Thunderbirds
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ThunderbirdsReview vom 24.10.2004
Was für uns die Augsburger Puppenkiste ist, das sind für die Engländer die "Thunderbirds". Diese Puppenserie aus den wilden 60ern erfreute sich, zumindest beim britischen TV-Publikum, recht großer Beliebtheit. Hierzulande blieb der Erfolg hingegen aus, weshalb auch die meisten Kinobesucher gar nicht mitbekommen haben dürften, dass Jonathan Frakes alias Commander William T. Riker eine Realverfilmung dieser Marionetten-Serie in die Kinos gebracht hat. Selbstverständlich gibt es wieder einmal ein passendes Lizenzspiel zum Streifen, das nun ein wenig genauer unter die Lupe genommen werden soll. Wir schreiben das Jahr 2065 und die gesamte Menschheit wird von der Rettungsorganisation "International Rescue" geschützt, welche von der Familie Tracy geleitet wird. Durch einen Hinterhalt des Erzbösewichts "The Hood" geraten jedoch annähernd alle Familienmitglieder in Gefangenschaft. Lediglich Alan, der jüngste Spross des Tracy-Clans, kann jetzt noch mit Hilfe seiner Freunde die Erde vor dem größenwahnsinnigen Oberschurken retten.
So viel zur einfach gestrickten Story ... Widmen wir uns nun dem Spiel selbst. Im Grunde lässt sich Thunderbirds in zwei Gameplay-Typen unterteilen. Während des Adventure-Modus steuert man die drei Protagonisten des Films - Alan, Fermat und Tin-Tin - aus einer isometrischen Perspektive durch verschiedene Areale. Jeder dieser drei Charaktere besitzt hierbei besondere Spezialfähigkeiten: So kann Alan Tracy Kisten verschieben und über Abgründe springen, während Tin-Tin wiederrum telekinetisch begabt ist und somit Objekte zu bewegen vermag, die außerhalb ihrer Reichweite liegen. Dadurch hat sie beispielsweise die Möglichkeit Schalter umzulegen, die sich hinter Wänden befinden. Außerdem ist auch sie athletisch genug um über Löcher zu springen - ganz im Gegensatz zu Fermat, der dem Klischee eines PC-Freaks absolut entspricht ... Er ist unsportlich und schafft es deshalb nicht über Abgründe, seien sie noch so klein. Als "Geek" kann er sich dafür problemlos in Computersysteme einhacken. Mit diesem IT-Fachwissen lassen sich beispielsweise Laserstrahlen ausschalten. Zudem kann die intellektuelle Brillenschlange durch winzige Schächte rollen.
Der Spieler hat nun die Aufgabe kleine Rätsel zu lösen um das Level zu beenden, wobei der Schlüssel zum Erfolg immer im Teamwork zwischen den drei Charakteren liegt. Kopfschmerzen bereitet einem Thunderbirds jedoch nie, da die Puzzles viel zu simpel gestaltet sind. Allzu oft beruhen die Rätsel auf dem "Person A steht auf dem Schalter damit Person B durch die Tür laufen kann"-Prinzip. Natürlich ist das Niveau der Puzzles nicht immer derart gering aber wirklich knifflige Passagen sind eindeutig Mangelware. Neben den einfachen Rätseln gilt es zudem zahlreiche Gefahrenquellen zu beachten: Laserstrahlen, Stichflammen, Abgründe sowie Gegner machen das Leben von Alan, Tin-Tin und Fermat schwer. Die bösen Schurken können hierbei nicht wirklich besiegt werden, da ein Kampfsystem im Spiel nicht vorhanden ist, sie lassen sich jedoch hinter Türen einschließen. Besonders frustrierend am Adventure-Modus ist, dass die Charaktere sich nur äußerst langsam fortbewegen und man sich deshalb nicht des Eindrucks erwehren kann, dass die Spieleentwickler dadurch künstlich die Spielzeit strecken wollten... Zu allem Unglück wurde seitens Saffire auf Rücksetzpunkte verzichtet, weshalb beim Ableben eines Protagonisten die ganze Lauferei von vorne beginnt - dass dies nicht gerade motivationsfördernd auf den Spieler wirkt, dürfte sich von selbst erklären.
Den zweiten Gameplay-Typ bilden die Flugmissionen. Ob nun über den Wolken, unter dem Meer oder gar im Weltraum: Für jede Situation hat die Rettungsorganisation ein passendes Vehikel parat. Wer nun jedoch actiongeladene Shoot 'em Up-Gefechte à la "Iridion II" erwartet, liegt leider vollkommen daneben. So hart es klingt, die Flugeinlagen mit den Thunderbirds sind die geballte Langeweile in Modulform. Hier und da weicht man ein paar Vögeln aus, zerstört Asteroiden oder löscht einen Brand auf einem Tanker, die meiste Zeit fliegt man jedoch sinnlos durch die Gegend und langweilt sich zu Tode. Abwechslungsloser hätte man die Flugmissionen wohl wirklich nicht gestalten können.
