Disney´s Der Schatzplanet
- Testbericht
- Bilder (7)
- News & Videos (0)
- User (1)
- Spiel Kaufen
Disney´s Der SchatzplanetReview vom 26.12.2002
Jaja und wieder wird der vielerorts leidgeplagte PG Redakteur von einer Filmumsetzung heimgesucht. Wie uns die Vergangenheit nur allzu oft lehrte, war deren Quantität nicht mit ihrer Qualität gleichzusetzen, sprich: 90 % aller Filmumsetzungen sind- so hart das klingt- Spaß Killer, GBA Viren, Gift für deine gute Laune. Um dem vorzubeugen, gibt es ja uns, sozusagen die „Fachärzte“. Wir prüfen das Spiel auf spaßkillende Elemente, Launekiller und Langweile Erreger, die jedem Spieler tiefe Sorgenfalten auf die Stirn pflügen könnten.
Lest also heute- gerade noch pünktlich zu Weihnachten- den ärztlichen Befund unserer Reise zum Schatzplanet... 26.12.02, 2:36: Grobe Examination:
Mit letzter Müh und Not krallt sich der PG Redakteur an seiner Tastatur fest, neben ihm eine Kanne lauwarmer Kaffee...Gerade eben ward es vollbracht, Disney’s Schatzplanet durchgezoggt.
Tränenunterlaufene Augen, schmerzende Glieder...schwer gezeichnet von all den schlaflosen Nächten der letzten Zeit, überwinde ich mich, ein paar wirre Worte niederzuschreiben, frei von jeglichem Sinn und Zusammenhang. Ach, ein Review sollte es ja werden, stimmt.
Schatzplanet, oder Treasure Planet (Englisch Original), von Ubi Soft. Wer kennt sie nicht, all die lieblichen Disney Filme der Neuzeit, gezeichnet von skurrilem Humor und untermalt von einem Hauch Sarkasmus. Diese Eigenschaften treffen auch auf den Schatzplaneten zu. Geboten wird uns ein klassisches Action Adventure im Stile eines Harry Potter und Konsorten.
Da sich das Spiel 100%ig an die Filmvorlage hält, wurde auch die Story übernommen. Die vielen Ereignisse grob umrissen, ließe sich die in der Anleitung in verschachtelte und wirre Sätze gefasste Story wohl am besten folgendermaßen zusammenfassen: Jim Hawkins ist ein junger Held, der immer für ein Abenteuer zu haben ist. Als sein Mentor Dr. Doppler die Karte und Lagebeschreibung eines legendären Piratenschatzes entdeckt, beginnt das Abenteuer der beiden und sie begeben sich auf die Suche. Doch nicht sie alleine sind hinter dem Schatz her, auch die Piraten der Neuzeit haben es auf die Wertgüter abgesehen, ein gefährlicher Wettlauf mit den Piraten beginnt...Du bist Jim Hawkins.
26.12.02, 2:55: Untersuchung des zentralen Organs (Hauptmenü):
Nach einem aus animierten Schriftzügen und dem Schatzplanet Logo bestehenden „Intro“ gelange ich ins Hauptmenü. Rekordverdächtige drei (3 !!) Menüpunkte stehen mir zur Wahl. Aus Neugierde entscheide ich mich zuerst für die „Optionen“. Was mag sich wohl hinter diesem ominösen Titel verbergen ? Wow ! Regulierbare Musiklautstärke und Soundeffekte sowie die Credits. Enttäuscht verlasse ich das Optionsmenü um die beiden anderen Auswahlmöglichkeiten im Hauptmenü näher zu betrachten. „Weiter“ und „Neues Spiel“. Der nun schon angefangenen Reihenfolge „von unten nach oben“ folgend, klicke ich auf „Weiter“. Sichtlich erstaunt erscheint ein „Enter Passwort“ Bildschirm, die Frage über die Funktionalität des Gedächtnisses (Speicher) wäre also geklärt. Positiv im Sinne von „Jaha, Freude, man kann speichern“, negativ im Sinne von „Och nee, warum Passwort ?“.
Schlussendlich folgt noch die Untersuchung des „Herzens“. „Neues Spiel“. Leicht genervt bestätige ich mit dem A Button. Die Funktionalität des Herzens scheint gesichert, wenige Sekunden später flackert eine der genialsten Intro Sequenzen in der GBA Geschichte über den Mini Screen. Nein, ehrlich, auch wenn es jetzt ironisch klang: Die komplett in Film Grafik (also Original Film) gehaltene Sequenz ist praktisch ein Filmausschnitt, läuft auch genauso flüssig und rasant. Ein 4-sekündiger Augenschmaus...denn dann ist die Sequenz vorbei und mein virtuelles Ego beginnt sein Abenteuer.
26.12.02, Untersuchung einzelner (Sinnes-)Organe:
Augen: (Grafik)
Grafisch gesehen bietet Schatzplanet nicht viel Anlass zu Kritik. Wer eine Grafikbombe à la Golden Sun oder V-Rally erwartet hat, wird zwar enttäuscht, dennoch erfüllt die grafische Darstellung voll und ganz ihren Zweck und sogar noch ein wenig mehr. Aus einer übersichtlichen Iso Perspektive, ähnlich der in Golden Sun, THPS usw., steuere ich meinen Charakter – Jim- zuerst zu Fuß durch das verregnete Montressor, später auch auf seinem Solarsurfer (eine Mischung aus Surfbrett und Skateboard) durch die relativ weitläufigen Areale.
Das Spiel läuft flüssig über den kleinen Screen, Einbrüche der Frame Rate oder ähnliche „Ammenmärchen aus der Vergangenheit“ fielen bei der gesamten Spielzeit nicht auf.
