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Looney Tunes: Double Pack


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Looney Tunes: Double PackReview vom 04.03.2006

In den Staaten sind die Looney Tunes schon lange ein Renner. Auch hierzulande erfreuen sich die Tunes großer Beliebtheit. Lizenz + Beliebtheit einer Zeichentrickserie = Lizenzspiel. Diese Faustformel ist auf 99% der 2in1 Spiele anwendbar. So auch bei diesem Schreckensbeispiel. Hierbei wurden zwei einzelne Spiele auf ein Modul gepackt – hört sich gut an, ist es aber nicht. Der Albtraum eines jeden Redakteurs und Spieletesters – er bewahrheitet sich hier. Warum das ganze so grausig ist – dies und mehr in unserer schaurigen Gute-Nacht-Lektüre. Ich habe mir überlegt, wie ich meine Enttäuschung am besten in Worte fassen kann, ohne dabei unser gewohnt pointiertes und literarisch-wertvolles Hochniveau aufgeben zu müssen. Denn was ist unser oberstes Gebot bei der Wertungsfindung? Geeeenau, Objektivität. Und was darf man nicht benutzen? Riiiichtig, Fäkalsprache. Nachdem ich meine Fassung nach langwieriger Suche in unserem (Wertungs)keller wieder gefunden habe, entscheide ich mich dazu, ein alt dahergebrachtes Hausmannsrezept auf die vor mir liegende Software anzuwenden. Schöntrinken. (Natürlich mit Cola und Kaffee). Leider greift der Koffeinflash nicht, schweren Herzens entscheide ich, das ganze einmal nüchtern zu betrachten und der Übersicht halber einmal die Review so zu gestalten, dass positive Aspekte den negativen Pendants gegenübergestellt werden.

Aaaalso – da gibt es ein Hauptmenü. Hier könnt ihr zwischen den beiden Titeln entscheiden. „Looney Tunes: Acmeantics“ und „Looney Tunes: Dizzy Driving“ stehen mir zur Auswahl. Das vermerke ich schon mal positiv mit einem Pluszeichen auf meinem Konzept. Ich wähle also das erste der beiden Spiele. Ohne großes Vorspiel komme ich auch schon zum Höhepunkt – dem Hauptmenü. Was erblickt das geschulte Auge? Jup, kein Passwortspeicher, sehr schön, dicker Pluspunkt. Beschäftigen wir uns also einmal mit den einzelnen Menüpunkten. „New Game“, „Continue“ und „Quit“. Für die Option „Quit“ gibt’s gleich einmal einen positiven Vermerk. Endlich kann man ohne GBA-Ausschalten ins Hauptmenü zurückkehren (was bei weitem nicht bei allen 2in1 Games der Fall ist). „Continue“ ist noch nicht anwählbar, also wähle ich gezwungenermaßen „New Game“ – schön linear alles, Pluspunkt. Ehe ich es mir versehe, werde ich auch schon mitten ins kalte Wasser geschmissen. Ich muss den stachsigen Protagonisten „Roadrunner“ steuern. Spielziel: Ein Rennen gegen den hinter euch herhechelnden hungrigen (was für eine Alliteration!) Koyoten zu gewinnen, der euch im Laufe der Level in den verschiedensten Erscheinungsformen ans Leder möchte. Um das zu verhindern, muss ich den Roadrunner entlang einer dreispurigen Straße steuern – das Bild scrollt selbst, ihr könnt die Renngeschwindigkeit jedoch steigern oder verlangsamen, um dem ziemlich fixen Verfolger Einhalt zu gebieten. Auf der Straße befinden sich nun allerlei Hindernisse – Anfangs nur Steinbrocken, später auch Löcher, Tore und ähnliches Gerümpel. Ihr müsst diesen fiesen Hindernissen durch einen Sprung (A Button) oder durch gezieltes Ducken (B Button) ausweichen, zwischendurch ein wenig Cash einsammeln und euch nicht erwischen lassen. Rammt ihr ein Hindernis, geht einer von fünf Strichen auf eurer Energieleiste verschütt, sind alle aufgebraucht, startet ihr vom Levelbeginn (oder wenn ihr soweit gekommen seid: Vom Checkpunkt). Gespeichert wird jeweils nach den Levels. Mehr gibt’s hier nicht zu vermelden und das eintönige immer wiederkehrende Spielprinzip motiviert in etwa soviel wie ein Lutschbonbon mit Chiligeschmack.
Für jüngere Spieler scrollt der Bildschirm viel zu schnell, reaktionsfreudigen Spielern fällt dafür schneller auf, wie eintönig das ganze auf Dauer ist. Die Optik beschränkt sich auf ein paar wenige klar voneinander getrennte Farbtöne und ein flüssiges Scrolling. Die Musik ist in etwa so nervtötend wie eine Trachtenkapelle zum Frühstück. Hektik wird gut vermittelt – mehr leider auch nicht.

Was missfällt also an diesem Spiel? Nun, Grafik, Sound, Gameplay, Gamespeed und Abwechslung, wenn das mal keine Argumente sind. Details erspare ich euch an dieser Stelle, das ganze wirkt schlicht nicht zeitgemäß und wäre höchstes als Minispiel im neusten Warioware Ableger annehmbar.

