Ein Kater macht Theater
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Ein Kater macht TheaterReview vom 31.03.2004
"Manchmal gibt es auch gute Film-Versoftungen... manchmal gibt es auch gute Film-Versoftungen... manchmal..." Dieses war in etwa mein Mantra, als ich Ein Kater macht Theater in den Modulschacht schob. Ob diese Taktik etwas geholfen hat, sage ich euch im Test! In Deutschland dürften die Kinderbücher des Amerikaners Dr Seuss, wenn überhaupt, dann wohl nur durch ihre Filmumsetzungen bekannt sein, z.B. Der Grinch mit Jim Carrey oder jetzt Ein Kater macht Theater mit Michael Myers. Wen wundert es da ernsthaft, wenn Vivendi dazu ein Spiel gleichen Titels auf den Markt bringt? GBA-Spieler wohl kaum mehr. LKW-Ladungen von schlecht gemachten Film- und sonstigen Lizenzversoftungen sind für den GBA erschienen und nur wenige haben Qualität. Der Glaube, dass es sich bei Ein Kater macht Theater um so ein ausnahmsweise gutes Lizenzenspiel handelt, zerstreut sich aber überraschend schnell - obwohl in dem Spiel rudimentär doch so etwas wie eine Idee zu finden ist.
Es geht um die beiden amerikanischen Kinder Conrad und Sally und vor allem um ihren Kater, der Theater macht. Tatsächlich ist es aber nicht der Kater, der Theater macht, sondern Conrad, der die Zauberkiste des Katers, der Theater macht, öffnet und dadurch Chaos im Haus veranstaltet, das der Kater, der Theater macht, aufräumen muss. Einen Streit über die Schwächen der Geschichte des Dr Seuss wage ich jetzt doch nicht vom Zaun zu brechen, aber die Handlung im Spiel hört genau an dieser Stelle auf, sich fortzuentwickeln. Verzeihlich, schließlich geht es hier um ein Jump'n'Run, und da reicht ein grobes Motiv, warum die Figuren machen, was sie machen.
Die Eingangsstory wird durch für GBA-Verhältnisse hoch auflösende Standbilder aus dem Film erzählt - da solche Standbilder natürlich viel Speicherplatz fressen, wurde mit ihnen insgesamt ziemlich geknausert, so sieht man das erste Bild, wo die beiden amerikanischen Kinder sich am Fenster langweilen, fast durch das gesamte Gespräch mit dem Kater, der Theater macht, hindurch, was schon reichlich lächerlich wirken kann.
Auch die wahlweise deutsche Übersetzung gestaltet sich recht holperig. Im Original heißt Buch, Film und Spiel The Cat In The Hat, irgendein Schlaumeier hat das mit Ein Kater macht Theater übersetzt - so haben sich die Übersetzer dieses Spieles verpflichtet gefühlt, Sätze wie "I'm the cat in the hat!" mit "Ich bin der Kater, der Theater macht!" zu übersetzen. Und zwar jedes Mal! Am Absurdesten ist das in der Anleitung, wo durch diese eigenwilligen Übersetzungen regelrechte Schachtelsätze entstehen, die sich die kleinen Kinder, für welche das Spiel wohl am ehesten gedacht ist, wohl erst mühsam von ihren Eltern entziffern lassen müssen. Selbstverständlich benutze ich in diesem Test auch die verlängerte Version des Namens - sei es aus Korrektheit... oder bloßer Schadenfreude.
Worum gehts nun tatsächlich im Spiel? Der Kater, der Theater macht, hat die Aufgabe, durch die einzelnen Räume, Geräte und Schränke des Hauses zu ziehen und dort Ordnung zu schaffen. Das macht er, indem er alle (ja, alle) Symbole einsammelt und sämtliche vorhandenen Gegner in Seifenblasen steckt und zerplatzen lässt. Bubble Bobble lässt grüßen. Das nützlichste Zubehörteil des Katers, der Theater macht, ist wohl sein Regenschirm, mit dem er sowohl hoch springen, als auch durch die Luft segeln kann. Dazu muss der Kater, der Theater macht... Moment. Sorry, aber ich kriege gerade fast die Krise - ich halte diese verlängerte Form seines Namens einfach nicht mehr aus und werde deshalb im Folgenden nur noch d. K., d. T. m. schreiben. Zum Fliegen muss d. K., d. T. m. zu einer der Maschinen kommen, die Aufwind produzieren und sich darauf tragen lassen. Das Frustige an der Sache sind die Maschinen, die abwechselnd an und ausgehen, vor allem, wenn diese die dritten oder vierten in einer Reihe von Aufwind-Maschinen sind, sodass man, nachdem sie überraschend ausgegangen sind, wieder bis ganz nach unten stürzt und den Frustflug von neuem beginnen kann.
