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Mario & Luigi : Superstar Saga


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Mario & Luigi : Superstar SagaReview vom 29.11.2003

Endlich! Endlich kriegt der GBA ein eigenes Mario-Game, und die Betonung liegt auf eigen, denn mit den bisherigen auf GBA recycelten Mario-Jump'n'Run's hat das neue Spiel kaum etwas gemein. Lest selbst, welchen Eindruck Mario & Luigi auf uns gemacht hat.Am ehesten kann man das Spiel wohl mit dem legendären Super Mario RPG auf SNES vergleichen, das dank Nintendos folgenschwerem Bruch mit Squaresoft niemals nach Deutschland gekommen ist. Dieses vielzitierte Mariospiel war seinerzeit einer der ersten Versuche, die Genres Jump'n'Run und RPG zu verschmelzen und konnte sowohl bei RPG-Puristen, als auch bei Jump'n'Run-Fanatikern punkten. Mario & Luigi haut in die gleiche Kerbe, geht dabei aber noch einen Schritt weiter. Denn es ist nicht nur ein RPG-J'n'R, sondern sozusagen ein Multiplayerspiel für einen Spieler. Hört sich verwirrend an, ist es aber nicht. Denn erstmals übernehmt ihr Kontrolle sowohl über Mario, als auch über Luigi, aber diesmal nicht fein säuberlich getrennt und nacheinander, sondern... gleichzeitig!

Fangen wir mal ganz am Anfang an, denn die Geschichte und Zwischenszenen sind durchaus sehenswert und unterhaltsam. Anders als in Golden Sun, wo sich die Charaktere nur statisch gegenüberstanden und der Spieler mechanisch Textbox über Textbox wegklickte, werden hier regelrechte Slapstick-Einlagen gezündet. So stößt Pilzkopp Toad, als er, wie es seit eh und je seine Aufgabe ist, eine Hiobsbotschaft an Mario überbringen will, auf Mario... unter der Dusche! Dieses gegen-den-Strich-kämmen der typischen hausbackenen Mario-Handlung wird einer der großen Pluspunkte des ganzen Spieles.
Und darum geht's: die Stimme von Prinzessin Peach wurde von der bösen Bohnenhexe Lugmilla (einer der schrägsten und überzeugendsten Mario-Gegner seit langem, vielleicht sogar aller Zeiten) gestohlen, sodass die gute Peach nun statt Buchstaben abstrakterweise in Bomben spricht. Marios Aufgabe ist es, mit dem halbwegs geläuterten Bowser und seinem Luftschiff in das Bohnenland zu fliegen und die Diebin mit ihrem Diener Krankfried ausfindig zu machen. Tatsächlich ist nur Mario für diese Mission eingeplant, und Luigi hat gar keine Lust, mitzukommen.... besser gesagt: er ist zu feige. Trotzdem wird Luigi durch eine Verwechslung mit an Bord geschleppt und muss das Abenteuer zusammen mit seinem Bruder bestreiten. Dabei fungiert er mehr als einmal als Prügelknabe, Sündenbock und chronischer Nobody, während Mario überall als der Superstar schlechthin gefeiert wird. Das gibt natürlich Stoff für einige witzige Dialoge, die es dann auch in hoher Zahl im Spiel gibt.

Der Spaß an den Gesprächen wird allerdings meines Erachtens von der furchtbar schludrigen deutschen Übersetzung erheblich getrübt. In Golden Sun war zwar die Namensübersetzung nicht immer nachvollziehbar, aber wenigstens war die sonstige Sprache durchaus stilecht. In Mario & Luigi geht eine erhebliche Menge des zumindest in der englischen Version enthaltenen Witzes verloren. Ein Beispiel: im Laufe des Spieles ist es die Aufgabe der Geschwister, den so genannten Witzwein zu finden. Dieser erlangt dadurch seine Reifung, dass man ihm möglichst viele Witze erzählt. Während nun in der englischen Version der entsprechende Bohnenmensch Witz nach Witz reißt, plappert er in der deutschen Version lediglich ein paar mühsam zusammengeschusterte Möchtegern-Schüttelreime. Mit etwas mehr Mühe hätte man da mehr herausholen, oder zumindest den Original-Witz nicht so gründlich vermiesen können. Glücklicherweise bietet das Spiel auch sonst noch genug zum Lachen. Aber da in der deutschen Version nur ein Bruchteil davon rüberkommt, habe ich bei aller Liebe nach einer Stunde den englischen Text eingestellt, was ich allen, die der englischen Sprache halbwegs mächtig sind, nur ans Herz legen möchte.

Die Grafik selbst ist für GBA-Verhältnisse recht hübsch und ordentlich schrullig gelungen, orientiert sich aber mehr an Paper Mario auf N64 als an der vorgerenderten Iso-Grafik von Squares Mario RPG. Den Charakteren sieht man auch trickfilmhaft ihre Emotionen an, Luigi, der ewige Angsthase, wirkt auch grafisch wie ein solcher, und Lugmilla wirkt mit ihren spitzen Zähnen und der riesigen Zunge sehr befremdlich. Einen grafischen Overkill wie in Golden Sun bietet das Spiel allerdings beileibe nicht; sowohl im Kampf als auch außerhalb muss man auf solcherlei grafische Augenwischerei verzichten.

Der Sound hat mich positiv überrascht. Musikalisch ist nichts auszusetzen; die Palette reicht von der altbekannten Mario-Melodei über die Schlossmusik von Mario 64 bis zu locker-flockigen Neukompositionen. Eine besondere Erwähnung wert sind aber die Sprachsamples der einzelnen Charaktere, von denen es eine beachtliche Menge gibt. Die Gebrüder Mario versuchen sich konsequenterweise in einem italienischen Kauderwelsch (mit den entsprechenden Gesten) verständlich zu machen, während die fiese Lache der bösen Bohne Lugmilla locker Kefka aus Final Fantasy 6 in die Tasche steckt.