Steuerung:
Die Steuerung während des Adventure-Modus ist schnell erlernt: Mit der R-Schultertaste wird die Spezialfähigkeit des jeweiligen Charakters ausgeführt, die A-Taste dient dem Umlegen von Schaltern sowie dem Hacken eines Computers. Ein Druck auf den B-Knopf lässt Alan und Tin-Tin springen, während Fermat in diesem Fall munter durch die Gegend kugelt. Die L-Schultertaste wird genutzt um alle drei Charaktere gleichzeitig zu steuern oder eine Person von der Gruppe zu lösen. Via Select-Button kann der Spieler die Person wechseln, die Start-Taste startet wie so oft den Pausen-Modus. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen mit isometrischer Grafik, gibt es im Fall von Thunderbirds keinerlei Schwierigkeiten in punkto Steuerung. Auch die Steuerung während der Flugmissionen geht leicht von der Hand: Der A-Knopf lässt das Flugvehikel losballern und die B-Taste startet den Turbo-Boost. Mit der R-Schultertaste kann der Spieler die Spezialfunktion des Thunderbirds ausführen, beispielsweise den Abwurf einer Wasserbombe.
Grafik:
Grafisch hinterlässt das Spiel einen gemischten Eindruck. Die Optik während des Adventure-Modus ist durchaus ansehnlich. Sauberes Scrolling sowie die flüssigen Animationen der gerenderten Charaktere wissen zu gefallen. Deutlich weniger hübsch ist hingegen die Grafik während der Flugeinlagen. Sowohl die schlecht animierten Sprites als auch die sehr triste Umgebungsgrafik sind hier zu bemängeln.
Sound:
Die Musikuntermalung von Thunderbirds ist noch nervtötender als Jamba-Klingeltonwerbung. Respekt, das muss man erst einmal hinkriegen. Ständig wiederholt sich die gleiche Melodie und treibt einen schon nach kurzer Spielzeit in den Wahnsinn. Gäbe es den Volume-Regler nicht, müsste die Thunderbirds-Hintergrundmusik doch glatt in die Genfer Konventionen aufgenommen werden. Die Soundeffekte sind nicht der Rede wert und könnten genauso gut aus dem Lautsprecher eines Game Boy Color stammen.
Features:
Putt-putt-putt, ja wo haben sich denn die Features versteckt? Kommt nur her, ihr Features, putt-putt-putt! Tja, offenbar sind die Features sehr scheu, denn zumindest bei Thunderbirds sucht man sie vergeblich. Das Fiasko fängt bereits bei der Sprachauswahl an, denn eine solche gibt es nicht: Saffire hat auf eine Lokalisierung des Spiels verzichtet, deshalb sind sämtliche Dialoge und Screentexte nur in englischer Sprache verfügbar, lediglich die Spielanleitung enthält auch einen deutschsprachigen Teil. Einen Multiplayer-Modus gibt es ebenso wenig, obwohl das Grundkonzept des Adventure-Teils auf der Steuerung von mehreren Charakteren aufbaut ... ein MP-Modus hätte also durchaus seinen Sinn gehabt ... Und tatsächlich, die Vorurteile gegenüber Lizenzspielen bestätigen sich wieder einmal: Auch Thunderbirds besitzt KEINEN Batteriespeicher, traurig aber wahr. Willkommen in der Steinzeit! Dafür gibt es aber einen tollen, dreistelligen Passwortspeicher. Zu schade, dass die Passwörter aber nur alle Lichtjahre vergeben werden ...
Fazit:
Es gibt sie sehr wohl, die Lichtblicke unter den Lizenzspielen. Thunderbirds gehört aber mit Sicherheit nicht zur Zunft der brauchbaren Filmumsetzungen. Viel zu eintönige und simple Rätsel, eine sich ständig wiederholende Hintergrundmusik, öde Flugpassagen, keinerlei Features sowie eine künstlich gestreckte Spielzeit lassen letztlich nur ein Urteil zu: Ungenügend! Nicht einmal die jüngsten Spieler, die natürlich die Hauptzielgruppe von Thunderbirds darstellen, sollten sich mit solch einem Titel zufrieden geben.
Sebastian Hummel für PlanetGameboy.de
Vielen Dank an Vivendi-Universal für die freundliche Bereitstellung der Testmuster
Steuerung
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einfache Steuerung aber viel zu träge Charaktere
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Features
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Passwortspeicher und zwei Gameplay-Modi, ansonsten: Nix, nada, niente
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Grafik
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nett während des Puzzle-Modus, mau während der Flugpassagen
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Sound
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verrückt machendes Gedudel
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Spielspaß
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einfach gestrickte Rätsel, öde Flugpassagen
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Details
Spielname:
Thunderbirds
Publisher:
Vivendi Universal
Genre:
Adventure
Release:
.. (erschienen)
Multiplayer:
nein
Screenshots:
 ScreenViewer öffnen (7)
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