Power Rangers: Ninja Storm
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Power Rangers: Ninja StormReview vom 11.12.2003
Ein neues Power-Rangers-Game für GBA steht an! Und diesmal sind es keine normalen Power-Rangers mehr (wo denkt ihr hin?) Jetzt sind es NINJA-Power-Rangers! Lest selbst, was die Plastikhelden uns auf dem GBA-Schirm diesmal liefern. Die Welt wird von Außerirdischen bedroht, die natürlich nichts Eiligeres zu tun haben, als alle Ninja-Akademien zu attackieren, um.... naja, halt die Weltherrschaft an sich zu reißen. Um diesen genialen und völlig schlüssigen Plan zu vereiteln, werden die trendigen Power-Rangers auf den Plan gerufen, die sich dem finsteren Lothor stellen müssen. In diesem Spiel finden die Power Rangers verschiedener "Glaubensrichtungen" zusammen, und zwar die Wind Rangers, die Thunder Rangers und die grünen Samurairangers. Schon allein die Namen hören sich nach einem Feuerwerk von Special Effects und ausgefeilten Martial-Arts-Techniken an. Klingt so, isses aber nicht. Aber eins nach dem anderen.
Bevor man beginnt, darf man sich für seinen persönlichen Power Ranger entscheiden, mit dem man das Spiel bestreiten will. Im Spielverlauf kann man allerdings jederzeit durch Drücken der Select-Taste zwischen den anderen Rangers (derselben Schule, also nur Wind-Rangers mit Wind-Rangers etc.) wechseln, was spielerisch aber kaum Unterschiede macht. Denn die Kämpfer eines Rangertyps unterscheiden nur durch kleinere Fähigkeitsattribute, und zwischen den Ranger-Gruppierungen gibt es auch nur Unterschiede in Neben-Attacken.
Überhaupt - die Attacken! In einem Spiel, das ja sogar die Bezeichnung "Ninja" im Titel trägt und dessen Hauptpersonen auch ausschließlich Ninjas und Samurais sind, dürfte man doch schon eine ganze Palette von Techniken erwarten. Leider ist es aber nicht so. Dem Spieler steht standardmäßig (zusammen mit einer einmaligen Spezialfähigkeit auf dem R-Knopf) ein stinknormaler Schlag zur Verfügung, wenn man die B-Taste drückt. Manche Ranger können diesen noch aufladen (wo doch jeder Gegner mit einem Schlag niedergestreckt werden kann...), und manche können Gegner, wenn man nah an sie herankommt, mit der B-Taste wegschleudern. Nun mögen einige denken, na, außerirdische Superkämpfer werden einen ja wohl kaum so nah an sich heranlassen, aber falsch gedacht! Die werte Gegnerschaft in diesem Spiel trottet meistens einfach nur stumpf auf den Helden zu, um dort mit einem standardmäßigen B-Schlag, meistens ohne Gegenwehr, umgehauen zu werden. Wenn der Spieler Lust hat, kann er auch eine Art Blaster einsammeln, der aber eher einem Blasrohr als einer ernstzunehmenden Waffe ähnelt und so unausgereift ist, dass man schnell wieder auf den Standard-Schlag umsteigt.
Der gewählte Ranger läuft also durch den Level (wobei "Laufen" hier schon übertrieben ist; der Gang der Rangers stellt sich als halbgares schnelles Schlendern heraus) und kloppt die abwechselnd rechts und links auftauchenden Gegner abwechselnd nieder, dann geht er weiter, etc. Ein Spielprinzip, das vor vielen Jahren bei Games wie Capcoms Final Fight Erfolg hatte, allerdings hat dieses uralte Spiel schon allein dadurch einen Vorteil vor Power Rangers - Ninja Storm, dass es dort unterschiedliche Gegner gab, (von den unterschiedlichen Moves mal ganz abgesehen). Ja, richtig gehört, es gibt eigentlich keine großen Unterschiede zwischen den Gegnern in diesem Spiel. Zu 90% sind es schwarz gekleidete Ninjas mit einem lustigen Dutt auf dem Kopf; manchmal ist zur Abwechslung einer mit roten Stiefelrändern oder gar einer ganz in Grün dabei. Dieser Ninja-Einheitsbrei wird (von ein paar Spinnen und Pflanzen mal abgesehen) während des Spieles deine hauptsächliche Gegnerschaft sein. Klingt nicht nur eintönig, isses auch.
