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Castlevania 2: Harmony of Dissonance


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Castlevania 2: Harmony of DissonanceReview vom 30.09.2002

Draci, mir grauts vor dir! Nach einem Jahr Ruhe muss der arme, alte Kerl wieder aus dem Sarg und zeigen, dass Batman in den Ruhestand sollte. PG.de begleitet Vampirjäger Juste Belmont, der trendigste Pfähler seit Buffy auf seinem Weg durch die Nacht. Möge die Peitsche mit ihm sein!50 Jahre sind vergangen, seitdem Simon Belmont in Simons Quest den Grafen Dracula wieder in sein Grab befördert hat. Die Zeiten sind friedlich, als eines Tages Maxim, ein Freund von Juste Belmont, dem offiziellen Nachfahren Simons, verletzt von einem Streifzug zurückkehrt. Seiner Freundin sowie seines Gedächtnisses beraubt machen er und Juste sich auf den Weg, die geheimnisvollen Umstände dieser Reise zu ergründen. Als sie vor den Mauern eines gigantischen Schlosses stehen hat Juste ein seltsames Gefühl. Könnte dieses Gemäuer das legendäre Schloss des Grafen Dracula sein? Wurde es doch nicht von Simon Belmont vernichtet? Gemeinsam treten die Freunde durch das Tor und geraten in eine Welt, wie sie nicht einmal in ihren schlimmsten Albträumen vorkam...
Soweit zur Geschichte, die um einiges Ausgefeilter daherkommt als beim letztjährigen Action-Adventure-Kracher Circel of the Moon (CotM). Der Nachfolger des erfolgreichsten Launch-Titels des Game Boy Advance präsentiert sich vom ersten Augenblick an sehr stimmungsvoll und saugt den Spieler sofort in das Geschehen hinein. Überraschende Wendungen und faszinierende Locations sind ein Zeichen dafür, dass man aus den Fehlern des Vorgängers gelernt hat und nun versucht, dem Spieler so ziemlich alles recht zu machen.
Das Spiel beginnt wie vor einem Jahr: Eure Figur ist ein etwas schwächlicher Vampirjäger, der mit seiner magischen Peitsche böse Zombies aus dem Weg räumen muss. Die typischen Lebens- und Magieleisten sind ebenso weiterhin vorhanden wie die Herzen, welche eure Spezialwaffen aktivieren. Das Magiesystem wurde jedoch gründlich überarbeitet. Statt wie beim Vorgänger mit magischen Karten herumzuexperimentieren, bietet euch Harmony of Dissonance die Möglichkeit, eure Spezialwaffen wie Äxte, Wurfdolche oder Weihwasser per Zauberbuch aufzuwerten. In der richtigen Kombination kommen da große, bildschirmfüllende Angriffe zum Vorschein, die eure zahlreichen Gegner bedingungslos rösten, vereisen, davonwehen und vieles andere mehr (meine Lieblingskombi war die Bibel mit dem Eisbuch). Soetwas mit einem niedrigen Charakter bereits zu erleben motiviert für den weiteren Verlauf des Spiels ungemein und man kann es kaum erwarten, die weiteren Special-Attacks herauszufinden.
Eine weitere "Neuerung" sind die sogenannten Relics. Mit Hilfe dieser Gegenstände kann Juste Doppelsprünge ausführen, am Boden sliden oder einfach nur sehen, wieviel Schaden er beim Gegner anrichtet. Hier gibt es zum Vorgänger leider nicht so viele Unterschiede. Vor allem, dass euch manche Standart-Eigenschaften wie das Sliden am Anfang fehlen, wird vor allem eingefleischte CotM-Fans zumindest zu Beginn etwas abschrecken. Mit der Zeit findet sich das aber und der Spaß steigt.

