenspielen auf den Heimkonsolen) bestimmte Tasten im richtigen Moment drücken.
Dies wird dann mit Filmrollen belohnt, außerdem könnt ihr nach einem solchen Wettbewerb (ob ihr ihn nun gewonnen habt oder nicht) euren Charakter wechseln. Die Levels sind dabei zu 100% linear aufgebaut. An manchen Stellen jedoch kommt ihr mit eurem gegenwärtigen Charakter nicht weiter und müsst mit einem anderen Protagonisten zu Werke gehen. Während der Levels bekommt ihr stets hilfreiche Tipps von eurem Regisseur. Gegner werden durch Wurfgeschosse wie Äpfel oder Bananen bekämpft.

Grafisch spielt der Titel auf einem ordentlichen Level. Die isometrische Ansicht kann sich zwar nicht durch geniale Effekte von der Konkurrenz absetzen, wohl aber durch die Texturvielfalt. Sehr gelungen sind auch die Animationen der einzelnen Charaktere, die das Flair exzellent einfangen. Die (technisch) belanglosen Zwischensequenzen kann man an dieser Stelle ohne weiteres hinten anstellen. Schade jedoch, dass trotz der gelungenen Engine einige Schnitzer zu finden sind – hauptsächlich Clipping Fehler. Während der Testsession verfing sich mein Charakter zwei Mal zwischen Boden und einer beweglichen Plattform. Man konnte den Charakter weiterhin drehen, Fortbewegen konnte man ihn jedoch nicht mehr. Solche Details sind ungemein ärgerlich, glücklicherweise aber die Ausnahme.

Die Musik passt sich dem grafischen Ambiente sehr gut an. Lustige Stücke untermalen das Spielgeschehen optimal, die Effekte passen wie die Faust aufs virtuelle Auge. Sprachausgabe gibt es keine – ich bin jedoch der Meinung, dass diese hier auch vollkommen fehl am Platz gewesen wäre – der Sound ist qualitativ gelungen, obgleich sich die Stücke nicht allzu arg voneinander unterscheiden.

Spielerisch erfindet „Animaniacs“ das Rad nicht neu, geht aber durchaus leicht von der Hand. Trotz der isometrischen Perspektive findet man sich sehr schnell in das Steuerungsgeschehen ein und schon nach den ersten Spielminuten steuert man seinen Charakter sicher durch die feindlichen Fronten. Und genau auf dieses intuitive Zurechtfinden mit der Steuerung sollte man bei Spielen für Jüngere ja wert legen. Mit dem Steuerkreuz wird der Charakter durch das Level geschickt. Gesprungen wird mit A und eine Attacke wird mit B ausgeführt. Außerdem werden jegliche Schalter mit dem B Button umgelegt – letzteren kommt eine doch recht große Rolle zu: In jedem Level gibt es zig Schalter, welche bewegliche Plattformen in Gang setzen oder bestimmte Areale öffnen. Manche Schalter können sogar nur von bestimmten Charakteren betätigt werden. Somit wird das Weiterkommen nicht gerade einfach: Trotz linearem Levelaufbau ist an bestimmten Punkten das Wechseln der Charaktere möglich, um einen Fortschritt zu erzielen. Dieser kann nebenbei leider nicht auf der Spielbatterie gesichert werden. Nach einem Level bekommt ihr ein Passwort, welches aus einer bestimmten Reihenfolge der Protagonisten zusammengesetzt ist. Sieht man über die kleinen Makel hinweg, so ist Animaniacs ein wirklich gelungener Titel für die Jüngeren. Eine einfache Spielkonzeption, übersichtliche Levelarchitektur und die Tatsache, keine Unmengen an Text bewältigen zu müssen sprechen ganz klar für den Charakter des kindgerechten Spiels.

Fazit:
Mit Animaniacs (GBA) liefert Ignition Entertainment ein sehr schönes Beispiel dafür, dass Lizenzspiele mit jüngerer Zielgruppe nicht zwangsläufig qualitativ den „Erwachsenenspielen“ hinterherhinken müssen. Eine ordentliche technische Seite, eine simple Spielgestaltung, intuitive Steuerung und durchaus ordentlicher Umfang lassen mich zu dem abschließenden Urteil kommen: Wer für seinen Sprössling ein gewaltfreies, simples, unterhaltsames und dennoch in Maßen anspruchsvolles Spiel sucht, der könnte mit Animaniacs goldrichtig liegen. Das Spiel entfaltet schon in den ersten Spielminuten seinen ganz eigenen Charme - ältere Spieler werden dem doch recht niedrig angesiedelten Schwierigkeitsgrad zwar nicht viel abgewinnen können, diesen Anspruch erhebt Animaniacs jedoch auch gar nicht. Die Zielgruppe ist klar definiert und das Spiel unter diesem Gesichtspunkt wirklich sehr gelungen.



Christian Thol für PlanetGameboy.de


Herzlichen Dank an die Agentur Borgmeier für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
71%
Ein hübsches Spiel für die jüngere Generation! Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Intuitiv erlernbar
  Features Passwort-Savegame? Bisschen wenig...
  Grafik Angemessen und abwechslungsreich
  Sound GBA Durchschnitt
  Spielspaß Für Jüngere durchaus langfristig interessant







Details
Spielname:
Animaniacs: Lights, Camera, Action

Publisher:
Ignition Entertainment

Genre:
Jump-n-Run

Release:
1-.-0.2005 (erschienen)

Multiplayer:
2 Spieler, 2 Spiele

Screenshots:

ScreenViewer öffnen (5)

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