Das Gameplay selbst ist eine Sache für sich, und selbst geübte Jump'n'Runner müssen gründlich umdenken. Denn, wie gesagt, steuert man nicht nur Mario, sondern auch den (meistens) hinter ihm herschlappenden Luigi. Das heißt, man muss bei Hürden nicht nur einmal springen, sondern zweimal, damit das Bruderherz auch noch drüberkommt. Nach und nach erlernen die beiden noch zusätzliche Fähigkeiten, bei denen man froh ist, einen zweiten Mann dabeizuhaben, so kann Luigi den Bruder in einer Art Räuberleiter auf hohe Kanten werfen, während Mario die Fähigkeit besitzt, mit seinem Wirbelsprung breite Abgründe zu überwinden. Später kommen dann noch Hämmer hinzu, die auch zu Team-Aktionen Anlass geben. Beispielsweise haut Luigi seinen Bruder zwei bis drei Nummern kleiner, sodass dieser auch durch enge Gänge kommt, oder Mario rammt den Grünling kurzerhand in den Erdboden, damit er sich z.B. unter Türen und Wänden durchgraben kann. Diese Zusammenarbeit zwischen den beiden Spielfiguren gibt dem Spiel eine ganz besondere Qualität, jenseits aller Unterschiede von Rollenspiel und Jump'n'Run, einfach ein einzigartiges Spielgefühl.

Trotz allem Gehämmere und Gehüpfe gibt es auch noch Rollenspiel-Elemente, wobei ein Nachteil dieses Spiels gegenüber seinen RPG-Vorgängern gleich ins Auge sticht: außer Luigi hat man keine weitere Party mehr. Das ist schade, denn die Party-Mitglieder hat man damals doch schon sehr ins Herz geschlossen. (Mein persönlicher Favorit: Mallow "Was, ich bin gar keine Kröte?" aus Mario RPG). Der Vorteil von Luigi als einzigem Partner ist es, dass man zusammen mit ihm auch im Kampfbildschirm, in den man bei Feindkontakt gesogen wird, mittels einfacher Tastencombos brüderliche Double Team Moves machen kann. Diese gibt es in drei Varianten: bei der einfachsten wird in einer matrixmäßigen Bullet-Time-Einstellung die zu drückende Taste gezeigt, bei der zweiten fällt die Zeitlupe weg und bei der dritten geht es auch ohne Tasten-Einblendungen.
Die sonstige Kampfweise entspricht im Großen und Ganzen der der Vorgänger, so kann man durch gutes Timing seine Hammerschläge oder Sprünge stärker machen, und (ebenso durch gutes Timing) sich gegen die allermeisten der gegnerischen Attacken verteidigen. Eingefleischte Rollenspieler könnten diese Echtzeit-Möglichkeiten vielleicht vor Probleme stellen, schließlich geizen vor allem die späteren Gegner nicht mit Attacken, bei denen man abwechselnd mit Mario (A-Knopf) oder mit Luigi (B-Knopf) oder auch mit beiden gleichzeitig springen oder hämmern muss. So ist das Gameplay trotz allen Erfahrungspunkten, Level-Ups und Kampfbildschirmen nicht so träge wie bei RPG's und kann auch leicht in J'n'R-Manier hektisch werden.

Der Schwierigkeitsgrad von Mario & Luigi ist leicht bis moderat, die Rätsel bereiten nur selten wirkliches Kopfzerbrechen. Allerdings: langweilig wird das Spiel selten bis nie. Nur ab und an kommen auch hier die klassischen RPG-Mankos zum Vorschein, die sich in folgendem Satz äußern: "Mann, muss ich schon wieder gegen diesen schwachen Gegner kämpfen?" - Vielleicht hätte es gutgetan, dem Spiel eine Leichte-Gegner-ohne-Kampfbildschirm-niedermach-Automatik zu spendieren, wie in Mother auf dem SNES.
Im Umfang reicht das Spiel nicht an Golden Sun 2 heran. Für ein Jump'n'Run ist an dem Spiel fast zu viel Umfang, für ein RPG knapp zu wenig. Aber es ist für solch ein zwischen den Stühlen stehendes Game auch schwierig, es allen recht zu machen.

Als Multiplayermodus ist wieder das steinalte Mario Bros dabei, das bisher in jedem Remake für den GBA dazugeschmissen wurde. Darüber sieht man aber gern hinweg, denn Mario & Luigi ist schon ein Spiel für sich.

Fazit:
Unterhaltsam und witzig zu spielen - das erste wirklich eigene Mario-Game wird auch einige Mario-Hasser überzeugen können, da man sich mit Hingabe selbst auf den Arm nimmt. Viele witzige Ideen und ein ganz eigener spielerischer Charme machen dieses Spiel aus, da sieht man schonmal über den zu geringen Umfang hinweg. Ein großer Wurf, nicht nur für Fans zu empfehlen.




Christian Luscher - «Sagat»


Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
87%
Rundum gelungener Genremix Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (1)
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Zwei Brüder auf einmal steuern? Es geht!
  Features Schwache deutsche Übersetzung, recycelter MP-Modus
  Grafik Kunterbunt und stilecht
  Sound Bekannte Qualität
  Spielspaß Glänzende Unterhaltung!







Details
Spielname:
Mario & Luigi : Superstar Saga

Publisher:
Nintendo

Genre:
Rollenspiel

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
ja

Screenshots:

ScreenViewer öffnen (15)

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