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Fire Emblem


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Fire EmblemReview vom 03.08.2004

Eben noch in Japan, jetzt auch auf internationaler Bühne! Mit Fire Emblem kommt endlich wieder ein potentieller Toptitel zu uns nach Europa. Vollständig übersetzt muss das Game beweisen, ob die Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sind. Hat sich da ein echter Hitkandidat zu uns geschmuggelt, oder ist doch nur ein müder Advance Wars Abklatsch daraus geworden? Dies und mehr, jetzt im Test:Kein guter Tag für den Banditen: Zwar konnte er sich elegant an der schwerbewaffneten Panzerfigur vorbei stehlen, um in den hinteren Reihen nach unserer Heldin zu hacken, doch deren Gegenangriff und der folgende Denkzettel von Rittmeister Marcus machten ihm schnell den Garaus. Wenige Stunden später steht von seinen Kameraden keiner mehr. Der Sieg ist unser, die richtige Taktik hat den Kampf entschieden.
Auf den ersten Blick ist Fire Emblem für Taktik-Fans stark vertraut. Kurze Erläuterung: Man bewegt rundenweise seine Figuren auf dem Schlachtfeld, bekämpft Gegner für Gegner und versucht, möglichst zu Überleben. Wer bereits einen der Advance Wars Teile in seinem Game Boy Advance hatte, der fühlt sich auf der Stelle heimisch. Die gleiche Art der Deckung durch Bäume, das ähnliche System der Waffen, nur auf Mittelalter getrimmt - Hier wird einem alles geboten, was die beiden anderen Kriegsspiele so einmalig gemacht hat. Doch Fire Emblem ist so viel mehr, als nur ein plumper Abklatsch der anderen Games von Intelligent Systems. Das merkt man bereits an der Story:

Die Story
Vor langer Zeit teilten sich Drachen und Menschen einen Frieden, geboren aus Weisheit, der viele Generationen anhielt. Als die Menschheit sich jedoch entschließt, den Drachen ihre Rechte abzusprechen kommt es zu einem fürchterlichen Krieg, den unsere Rasse für sich entscheiden kann. Mit Hilfe von 8 legendären Kriegern wurden die Drachen in eine andere Ebene verbannt. Nie sollten sie zurückkehren. Doch eine dunkle Gefahr am Horizont scheint den lang anhaltenden Frieden stören zu wollen. Was führen die Kapuzenmänner im Schilde? Welche Magie betreiben sie? Was ist ihr Plan?

Das riecht stark nach Rollenspiel, trotzdem ist Fire Emblem ein Strategiegame allererster Güte. Die kräftige Portion Story lässt Erinnerungen an die Game Boy Advance Version von Konamis Zone of the Enders aufkommen - Auch dort war eine groß ausgelegte Story vorhanden, dafür kam damals jedoch der Spielspaß etwas zu kurz. Das ist, zum Glück, bei FE nicht der Fall: Zwar ist man wohl ein Drittel der Spielzeit nur am Lesen (manche Redakteure vergleichen das Game daher mit einem Buch), dafür ist der Rest schön kräftig-saftiges Rumstrategieren. Und das auf hohem Niveau.

Zu Beginn wird euch in einem Tutorial neben einer der Hauptpersonen auch die Steuerung vorgestellt. Besonders schön ist dabei, dass ihr selber als Charakter im Spiel eine wichtige Rolle spielt: Ihr seid der Stratege, ein junger Student der Kampfkunst, der im Hintergrund das Geschehen lenkt. Es ist eine wunderbare Verdichtung der Atmosphäre, wenn man plötzlich mit seinem zu Beginn gewählten Namen angesprochen und in die Unterhaltungen mit eingeflochten wird. So etwas zieht einen direkt ins Game und ist hier konsequenter durchgezogen als z.B. in Advance Wars.
Überhaupt ist Atmosphäre das A und O in Fire Emblem. Jede der Figuren wächst euch nämlich Zug um Zug ans Herz. Jeder hat seine eigenen Charaktereigenschaften. Sain ist der Herzensbrecher mit einem Selbstbewusstsein aus Stahl, Hector der bärbeißige Axtkämpfer mit weichem Kern. Im Laufe des Spiels kommt es sogar zu romantischen Verwicklungen, wodurch später die Helden vom ersten Fire Emblem für den GBA entstehen (ihr wisst ja, Bienchen und Blümchen und so...). Denn die hierzulande erschienene Version ist das Prequel zum nur in Japan erhältlichen Vorgänger. Überhaupt hat FE eine lange Geschichte: Bereits auf dem Nintendo Entertainment System (NES) begann der Kampf Gut gegen Böse, erlangte auf dem Super Nintendo seinen Höhepunkt und kommt endlich, endlich auch zu uns.

