von [ Alanar ]
US-Politiker fordern schärfere Hinweise auf Spiele-Hüllen
Sie sind der Feind eines jeden Freundes schöner Verpackungsdesigns. Jede Größe ist zu groß und nur ein Wendecover sorgt hier für inneren Frieden. Die Rede ist von den Altersfreigabe-Stempeln, wie sie auf der Spieleverpackung prominent präsentiert werden. Doch warum da aufhören? Wie wäre es zusätzlich noch mit einem großen Warnhinweis, ganz im Stile derGenau das haben nämlich zwei hartnäckige Abgeordnete in den Vereinigten Staaten vor. Unter dem Titel „Violence in Video Games Labeling Act“ versuchen Frank Wolf und Joe Baca abermals, einen Gesetzesentwurf durchgewunken zu kriegen, der gut sichtbare Warntexte auf den Spieleverpackungen zufolge hätte. So sollen wohl primär besorgte Eltern darauf aufmerksam gemacht werden, dass gewalthaltige Videospiele ihren Beitrag zu aggressivem Verhalten liefern würden, wie es bereits in der Vergangenheit bewiesen worden sei – das sagt zumindest der vorgeschlagene Text.
Dieses Vorhaben besteht allerdings schon seit einiger Zeit. Laut eines Abgeordneten der Entertainment Software Association (kurz: ESA) versuchen Wolf und Baca bereits seit 2002, den Entwurf gebilligt zu bekommen. Bisher wurde er jedoch jedes Mal aufgrund mangelhafter Nachweise für die getätigte Behauptung abgelehnt.
Dennoch sollte man diese Geschehnisse nicht mit der Phrase „Die Amerikaner schon wieder...“ abtun. Gemessen daran, wie einige der deutsche Politiker mit dem Thema interaktive Unterhaltung umgehen, wäre es nicht unvorstellbar, dass man sich hier nicht bald auch davon inspirieren ließe. Deswegen möchten wir uns auch noch einmal selbst zum Thema zu Wort melden. Doch auch eure Meinung ist uns hier wichtig, schließen möchten wir euch nicht einfach so unsere Gedanken hinklatschen, ohne die euren zu erfahren. Wie steht ihr zu der ganzen Sache? Unfug, der ohnehin bald vergessen ist? Eine Frechheit uns Spielern gegenüber? Teilt es uns in den Kommentaren mit! Als besonderes Schmankerl für euch haben wir darüber hinaus auch noch einige der gröbsten Logo-Verbrechen gegen den guten Geschmack an diversen Spielecovern bereitgestellt. Diese Bilder findet ihr hier wie gewohnt in unserer Bildergalerie rechts.
Aber genug um den heißen Brei herum geredet - kommen wir zur Sache! Denn so stehen wir persönlich zu der Angelegenheit:
Hans Weiler
Kopfschütteln, Kopfschütteln und wenn da noch Zeit bleibt, vielleicht nochmal Kopfschütteln. Lasst uns das Cover doch gleich ganz weg lassen, und nur ein Logo mit dem Titel und einen Warn-Text drauf packen. Ich verstehe durchaus die Gedankengänge, dass eben neben dem Symbol der Altersbeschränkung noch explizit darauf eingegangen werden soll, was genau sich denn nun in dem Spiel an Inhalten verbrigt - aber haben wir da nicht schon auf den Rückseiten der Spiele genug an Text und verschlüsselten Symbolen? Ernsthaft... *geht nachsehen* - Tatsächlich! Ein Spiel, das ab 18 ist, sollte seinem (volljährigen) Käufer doch genug Grips vorraussetzen, dass er weiß, was er sich da ins Haus holt, und Spiele mit einer niedrigeren Einstufung beinhalten nunmal selten Content, der einen Warnhinweis erfordern würde.
Und wer jetzt hier ankommt vonwegen „Aber die Jugend! Die kommen auch an die Spiele für ältere!“ - Stimmt. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg, und wenn jemand ein Spiel wirklich haben will, dann kriegt er es auch. Aber das ist auch kein Problem, welches durch einen Text auf dem Cover behoben wird. Ich persönlich bin ein Sammler aus Leidenschaft und auch wenn die Spielehüllen letztendlich nur im Regal mit dem Rücken nach außen stehen, stört mich auch schon das übergroße USK-Logo immer wieder aufs neue. Gerade bei manchen Spiele-Packungen die ohnehin mit Logos, Texten und co. vollgepackt sind, vergeht mir da wirklich die Lust am Sammeln. Lange Rede kurz - ich bin dagegen! Die Hinweise bringen nichts außer Publicity für die Politiker und erneutes Feuer in den Gewalt-Spiel-Debatten. Ferflixt nochmal.
