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Van Helsing


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Van HelsingReview vom 22.06.2004

War Van Helsing Holländer? Hat er seine Operationszentrale etwa in einem Wohnwagen? Und ist Oliver Kahn die Wiedergeburt von Dracula? Fragen über Fragen, die in diesem Test geklärt werden sollen. Wir decken schonungslos auf, wie sich Verpackungstexter und Film in die Haare geraten, wenn es um den Namen des Oberpfählers geht. Außerdem in diesem Test: Kati Witt und Gabriel Van Helsing - Bahnt sich zwischen den beiden Eisprimadonnas das ultimative Paar der nächsten Winterspiele an? Lest selbst..Mein Leben, mein Job, mein Fluch. Diese Gedanken kommen einem Spieletester, wenn mal wieder ein Game wie Van Helsing im Briefkasten landet. Wieder einmal ist es eine Filmumsetzung, welche beweisen muss, ob sie ihren Job besser als Spirit und der Herr der Ringe macht - Beides jeweils Flop und Top dieser "Gattung".
Van Helsing hält sich exakt an die Geschichte des Filmes: In Transylvanien haust der finstere Vampirlord Dracula, welcher von der feschen, aber etwas todessehnsüchtigen Kate Beckinsale verfolgt wird. Sonst kommt deren Familie nicht in den Himmel und das wäre doch schade, hätte man ansonsten umsonst jahrelang Batmans bösen Bruder durch die karge Berglandschaft gejagt.
Diese Geschichte des berühmten Vampirs ist ein wenig anders geraten, als sie sich Ur-Autor Bram Stoker vorgestellt hat. Keine Mina, kein Jonathan Harker, dafür aber Van Helsing, gespielt von Hugh Jackman, dem Vampirkiller im Bann der Dämonen. In Brams Original übrigens mit dem Vornamen Abraham behaftet, welcher, angeblich aus "Modernisierungsgründen" im Film gegen das toughere "Gabriel" ausgetauscht wurde. Kritiker monierten, dass der Regisseur zum Glück nicht die Passion Christi verfilmt habe - good 'ol Jesus als "Harry" oder "Django" hätte irgendwie nicht ganz gepasst...
Amüsant bei der Sache ist jedoch, dass scheinbar den deutschen Textern der Spieleverpackung das klassische Abraham besser gefiel. Schließlich wurde es beibehalten, auch wenn im Spiel die ganze Zeit von Gabriel die Rede ist. Muss uns das zu Denken geben? Ich glaube nein.

Spielerisch versucht Van Helsing eine Gratwanderung zwischen der 2D-Version von Devil May Cry und einem Action Adventure im Stil des Klassikers Secret of Mana - Zumindest, was die grafische Umgebung auf der Weihnachtsinsel im Kultspiel von Square angeht...
Ihr metzelt euch mit Hilfe eurer Waffen durch die Mengen an Untoten, die zufälligerweise alle gleich aussehen, sich nur ab und an ändern und mit ihren magischen Fähigkeiten eigentlich Hackfleisch aus Hugh "Ich sehe immer wie Wolverine aus" Jackman machen müssten. Neben der Hauptwaffe, sich um sich selbst drehende Sicheln (was sichel schmelzhaft ist), stehen zusätzlich Pistolen zur Verfügung (gaaaanz schlechte Wahl, da so schwach wie geworfene Fishermen's Friend) sowie andere, im späteren Verlauf des Spiels auftauchende Zusatzgeräte. Eigentlich ein recht interessantes Arsenal, welches von einer Sache getoppt wird: Dem unnützesten Tool, dass die Videospielwelt bisher gesehen hat: Der Enterhaken. Ich meine: Schön und gut, man kann sich vielleicht zehn Mal im Spiel irgendeinen Vorsprung hochziehen, um ein Extra einzusammeln. Aber wer bitte zieht den nächsten Gegner zu sich heran, wenn man ihn mit einem gezielten Schuss aus der Armbrust viel besser treffen kann, ohne dabei selber verwundet zu werden? Insgesamt ein stark aufgesetzt wirkendes Tool, welches scheinbar rechtzeitig zum Release noch eingebaut werden musste.

Neben den Waffen gilt es noch einen Haufen an "Glyphen" einzusammeln, denen allesamt bestimmte Eigenschaften inne wohnen. Mehrere grüne Dinger geben ein Extraleben, blaue heilen eure Energie und die knallroten erweitern ab vier eingesammelten Glyphen nicht nur euren Horizont, sondern auch die Lebensleiste. Was in denen wohl so drin steckt... Und warum schreit Van Helsing immer so, wenn er vier gefunden hat? Freut er sich, dass sein Leben nun länger hält? Ist Dr. Jeckyls Elixier auch bei ihm wirksam? Das weiß allein der Geier...