Atmosphäre pur
So schön die Sache mit den tollen Charakteren auch ist, so schwer wird durch sie das ganze Spiel: Stirbt nämlich eine Person, dann ist sie für immer aus dem Spiel verschwunden (es sei denn, es passiert im Tutorial, hier ist das Game noch gnädig!). Wer jetzt glaubt, einfach den letzten Spielstand laden zu können, der irrt: Fire Emblem sichert nach jedem gemachten Zug den Verlauf im modulinternen Speicher. Das ist zwar für ein mobiles Spiel der Himmel auf Erden... dafür muss man beim Verlust einer Spielfigur diesen entweder hinnehmen oder den Level wieder von vorne starten. Das kann, nach einem längeren Training in den ab und an erscheinenden Arenen z.B., ziemlich frustrierend sein. Lässt man die Personen dagegen draufgehen kann es sein, dass sie im späteren Verlauf des Spieles benötigt werden, um neue Kämpfer zu rekrutieren (wieder eine Eigenheit von FE: Ihr stellt keine Figuren her, sondern überredet sie, sich euch anzuschließen!). Damit habt ihr nicht nur eine Figur weniger, sondern gleich zwei. Alles klar soweit?

Um im Laufe des Spiels mithalten zu können, sammeln eure Helden wie in einem Rollenspiel Erfahrungspunkte. Dadurch steigen sie Level auf, werden stärker, schneller, besser und können im späteren Verlauf des Spiels um eine Charakterklasse aufgewertet werden - Vorausgesetzt, ihr habt die dafür nötigen "Zutaten", sprich Insignien. Diese kann man nicht kaufen, sondern bekommt sie beim Kampf oder in Dörfern ausgehändigt. Um die ganze Sache noch komplizierter zu machen, gibt es noch versteckte Shops, in denen spezielle Items verkauft werden sowie Vieles, Vieles mehr. Klingt kompliziert, ist es auch - Macht aber unheimlich viel Laune! Die Komplexität des Spiels ist kaum in Worte zu fassen. Wer so etwas mag ist bei Fire Emblem gut aufgehoben.

Grafik:
War Advance Wars 2 noch ein müder Aufguss einer bereits vorhandenen Engine präsentiert sich Fire Emblem etwas anders. Zwar sind die Level wieder minimalistisch dargestellt, Details findet man keine, dafür hat man sich bei den Animationen der Figuren um so mehr Mühe gegeben. Fahrt ihr mit dem Cursor auf einen eurer Recken symbolisiert er euch, dass er bitteschön mal bewegt werden will. Dazu hebt sich eine winzige Pixelhand in die Luft, was nicht nur putzig aussieht, sondern wieder einmal zeigt, dass die Charaktere eben nicht nur stumpfes Klingenfutter sind. Sie reagieren auf den großen Strategen in euch.
Kommt es dann zum Kampf fährt der GBA größere Geschütze auf. Wunderschöne, große Figuren kämpfen dort mit butterweichen Animationen um die Vorherrschaft auf dem Schlachtfeld. Ist euer Krieger mal etwas größer und schwerer, vibriert der "ganze Bildschirm" unter seinem Gewicht. Magische Attacken werden mit schönen Lichteffekten ausstaffiert, während ein kritischer Schlag selbstverständlich mit einem Blitz dargestellt ist.
Im Laufe des Spiels können diese Kampfanimationen jedoch etwas auf die Nerven gehen. Vor allem, wenn man den Level bereits drei oder vier mal gespielt hat und eine der Personen gestorben ist. Darum kann man sie aber auch abschalten. Programmierung mit Köpfchen.
Etwas steriler, dafür aber schön gezeichnet, kommen die Zwischensequenzen daher. Zwar können die Figuren die Augen bewegen und verändern ab und an ihre Mimik, ansonsten bleiben sie aber die meiste Zeit starr. Gemalte Bilder sorgen zwischendurch für Abwechslung, besonders anspruchsvoll ist man in diesem Bereich jedoch nicht.