An und für sich macht das durch-die-Gegend-Hüpfen und Fliegen anfangs sogar Spaß, bis man irgendwann merkt, dass man ein paar Gegner vergessen oder ein paar in der Luft hängende Gegenstände übersehen hat... und man den gesamten Level durchziehen muss, um sie zu finden, denn dann, und nur dann, öffnet sich der Ausgang des Levels für den d. K., d. T. mb damit er in den nächsten Level gehen kann... wo er genau dasselbe machen muss. Dieses Spielprinzip soll wohl den Zweck erfüllen, das Spiel (mangels anderer Einfälle) künstlich zu verlängern - aber ich prognostiziere, dass das lediglich dafür sorgt, dass Ein K. macht T. dadurch umso schneller in der Schublade landet. Daher werden ungeduldigere Naturen (oder jene verdrehten Menschen, die von einem Spiel statt langweiliger Arbeit sowas wie Spielspaß erwarten) schon vergrätzt, noch ehe es zu den etwas anderen Levels geht, wo man als kleiner Taucher durchs Wasser schwimmt oder der d. K., d. T. m. in seinem S.L.O.W. Mobil (der Name ist Programm) durch die Gegend fährt.
Der Sound ist, wenn nicht aufsehenerregend, doch durchaus passend für ein Jump'n'Run. Auch die Grafik ist in den meisten Levels eigentlich nicht einmal schlecht oder einfallslos - die Miniaturwelten erinnern zu ihren besten Zeiten an den liebgewonnenen James Pond und hätten, mit etwas mehr Gameplay versehen, wohl tatsächlich so etwas wie Spielspaß aufkommen lassen können. Andere Levels sehen wiederum nur äußerst spartanisch aus, wodurch einem der Gedanke kommen könnte, dass diese wohl diejenigen seien, die nicht rechtzeitig zum Film-Release fertiggeworden sind.
Bei längerer Spielzeit offenbaren sich auch Mängel in der Steuerung - so hat es der d. K., d. T. m. noch nicht wirklich gelernt, sofort anzuhalten, wenn das Steuerkreuz losgelassen wird, und auch der Blasenblubbler in seinem Zeigefinger funktioniert ziemlich ungenau, was schon zu unfreiwilligen Gegner-Kollisionen führen kann. Auch hier hätte mehr Feinschliff gutgetan.
Fazit:
Grafik, Sound und Spielfiguren-Aktionen mögen stimmen - aber die Levels wirken so blutleer und bar jeden Spielspaßes, dass es schon traurig ist. Es scheint mir wirklich so, als hätten die Entwickler von Coktel Studio sich vorgenommen, endlich mal ein gutes Lizenzspiel zu erzeugen, sind aber - wohl, um das Game noch rechtzeitig zum Filmstart auf den Markt zu werfen - nicht rechtzeitig damit fertig geworden und haben deshalb, statt die Aufgaben in den einzelnen Levels auszudifferenzieren, einfach in jedes über hundert Gegenstände geschmissen, die der Spieler gefälligst zu suchen hat. Das langweilt nur leider tierisch - und daher ist dieses Spiel wohl nur eingefleischten d. K., d. T. m. -Fanatikern zu empfehlen.
Christian Luscher|Sagat
PlanetGameboy.de dankt Vivendi Universal für die freundliche Bereitstellung des Testmusters
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WERTUNG:
41%
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Langweiliges J'n'R mit guten Ansätzen
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Zu diesem Spiel:
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Preischeck
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Tipps und Tricks |
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Komplettlösung |
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Videos
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Steuerung
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Nicht ganz ausgereift
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Features
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Zwei Speicherplätze, holprige Eindeutschung
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Grafik
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Gut und schlecht im fliegenden Wechsel
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Sound
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Passend für ein J'n'R
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Spielspaß
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Vom Spaß zur Langeweile nur ein Katzensprung
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Details
Spielname:
Ein Kater macht Theater
Publisher:
Coktel Studio
Genre:
Jump-n-Run
Release:
.. (erschienen)
Multiplayer:
nein
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (6)
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