„Aber hey, es sind doch zwei Spiele“ mögen sich jetzt einige unter euch denken. Richtig. Und glücklicherweise kann es auch nicht schlimmer werden. Das zweite Spiel entpuppt sich als minderbemittelter Mario-Kart Klon aus der Vogelperspektive. Einmal mehr haben wir die drei schon im ersten Game verfügbaren Programmpunkte im Menü. Einmal mehr starte ich ein „New Game“. Nun steht man vor einer Qual der Wahl. „Single“ oder „Tournament“? Ich entscheide mich für den Singlemodus. Hier kann man sich nach Lust und Laune in drei Modi austoben: Während eines Rennens auf der Strecke verteilte Flaggen einzusammeln, einem Battlemodus oder dem obligatorischen „normalen“ Rennen gegen eine selbst gewählte Anzahl an Gegnern. Klingt schon mal ganz vernünftig, dafür gibt es wieder eimal einen Pluspunkt.

Nach der Charakterwahl seid ihr auch schon mittendrin. Nach wenigen Minuten wird mir klar: Das Geschwindigkeitsgefühl ist toll (Pluspunkt!), leider wird die Vogelperspektive aus einer zu nahen Zoomstufe dargestellt, das ist weniger toll. (Minuspunkt). Im Endeffekt sieht es so aus, dass ihr auf den kurvenreichen Strecken teils wie eine Billardkugel von Bande zu Bande geschickt werdet – sehr breit sind die Strecken nämlich nicht. Auf der Strecke verteilt befinden sich Turbofelder (noch schneller – Minuspunkt!) und Extras (nette Idee, Pluspunkt). Letzten Endes entscheiden die Extras aber nicht über Sieg oder Niederlage, sondern schlicht und einfach euer Fahrverhalten. Je fehlerfreier ihr fahrt, desto wahrscheinlicher ist euer Sieg. (Für junge Spieler: Pluspunkt; für erfahrenere: Minuspunkt). Das Turnier stellt sich schließlich als Aneinanderreihung einer Auswahl an den obig aufgeführten Modi heraus. Unterlegt wurde das ganze wieder mit extrem nervigen Midi-Sound (Minuspunkt), die Optik ist trotz Vogelperspektive in etwa auf dem Niveau von „Mickey’s Speedway USA“ auf dem GBC (Minuspunkt). Einmal mehr kreide ich den Gamespeed an, einmal mehr die fehlende Abwechslung. Insbesondere die Streckendesigns (wenn ich diesen hochgespielten Ausdruck hierauf überhaupt anwenden darf) zauberten mir ein ums andere Mal ein verzweifeltes Lachen ins Gesicht und pflügten tiefe Sorgenfalten auf meine Stirn.

Schweißgebadet wache ich auf. Uff, noch mal Glück gehabt, war alles nur ein böser Traum… oder? Mir schwant böses, vor mir flimmert die Schlaftablette in spe lustig auf meinem GBA Screen vor sich hin. Alla denn – denke ich- wollen wir das ganze noch mal in wachem Zustand beäugen. Nach einiger Zeit und vielen Déjà-Vus lege ich das Spiel entnervt zur Seite – Looney Tunes wendet sich schlichtweg an SEHR junge Fans mit SEHR dickem Fell. Klug übrigens, dass das gesamte Spiel mit englischer Sprache unterlegt ist – vor allem wenn man bedenkt, dass sich das Game wohl an die unter 6-Jährigen richtet. Soll ich die Review etwa auch auf Englisch schreiben, dass die Zielgruppe auch versteht, mit was für einem miesen Lizenzspiel sie es zu tun hat? Naja, genug aufgeregt.

Fazit:
Was soll ich noch groß sagen? Beide Spiele der 2in1 „Looney Tunes“ Package erschienen nie als einzelne Spiele – die Tatsache, dass sie auf ein Modul gepackt wurden, machen das ganze gerade noch halbwegs passabel. Voraussetzung: Du bist unter acht Jahre alt, unsterblich in Bugs Bunny verliebt, hast ein Faible für technisch belanglose Rennspielexperimente und verstehst all das, was ich in dieser Review predige. Ansonsten:
At Acta mit dem Spiel und Asche auf die Häupter derer, die so etwas für gutes Geld (immerhin nur an die 20 €)verkaufen möchten. Da gibt es wesentlich besseres für jüngere Spieler.


Christian Thol für PlanetGameboy.de



Herzlichen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
34%
Diese Tunes werden ihrem Ruf nicht im Geringsten gerecht Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Passabel, aber grundsätzlich zu schnelles Gameplay
  Features Batteriespeicher, ansonsten nur im Dizzy Rennen vorhanden
  Grafik Nicht auf GBA-Niveau
  Sound Belanglose Panikmache
  Spielspaß Schwacher Umfang, eintönige Spiele







Details
Spielname:
Looney Tunes: Double Pack

Publisher:
THQ

Genre:
Racing

Release:
en.hi.ersc (erschienen)

Multiplayer:
nein

Screenshots:

ScreenViewer öffnen (7)

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