Sound
Nicht nur das Gameplay ist von Rollenspielen inspiriert, auch der Soundtrack lässt klassische RPG-Töne an das Zockerohr leiten. Mal dramatisch, dann wieder verspielt werden sämtliche Spielabschnitte gut bis sogar sehr gut untermalt. Das Lied bei den Weissagungen, die euch Tipps für den Kampf geben, ist sogar ein richtiger Ohrwurm.
Die gleiche Qualität findet man bei den Soundeffekten: Ob knackiges Klirren oder scharfes Schneiden: Sofort weiß man, welche Waffe gerade benutzt wurde. Zwar gibt es keine Sprachsamples, aber auf diese kann man auch zu Gunsten erstklassiger Effekte verzichten.

Steuerung
Wie Eingangs erwähnt werden sich Advance Wars Fans gleich heimisch fühlen. Alle anderen erklärt das Tutorial idiotensicher die wichtigsten Eigenschaften, zum Nachlesen hilft die dicke Anleitung weiter (welche aber kaum bis garnicht notwendig ist). Wer sich das Spiel ein wenig schneller stellen will kann im Optionenmenü sogar die Geschwindigkeit der Truppen erhöhen.
Einziger Wermutstropfen ist jedoch, dass man den Cursor um Dinge herum lenken muss, über die euer angewählter Charakter nicht gehen kann. Das kann ganz schön nerven.

Features/Spielspaß
An den Features wurde (kaum) gespart. Die deutsche Übersetzung gehört zu den besten, die es bis dato auf den Game Boy Advance geschafft haben. Dank ihr kommen der Wortwitz in z.B den kleinen Rangeleien von Lyn und Hector so richtig zum Tragen. (Insider: Claude wäre stolz) Um euren Fortschritt zu speichern stehen euch drei Spielstände zur Verfügung, man kann das Game also auch mal an den kleinen Bruder/die kleine Schwester verfüttern. Zusätzlich gibt es die bereits erwähnte Dauerspeicher-Funktion. Hier waren wir uns nicht klar, ob dies jetzt ein Vor- oder ein Nachteil des Spiels ist. Denn immerhin ist es eine ganzschöne Bremse, wenn kurz vor Ende des Levels doch noch ein Charakter über den Jordan wandert. Am Ende entschieden wir uns dann aber doch dazu, es recht positiv zu werten: Dadurch wird Fire Emblem nämlich eine ganze Spur schwerer und vor allem realistischer.

Lang bei der Stange wird man auf jeden Fall gehalten: Hat man die Hauptkampagne durchgespielt gibt es noch eine weitere, mit einem anderen Helden. Außerdem besteht die Möglichkeit, diverse Hard-Modi freizuschalten. Um alle Figuren zu bekommen dauert es eine ganze Weile! Man bekommt demnach genügend Umfang fürs Geld.
Einzig und allein der Multiplayer enttäuscht ein wenig: Man kann einzig und allein mit seiner bereits erspielten Truppe in die Schlacht ziehen. Hier trumpft Advance Wars mit seinen namenlosen Soldaten auf. Auch von den Spielmodi war das Spiel rund um Orange Star und co. eine Spur reichhaltiger. Schade eigentlich.

Fazit:
Durchdacht, anspruchsvoll, atmosphärisch und mit einer ganzen Menge Tiefgang. Fire Emblem überzeugt als ausgezeichnetes Strategiespiel, welches wie für den Game Boy Advance gemacht erscheint. Man fragt sich, warum Nintendo erst jetzt den Schritt wagt, einen FE Teil außerhalb von Japan zu veröffentlichen. Wo uns dadurch so viele Stunden Spielspaß abhanden gekommen sind! Einzig und allein der Multiplayermodus sowie eine eigenwillige, wenn auch realistische Speicherfunktion sind ein kleiner Pferdefuß, den man hinnehmen muss, um das beste Strategiespiel des Jahres zu bekommen.



Christian Nork für PlanetGameboy.de - Advance your mind



Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Testmusters

WERTUNG:
90%
Das beste Strategiespiel 2004 Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (4)
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Optimal für ein Strategiegame
  Features Tolle Features, aber mauer Multiplayer
  Grafik Zweckmäßig und dafür erstaunlich detailreich
  Sound Tolle Effekte, perfekte Musik
  Spielspaß Lange Motivation bei unglaublicher Atmosphäre







Details
Spielname:
Fire Emblem

Publisher:
Nintendo

Genre:
Strategiespiel

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
Ja

Screenshots:

ScreenViewer öffnen (11)

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