Die Levels selbst erscheinen farblich blass und nicht besonders aufsehenerregend, obwohl durchaus unterschiedliche Gelände wie Wälder, Stadt, Höhle etc. vorhanden sind. Tatsächlich hat jede der drei Rangergruppen einen eigenen Lösungsweg (naja, wollen wir's mal nicht übertreiben, einige Überschneidungen in den Levels gibt es da schon) - aber, mal ehrlich. Ob ihr euch nun stumpfsinnig durch einen Wald oder eine Höhle kloppt, ist ja eigentlich Jacke wie Hose. Auch die Endgegner sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Hier bemerkt man erstmals, wie ungenau und lahm die Steuerung des eigenen Rangers ist. Wenige Moves hin oder her, es wäre schon ganz nett gewesen, wenn die Hauptperson sich doch einmal etwas schneller bewegen könnte als das oben schon erwähnte entspannte Schlendern.
Trotz allem sind die nicht sonderlich intelligenten Endgegner meistens schnell geschafft, aber nach ihrer Niederlage ist der Kampf noch nicht vorbei. Genau wie in der Serie (hab ich mir sagen lassen, ich hab das noch nie gesehen *g*) wachsen die Gegner auf einmal über sich hinaus und werden zu riesenhaften Transformers.... ähhhhhhhh Megazords! Da wollen die eigenen Rangers natürlich nicht zurückstehen, und so können sich die eigenen Heroen zusammenschließen und sich zu ähnlichen Kampfmaschinen transformieren. Der Megazord-Kampf ist eine Art Reaktionstest. Die Maschinen stehen sich untätig gegenüber. Wenn nun am oberen Bildschirmrand ein A auftaucht, muss man auf dem Steuerkreuz oben und den A-Knopf drücken, damit der eigene Megazord eine mächtige Attacke ausführt. Wenn allerdings am rechten Bildschirmrand ein B auftaucht, muss man WAS machen? Richtig, Rechts und B drücken. Ist aber der gegnerische Megazord schneller gewesen, lässt er seine Attacke auf dich los. Die Angriffe der Riesenmaschinen gehören zu den grafischen Höhepunkten des Spieles.... sofern man eine Attacken-Animation nicht zum zwanzigsten Mal sieht, wozu es leicht kommen kann, da sich die Lebensanzeige der Robos auf eine einzelne Skala beschränkt, die sich nach jeder gelungenen Attacke in Richtung des erfolgreichen Megazords füllt. Das heißt natürlich, wenn die Megazords abwechselnd mit ihren Attacken Erfolg haben, hängt man (rein theoretisch) bis in alle Ewigkeit dran. Klingt nicht nur unausgereift, isses auch.
Den Sound kann man einfach nur als veraltet und schlecht bezeichnen. Die große Mehrzahl der Soundeffekte und sämtliche Musikstücke wären so auch auf dem Ur-Gameboy machbar gewesen. Und auch musikalisch können die Düdelmelodien wirklich keinen mehr vom Hocker reißen.
Löblich ist es, dass man auch deutschen Bildschirmtext auswählen kann, wenngleich es außer den Menüs nicht viel zu lesen gibt. Etwas lächerlich ist dagegen das dreistellige Password, das meistens aus zwei Buchstaben und einer Zahl besteht. Das ist zwar leicht einzugeben, aber so primitiv, dass man es doch gleich mit einer direkten Levelauswahl hätte ersetzen können.
Fazit:
Ich muss gestehen, dass ich mich mit den Power Rangers überhaupt nicht auskenne, aber ich kenne gute Spiele, und dieses Game ist ganz sicher keines. Entwickelt im Stile der klassischen Prügelgames, kommt es wegen seiner Einfalls- und Lieblosigkeit doch an keines von ihnen heran. Selbst für Power-Rangers-Fans nur dann empfehlenswert, wenn sie kurz vor dem Erscheinen von Final Fight in Winterschlaf gefallen sind und nicht mitbekommen haben, dass es auch besser geht. Selbst, wenn dieses Spiel vor zehn Jahren herausgekommen wäre, wäre es spielerisch durchgefallen. Vom Kauf raten wir daher ganz klar ab.
Christian Luscher | Sagat
Vielen Dank an THQ für die freundliche Bereitstellung des Testmuster.
Steuerung
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Langsam und ungenau
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Features
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Dreistelliges Password, übersetzte Menüs
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Grafik
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Verwaschen und unspektakulär
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Sound
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Seelenloses Gameboy-Gedudel
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Spielspaß
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Ermüdendes Ein-Move-Gekloppe
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Details
Spielname:
Power Rangers: Ninja Storm
Publisher:
THQ
Genre:
Beat-Em-Up Sidescroller
Release:
.. (erschienen)
Multiplayer:
nein
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (6)
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