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Super Mario Advance 4: Super Mario Bros. 3


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Super Mario Advance 4: Super Mario Bros. 3Review vom 29.10.2003

Nena tut es, Capcom tut es – Nintendo tut es auch. Augenscheinliches Recycling für gutes Geld. Unser gutes Geld. Super Mario Advance 4 – dreister kann man einen aufgewärmten Klassiker wohl nicht mehr verpacken. „It’s meeeee, Marrrrio“ – das vierte Abenteuer um den rotbemützten Vorzeigeklempner erreichte kürzlich unser Testlabor. Rohrbruch oder wieder einmal solide sanitäre Arbeit? Unser Review verrät euch mehr!Mit einem gequälten Lächeln schaltet der PG Redakteur seinen GBA ein. „Tschuuuus ääh gäim“, dröhnt die blecherne Stimme aus den Monolautsprechern. Wenig überrascht schnellt eine Augenbraue in die Höhe. Tatsächlich, Nintendo reitet die Unverschämtheit –einmal mehr grinst mir der mittlerweile obligatorische „Mario Bros. Modus“ als einzige Auswahlmöglichkeit neben dem Hauptspiel (Anm. der Redaktion: Für alle, die noch nicht bescheid wissen: Mario Advance 4 ist eine 1:1 Portierung des 3ten NES Teils der Jump & Run Saga) entgegen. Nur nicht darüber aufregen, es würde ja doch keinen Sinn machen, denke ich mir und wähle den Story Modus. Nach einem Himmelhochjauchzenden Intro befinde ich mich auch schon mitten im Geschehen, mein Unmut über den immergleichen Aufbau der Mario Games wird von Nostalgie verdrängt und ehe ich den ersten Level vollendet habe, funkeln meine Augen wie damals, als ich die NES Version zum ersten Mal bei einem Schüleraustausch der Grundschule in Frankreich gespielt habe. Dieses Flair, es ist einfach unbeschreiblich – man muss es erlebt haben. Anfangs hat man also die Auswahlmöglichkeiten zwischen Story Modus und „Mario Bros“, das man sowohl alleine, als auch zu viert daddeln kann (nähere Erläuterungen spare ich mir an dieser Stelle). Wir sehen und im Folgenden den Story Modus ein wenig näher an. Wählt zwischen einem von drei Speicherslots und legt fest, ob ihr abwechselnd mit Mario und Luigi oder nur mit Mario spielen möchtet. Doppel-A-Klick und ihr befindet euch mitten im Geschehen – einem der besten Jump and Runs aller Zeiten. Auch hier gilt es wieder, Prinzessinnen zu retten, Schlösser zu stürmen und Gegner zu Plätten – zumindest unter dem Gesichtspunkt des Gameplays wird alteingesessenen Mario Fans nicht neues geboten.

Grafisch bewegt sich Mario Advance 4 auf gehobenem GBA Niveau. Auch in diesem Ableger der Serie steuert ihr wahlweise Mario oder Luigi durch bunte 2-D Landschaften, die vor Interaktivität und Abwechslungsreichtum nur so strotzen. Beispiele gefällig? In einem Wüstenlevel schwebt eine grimmig aussehende Sonne über euch. Als müsstet ihr euch nicht schon genug mit Wirbelstürmen, Treibsand und anderen Nettigkeiten auseinandersetzen, fällt plötzlich auch noch die Sonne vom Himmel und bläst fortan zur wilden Treibjagd – ihr seid das Opfer. Dabei passt sich das Leveldesign dem jeweiligen Themenbereich auf der Oberwelt an: Wüste, Wasser, Graslandschaft und und und. Einmal mehr weiß Nintendos Ideenreichtum zu begeistern – auch wenn ältere Semester den Spaß vor 10 Jahren auf dem FAmicom schon genießen durften. Erwähnenswert sind auch die schönen Animationen der Protagonisten und die weichen Übergänge bei den Hintergrundbildern. Fast keiner Erwähnung bedarf die Tatsache, dass sich Mario Advance 4 – Mario Bros. 3 auch und insbesondere wegen der immer konstanten Bilderwiedergabe absolut flüssig spielt. Summa summarum lassen die vielen positiven Aspekte die negativen schlicht in der Versenkung versinken und der in sich gesunkene, testende Redakteur deklariert diesen Teilaspekt als gelungen, Ende der Fahnenstange.

Selbiges und noch viel Positiveres lässt sich über den Sound sagen. Mariotypische Ohrwurmmelodien regen den geneigten Jump and Run Muffel zum fröhlichen Mitpfeifen an und entlocken Fans der Serie eine höchst zufriedene Mimik. Alle Stücke dürften Fans und Kennern der Serie weitläufig bekannt sein, Einsteiger geht die Untermalung sofort ins Ohr. Erwähnenswert ist in jedem Fall auch die immense Vielfalt der Stücke und die fast schon pointiert wirkenden Rhythmen gelangen schneller ins Blut als hochprozentiges. Hinzu kommen schließlich noch die Sprachsamples von Mario und all die vielen Effekte. Man kann keinen Eindruck vermitteln, man muss es gehört haben – Mario at ist best!