Steuerung
Man muss es einfach sagen: Van Helsing ist die erste wirkliche Versoftung von Holiday on Ice! Benutzt ihr die Hauptwaffe, die rotierenden Sicheln, rutscht der Obervampirabschlachtsonderprofessor mehrere Zentimeter nach vorne. Scheinbar, um noch tiefer ins Fleisch der Untoten rein zu schneiden, is schon klar. Dabei übersieht er nur, dass ihn dieser Angriff extrem verwundbar macht - Mensch, Junge, wenn die Untoten bereits durch Berührung Energie absaugen, dann läd man sie nicht auf ein Tänzchen ein!! Jedenfalls kann man durch diese "wunderbare" Art der Steuerung ein Gefühl für Eiskunstlauf bekommen - Van Helsing for Olympia!
Ansonsten hält sich die Bewegungsauswahl in Grenzen: Zwei Waffenbuttons, ein Enterhaken (nochmal die Frage: Wofür??) und der Sprungknopf, mit dem Van Helsing einen Salto schlägt, mehrere Meter rutscht und zur Kür dann sicher noch irgendwann einen Spagat macht... Auch wenn wir das weder beschreien noch sehen mögen!!

Grafik
Zuerst das Positive: Van Helsings wehender Mantel sieht cool aus. Vor allem, wenn er mitten im Vatikan vor sich hin wuselt. Kein Wunder, dass der Papst immer krank ist, bei den Stürmen, die da herrschen!
Nun das Negative: Der ganze Rest. Man stelle sich das so vor: Grafikdesigner nimmt Farbpalette, subtrahiert davon die Farbe und nimmt den ganzen Rest. Übrig bleiben: Schwarz und Weiß, da keine Farben, gemischt --> Grau. Voilá, wir haben das Van Helsing Spiel coloriert!
Die Animationsphasen der Gegner sind genauso unterirdisch, wie die Armee der Finsternis selbst. Einzig der wehende Mantel... aber den haben wir ja schon erwähnt. An dieser Stelle ein Gruß an Johannes Paul und gute Genesung!
Gesamturteil also: Mehr als schwach.

Sound
He ho he, Professor! Ich hör ein Pferd wiehern. Ach nein, das ist ein Untoter! Wer auf die Idee kam, diesen Sound für den magischen Angriff der Gegner zu benutzen, gehört in die Karparten verbannt! Unfreiwillig komisch erklingt mitten in der härtesten Kür (Van Helsing mit Chance auf Silber, Kati Witt hat Gold bereits sicher!) das Schnauben eines Pferdes. Zumindest klingt es verdächtig danach.
Bis auf Van Helsings Pistolen-Knallen klingt auch der Rest recht ähnlich, die musikalische Untermalung hat man nach ein paar Minuten vergessen (war da überhaupt eine...?) und der gewünschte Schauer dieses Horror-Spiels jagt einem eher unfreiwillig über den Rücken.

Features
Quizfrage: Was ist elendig lang, total veraltet und ein weiteres Mal ein Zeichen für diese berühmte Krankheit namens "Filmumsetzung"? Alle mit "Passwortsystem" dürfen da bleiben, die anderen lassen sich bitte von ihrem Hausarzt auf schwere Halluzinationen untersuchen.
Von weiteren "Features" kann man nicht sprechen. Oder ist "Sound ausschalten" ein Feature? He, das Pferdeschnauben ist immerhin das einzig amüsante im Game!

Fazit:
Aufmerksame Leser haben etwas bemerkt: Van Helsing ist ein weiteres Mal Lizenzmüll hoch 3. Husch, husch, fertig gemacht, damit sich die Leute noch an den Film erinnern (bei diesem Machwerk auch bitter nötig..). Grafisch, spielerisch und von der Ausstattung her ganz tiefe Schublade, mit aufgesetzt wirkenden Extras (Enterhaken) sowie uninspiriertem Gegnerdesign. Zum Abgewöhnen - Wo ist mein Pflock?



Christian Nork für PlanetGameboy.de


Vielen Dank an Vivendi Universal für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
38%
Lizenzmüll für die Entsorgung. Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (1)
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Holiday on Ice!
  Features Nicht Untot, ganz tot
  Grafik Grau in Grau, aber cooler Mantel, wirklich!
  Sound Das Schnauben der Untoten
  Spielspaß Zumindest Anfangs ein wenig vorhanden







Details
Spielname:
Van Helsing

Publisher:
VU Interactive

Genre:
Beat-Em-Up Sidescroller

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
Nein

Screenshots:

ScreenViewer öffnen (6)

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