Spaß macht auch der Umfang des Spiels. Recht schnell hat man die 80% des Schlosses erkundet und denkt sich: "Wie, wars das schon?" Pustekuchen! Der Tod persönlich weiht euch ein, dass es nicht ein, sondern zwei Schlösser gibt, die sich zwar ähneln, jedoch total gegensätzliche "Wesen" haben. Ergo: Nicht 100, sondern 200% müssen geschafft werden! Der Kritiker merkt jetzt an, dass man so natürlich auch Programmierarbeit sparen kann. Dennoch ist es eine geniale Idee. Man ist immer neugierig, wie denn auf der anderen Seite das Schloss aussieht und was dort für Gegner hausen. Trotzdem wird vor allem Schloss Teil 2 zu einer ziemlichen Rumrennerei. Die großen Strecken sind durch Teleporter zwar zu überbrücken, nerven aber nach einer Weile doch ziemlich. Wohl dem, der des Kartenlesens mächtig ist! Der praktische Automap des Vorgängers feiert hier seine Wiedergeburt und ist auch zwingend notwendig.
Auch in Harmony of Dissonance ist das inzwischen standartisierte Aufleveln des Charakters zu finden. Das RPG-Element wurde nicht geändert: Für jeden erschlagenen Gegner gibt es Erfahrungspunkte, die irgendwann zu einem Levelanstieg führen. Wünschenswert währe höchstens gewesen, dass man endlich die Punkte so verteilen kann, wie man sie haben möchte (also z.B., ob man einen Krieger oder einen Magier ausbilden will).

Steuerung:
Viel hat sich nicht geändert. Weiterhin wird mit A und B geschlagen und gesprungen. Ein Druck nach Oben und Schlag löst die Spezial-Waffe bzw. den Zauberspruch aus. Select ist wieder für die Karte zuständig, während euch Start in das übersichtliche Menü bringt. Neu dagegen sind die Funktionen von L und R. Mit diesen beiden Tasten könnt ihr Dashen. Soll heißen: Euch schnell Vorwärts oder Rückwärts bewegen (man sollte meinen, Juste ist eher mit Michael Jackson verwandt, als mit Simon: Rückwärts gibt das den perfekten Moonwalk!). Diese Fähigkeit, die sich im Kampf sehr schnell bewährt, steht euch von Anfang an zur Verfügung (warum auch immer) und ist nach kurzer Zeit perfekt zu beherrschen. Da viele Gegner überraschend zuschlagen habt ihr so gegen sie eine Chance. Auch das Überbrücken von Entfernungen ist damit besser zu erreichen.
Juste reagiert exakt und zeigt keine Schwächen. In den Menüs fehlt jedoch die deutsche Übersetzung. Vor allem die Relics und die Ausrüstungsgegenstände mit ihren Spezialfunktionen sind für Englisch-Unkundige Spieler böhmische Dörfer. Hier wäre eine Lokalisierung sehr wünschenswert gewesen.
Vom Schwierigkeitsgrad her liegt HoD hinter CotM. Anfänger werden schnell Erfolge feiern können, während erst spätere Abschnitte auch die Profis ein wenig fordern. Dadurch wird das Game aber auch flüssiger zu spielen und macht einer größeren Zielgruppe Spaß.

Grafik:
Letztes Jahr beschwerten sich viele Spieler, dass CotM zu düster sei. Das Display des GBA stellte die Grafik zu dunkel dar. Vor allem das Anfangsmenü war ein Greul. Konami gelobte Besserung und demonstriert bei Harmony of Dissonance, dass es auch anders geht. Klar, die Stimmung bleibt weiterhin düster. Trotzdem kann man bei einigermaßen guten Lichtverhältnissen alles erkennen und muss sich nicht mehr direkt unter die Schreibtischlampe setzen. Sehr zu Gute kommt der Sache, dass Juste Belmont bei jedem Sprung oder Dash eine blaue Spur hinter sich zurückzieht. Es sieht zwar etwas komisch aus, dient aber im Grunde nur der Übersichtlichkeit und hat dadurch eindeutig eine Daseinsberechtigung.
Die Grafiker von Konami zeigen uns dieses Jahr, was sie alles über den GBA gelernt haben. Nach den Unkenrufen über zu schwache Details ist HoD ein Feuerwerk der Grafikeffekte. Da wird gedreht, gemorpht und gewerkelt, was das Zeug hält. Vor allem der Uhrenturm sei hier als Beispiel genannt. Riesige Zahnräder drehen sich hier dank Mode 7 absolut flüssig, während sich irgendwelche Gerippe, die in den Dingern drin hängen, der Schwerkraft beugen und mal herunterklappen, mal wieder hochklappen. Ähnlichkeiten zu Yoshis Island (demnächst bei uns im Test), wo in den Burgen der Endgegner ähnliche Sperenzchen durchgeführt werden, sind bestimmt nur rein zufällig *g* Zarte Gemüter sollten übrigens die Finger von dem Spiel lassen: Der Gewaltanteil in den Hintergründen ist deutlich nach oben geschraubt worden. Zermatschte Monster findet man ebenso wie aufgespieste Menschen.
Auch die Gegner, vor allem die Zwischen- und Endversionen derselben, strotzen nur so vor Details. Ein gigantischer Blob etwa wird durch eure Angriffe immer kleiner, wabert aber dennoch munter durch die Gegend.
Schön sind auch die Animationen von Juste und der Gegnerschar. Besonders die magische Peitsche mit ihren vielen Gliedern sieht nach kurzer Gewöhnungsphase sehr eindrucksvoll aus und lässt sich perfekt in der Gegend herumschwirren.
Zu Slowdowns kommt es selten. Trotzdem muss der Prozessor des GBA manchmal eine Spur runterschalten, was jedoch nicht besonders stark ins Gewicht fällt.