Die Animationen der Charaktere sind gelungen, die Umgebungsgrafiken ziemlich abwechslungsreich, schade nur, dass die Texturen teils etwas verwaschen daher kommen und manche Locations einfach nur billig aussehen (bei der „animierten“ Lava friert es mich gleich *g) und auch problemlos auf dem GBC hätten dargestellt werden können. Anders die Sequenzen. Wie weiter oben schon erwähnt, sind diese in der originalen „Zeichentrickfilm- Grafik“ gestaltet und wissen durch ihre blendende Animation jeden Spieler schlichtweg zu begeistern. So etwas hat man definitiv noch nicht gesehen. Riesenlob dafür, ein anerkennendes Nicken für die Gesamtheit der Optik.
Ohren: (Sound)
Soundtechnisch wird einiges geboten. Der Sound am Ende eines Levels hört sich spitze an, aber auch während der Levels überzeugen die Musikstücke größtenteils. Was schlussendlich doch eine höhere Wertung unter diesem Gesichtspunkt verhindert, ist ganz klar die Anzahl der Stücke. Weder locationspezifisch, noch interaktiv (sprich: keine speziellen Themen für z.B.: den Bergbau o.ä. und keine mit sinkender Lebensenergie des Helden dramatisch werdende Musik) fehlt der klangtechnischen Untermalung der Feinschliff und das gewisse Etwas. Immerhin die Effekte stimmen.
Tast- und Gleichgewichtssinn: (Steuerung)
Eingängige Studien und Untersuchungen auf diesem Sektor ergaben einen ungewöhnlich hohen Frustfaktor. Ähnlich wie in Resident Evil ist die Steuerung alles andere als gut gelöst. Wie schon gesagt, betrachtet ihr das Game aus einer isometrischen Ansicht, schön und gut, leider haben es die Entwickler versäumt, die Steuerung anzupassen. Das heißt ferner, dass ihr mangels Alternativen mit einer für die „Vogelperspektive“ konzipierten Steuerung leben müsst. Ihr könnt also nach vorne, rechts, links und hinten (unten) laufen. Nix Diagonal. Spätestens bei den Jump and Run Passagen, bei denen eine Haaresbreite über Leben und Tod entscheidet, frustet die misslungene Steuerung natürlich ohne Ende. Ebenso, wie wenn ihr vor einem Gegner fliehen müsst, oder ähnlich...euch fehlt die Orientierung, und es nervt schlichtweg, vor jedem Schritt umdenken zu müssen...
Ein paar Sonnenseiten hat das Gameplay dennoch: Abwechslung bietet das „Surfen“, das mit einer relativ hohen Geschwindigkeit ein gutes Gegenstück zum faden „Umhergelaufe“ bietet. Schön sind auch die sogenannten „Morphs“, Fähigkeiten, die man sich – je weiter man im Spiel vordringt- aneignet, und mittels derer euer virtuelles Ego z.B. höher und weiter springen kann.
Dauerspaß:
„Ich hab’s durch, yeah“. Normalerweise würde ich stolzerfüllt damit prahlen, bei Schatzplanet halte ich mich lieber ein wenig zurück. Den einzig und alleine entscheidenden Faktor im Schwierigkeitsgrad stellt die dämliche Steuerung dar. Die belanglosen Rätseleinlagen und der absolut lineare Spielaufbau alleine bieten gerade genug Anspruch, um einen 8 Jährigen kurzzeitig zu unterhalten.
Schade, denn der leichte Schwierigkeitsgrad und das eintönige Gameplay machen Schatzplanet nicht gerade zu einem Dauerbrenner und nur allzu schnell liegt es in der nächstbesten Ecke...
Fazit:
26.12.02, 3:38: Befund: (Fazit)
Schatzplanet kann zu ernsthaften Belastungen des Nervensystems führen, der geringe Umfang, sowie die verkorkste Steuerung und der einfache Schwierigkeitsgrad sollte niemandem zugemutet werden. Nebenwirkungen: Unsägliche Langeweile. Zwingen Sie also bitte niemanden dazu, dieses Game zu spielen. Das langweilende Gameplay kann unter Umständen einschläfernd wirken...
Wie kann man all dem vorbeugen? Eltern, tun Sie Ihrem Kind etwas Gutes und machen Sie einen weiten Bogen um dieses Spiel. Der verlockende Titel eines an den neusten Disney Film angelehnten Spieles verheißt nichts gutes. Auch hier trifft die Faustregel „Filmumsetzungen sind meistens schlecht“ bestens zu. Nur, wenn Ihr Kind Tag und Nacht an nichts anderes mehr denken kann, Schatzplanet- Der Film für sie oder ihn das „Größte“ war und Ihr Kind sich trotz Ihrer Warnungen nichts sehnlicher wünscht, als dieses Spiel, dann empfehle ich das Probespielen. Ansonsten lassen Sie besser gleich die Finger davon, lesen nochmals die Packungsbeilage (PG Review) und fragen Ihren Arzt (PG Redaktion) oder Apotheker (Fachhändler) nach Alternativen zum Fest der Liebe...
Frohe Weihnachten einstweilen
Christian Thol [N-Freak]
Vielen Dank an Ubisoft für die freundliche Berreitstellung des Testmusters
Steuerung
|
Schlecht gelöst
|
Features
|
Ein Spielmodi und PW Speicher, Bah !
|
Grafik
|
Ordentlich
|
Sound
|
Mittelprächtig
|
Spielspaß
|
zu anspruchslos und zu schlechtes Gameplay
|
|
|
|
|

Details
Spielname:
Disney´s Der Schatzplanet
Publisher:
Ubi Soft
Genre:
Action Adventure
Release:
.. (erschienen)
Multiplayer:
nein
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (7)
Jetzt Bestellen:
Zum Shop
|