Doch… Moment – was zeichnete die vielen Mario Spiele über all die Jahre hinweg stets aus? Na? Richtig, das Gameplay. Mario Spiele – Inbegriff für schlüssiges, flüssiges, abwechslungsreiches und höchst intuitives Gameplay. Auch bei diesem Ableger der Serie werden unsere Erwartungen unter diesem Gesichtspunkt nur wenig enttäuscht. Flüssiges Spiel, tolle Ideen (Siehe „Grafik“), superbe Umsetzung und eine „In-Szene-Setzung“, die Ihresgleichen sucht. Der Abwechslungsreichtum lässt sich nicht auflisten, zu groß die Vielfalt all dessen, was Spielerherzen jauchzen lässt. Auch steuerungstechnisch muss ich Mario ein Lob aussprechen. „Nur“ ein Lob. Ältere Semester unter euch nehmen es als Erhöhung des Schwierigkeitsgrades und Manko der Mario Serie – Insbesondere aber Neueinsteigern dürfte die durch das Schlittern der Charaktere erreichte Emporhebung des Schwierigkeitsgrades einen Bowser-großen Felsen in den Weg legen. Insbesondere anfangs irritiert es schlichtweg, dass Mario nach einem kleinen Sprint noch 2 Meter durch die Gegend schlittert, anstatt gleich stehen zu bleiben. Legitimierung erhält Nintendo auf theoretischer Ebene durch das Gesetz der Trägheit der Masse, aber bitte, ein Videospiel hat mit der Realität nichts zu tun und so schlittert Mario auf diese Art und Weise des Öfteren gen Abgrund. Aber nach einer gewissen Einspielzeit, dürfte sich auch dieses Problem relativieren und Mario schwebt von euch gesteuert förmlich durch die Level. Apropos schweben: Auch in MA 4 stehen euch Unmengen an Extras zur Verfügung. Neben dem obligatorischen Pilz, der Blume, der Feder (zum kurzzeitigen Fliegen) und der Wolke stehen euch der Frosch, der Hammer, der Stern und mehr zur Verfügung. Auch diese Tatsache vermag das Gameplay noch abwechslungsreicher und noch spannender zu gestalten. So ist es grundsätzlich dem Spieler überlassen, ob er in Bonusleveln erspielte Extras in bestimmten Levels einsetzt oder nicht. Teils bergen sie einen alternativen oder gar vereinfachten Lösungsweg, teils nur die üblichen Vorteile „Ich bin groß, also darf ich Gegner drei mal berühren, bis ich kaputt bin“. Selbstredend können Extras auch innerhalb der Levels gefunden werden.

Features, nun, hier gerät der potentielle Jump-Hammer doch ein wenig ins Straucheln, doch anstatt eines bösen Bänderrisses trägt unser italienischer Privatpatient nur eine leichte Zerrung von dieser Schikane davon. Wieso Schikane? Ganz einfach, Mario Advance bietet zwar viel von allem, aber vergleichsweise wenig Features. Die beiden erwähnten Spielmodi, drei Speicherslots – mehr eigentlich nicht. Um die Features deshalb als „schwach“ titulieren zu können, fehlen noch ein paar Mängel, begeistert kann ich mich aber auf Grund dieses Minimalismus auch nicht zeigen – hier wäre mehr möglich gewesen.

Auf Dauer weiß Mario zwar zu gefallen, aber vor allem geübte Spieler und Kenner der NES Version werden bald den Abspann sehen. Logo, auch Mario 4 verfügt über eine stattliche Anzahl an Levels und den mittlerweile leider obligatorisch scheinenden „Mario Bros.“ Modus, aber viel ist das nun bei Leibe nicht. Einsteiger werden vielleicht teilweise am etwas höheren Schwierigkeitsgrad zu knabbern haben. Jener entsteht dadurch, dass es innerhalb der Levels keine Speicherpunkte gibt und es so durchaus vorkommen kann, dass man immer und immer wieder kurz vor dem Ziel ein Leben lassen muss und den gesamten Level nochmals neu starten muss. Einziger Aspekt, der den höheren Schwierigkeitsgrad vielleicht zum Teil egalisiert, sind die etwas kleineren Level. Multiplayertechnisch kann ich in Anbetracht von „Mario Bros.“ Nur verzweifelt mit dem Kopf schütteln. Hallo?! Das kann ja wohl nicht Nintendos Ernst sein… Derselbe Multiplayer Modus in allen vier GBA Ablegern der Serie. Auf derart stupide Ideen muss man erst einmal kommen, leider. Viel ändert das zugegebenermaßen an der Wertung nicht, Mario wäre auch ohne MP Modus ein klasse Spiel.

Fazit:
Mario wie er leibt und lebt. Kunterbunt, äußerst durchdacht und absolut genial. Einzig die Tatsache, dass es sich hierbei um die vierte Portierung handelt und wir bis dato noch kein „eigenes“ GBA Mario bekommen haben, trübt die Angelegenheit etwas. Aber, schwamm drüber, langsam dürften Nintendo die zu kopierenden Klassiker ausgehen und vielleicht erwartet uns mit Super Mario Advance 6 nach dem fünften (dem „Allstars“) Teil ja doch einmal ein eigener GBA Ableger der Serie, ein gänzlich neues Spiel mit neuem Multiplayer Modus. Die Hoffnung stirbt zuletzt – wissen wir alle. Und bis es soweit ist, kann bedenkenlos Mario 4 in eure Modulschächte wandern- eine weitere Perle aus dem Hause Nintendo, die ich zähneknirschend weiterempfehle. Prost und ein gutes Spiel.



Christian Thol [N-Freak]


Herzlichen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.


WERTUNG:
85%
Mario zum vierten: Neulinge und Mario Fans greifen zu! Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (2)
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Bis auf das Schlittern sehr gelungen
  Features Nichts von großer Bedeutung, dennoch solide Arbeit
  Grafik Gehobenes GBA Niveau
  Sound Business as usual: Genial!
  Spielspaß Macht auch beim Zweiten Durchspielen noch Spaß.







Details
Spielname:
Super Mario Advance 4: Super Mario Bros. 3

Publisher:
Nintendo

Genre:
Jump-n-Run

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
ja

Screenshots:

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