Sound:
Was hab ich mich auf die Musik im neuen Castlevania gefreut. Der erste Teil auf dem GBA strotze ja nur so vor genialen Kompositionen. Man denke nur an den Titelchor!
Harmony of Dissonance macht jedoch seinem Namen alle Ehre... Uninspirierte Game Boy Color-Melodien jagen einem aus anderen Gründen als den beabsichtigten einen Schauer über den Rücken. Keine Melodie weiß zu begeistern. Solch blutleere Stücke hat Castlevania sicher nicht verdient. Hier ist sehr viel verschenkt worden.
Zumindest die Soundeffekte reißen aber wieder ein wenig heraus. Juste ächzt und stöhnt bei seiner Arbeit, dass es eine wahre Freude ist. Die Gegner antworten auf jeden Schlag und geben der ganzen Sache einen realistischen Touch. Gute Arbeit.

Features:
Konami hat sich auch in diesem Punkt mächtig ins Zeug gelegt und einen großen Kritikpunkt des Vorgängers ausgemerzt: Ihr könnt durch eine Quicksave-Funktion an jeder Stelle im Spiel speichern. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: Die Funktion wurde nicht konsequent genug durchgezogen. Denn trotz Quicksave startet ihr im letzten Speicherraum wieder euer Spiel. Cheatern gibt das unheimlich gute Möglichkeiten: Vor einer schweren Stelle wird gespeichert. Items werden gesammelt, Monster vernichtet und wenn die Energie zur Neige geht einfach Speichern, reseten und weiter gehts. Das macht das ganze Spiel noch einfacher, als es schon ist.
Ärgerlich ist die fehlende Lokalisierung. Der fehlende Multiplayer ist verständlich (obwohl: So ein Peitschen-Inferno wäre doch mal witzig).
Ansonsten gibt es viel zu sammeln und zu entdecken. Kleine Gegenstände wie Geschirr (oder auch Betten, was zum Schmunzeln anregt) sowie eine Enzyklopädie der Gegner (vergleichbar mit dem Pokédex) lassen einen so schnell nicht los, bis man wirklich alles gesehen hat.

Fazit:
Harmony of Dissonance ist ein würdiger Nachfolger und eine gelungene Erweiterung des inzwischen ja schon legendären Spielsystems. Fans der Serie können Bedingungslos zuschlagen und auch Horror-Neulinge werden ihren Spaß im Schloss des Schreckens haben. Also: Zugriff!


Christian Nork für PlanetGameboy.de

WERTUNG:
87%
Spaß pur im Schloss des Schreckens Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (5)
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Konsequente Weiterentwicklung
  Features Es gibt viel zu Entdecken, aber nur auf Englisch
  Grafik Tolle Hintergründe und Animationen
  Sound Schaurig, schaurig, was da aus dem GBA tönt...
  Spielspaß Noch mehr Spaß als beim Vorgänger!







Details
Spielname:
Castlevania 2: Harmony of Dissonance

Publisher:
Konami

Genre:
Adventure

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
nein

Screenshots:

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