Tjark Michael Wewetzer
Man sagt ja, der Mensch gewöhne sich mit der Zeit an alles. Deswegen sehe ich das mit dem neuen, größeren USK-Logo, anders als mein werter Kollege hier, nicht ganz so eng – vor allem wenn man bedenkt, mit was für einem Flatschen wir in der Übergangszeit zwischen dem aktuellen Stempel und dem ursprünglichen kleineren zu kämpfen hatten. Aber nun gut, selbst das Problem lässt sich beheben, wenn man – wie es freundlicherweise bei vielen Titeln aus dem Hause Sony bereits üblich ist – einfach ein Wendecover ohne Logo-Wut anfertigt.
Doch das Problem mit einem Warnhinweis, wie er hier geplant wird, liegt nicht allein im Sammler-Appeal. Vielmehr stört mich daran, dass unter dem Deckmantel des Jugendschutzes versucht wird, das Medium Videospiele als Sündenbock für gewalttätige Handlungen der jungen Generation hinzustellen. Und natürlich beruft man sich auf irgendwelche Studien, die genau das belegen sollen – ganz ohne direkte Angabe, um welche es sich handelt (es gäbe ja genug davon!) oder unter Missachtung der Tatsache, dass es ebenso viele Gegenstudien gibt.
Reichen nicht die bereits vorhandenen Inhaltsbeschreibungen auf der Rückseite? Die gibt es nicht nur, wie Kollege Weiler bemerkt hat, in Europa in Form eines Symbol-Codes. Auf UK- und US-Verpackungen stehen diese sogar ausgeschrieben, häufig mitsamt einer Angabe über den Härtegrad (z.B. „Strong Violence“, „Explicit Language“, „Blood“, „Partial Nudity“). Braucht es da wirklich noch den „Unsere 10 bestochenen Experten sind der Meinung, dass Videospiele die Büchse der Pandora der Neuzeit sind“-Hinweis? Ich denke nicht. Schließlich sind besorgte Eltern ja nicht blind, oder? Oh...
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23 Kommentare
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[27.03.2012 - 14:56 Uhr] Meta-Knight2000:
____________
Warnhinweis:
Wenn sie auf
Toilette ge-
hen vergess-
en sie das
spülen nich.
Das ist Ges-
undheitsschä
dlich!
____________
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[27.03.2012 - 15:06 Uhr] zapp26:
"Spiele können agressiv machen" - Politik auch.
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[27.03.2012 - 15:46 Uhr]
Ich finde wir sollten überall solche Aufkleber draufkleben: im Wald ein "Vorsicht, Baum!" oder auf die Äpfel "Achtung, Kern!"
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[27.03.2012 - 16:21 Uhr] zocka:
einige leute haben echt kein leben -.-
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[27.03.2012 - 17:12 Uhr]
Ich bin immernoch für eine neue Alterseinstufung. Alkohol, Zigaretten, Führerschein, Ungeschnittene Videospiele (In Deutschland natürlich) Ab 21.
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[27.03.2012 - 17:22 Uhr] Yakha:
Wenn ich das schon lese... werde ich gleich AGGRESSIVE! ....... :D
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[27.03.2012 - 18:02 Uhr] Swordi:
Lächerlich, mehr kann man dazu nicht sagen :)
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[27.03.2012 - 18:17 Uhr] Mitsurugi:
@Chris77 Warum für So was gibt`s doch Östereichiche Internetseiten wo man sich die Spiele Unzensiert Kaufen kann.
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[28.03.2012 - 18:54 Uhr] Redline:
Ja, wie wärs dann mit dem Schildhinweis, Spiele können behindert machen? :D Total unnötigt...
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[30.03.2012 - 19:52 Uhr] SpiritxZelda:
Ihr solltet euch mal auf Youtube Die wilde Helle ansehen es ist echt interessant zu sehen wie Politiker über Killerspiele reden und denken.
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[30.03.2012 - 20:47 Uhr]
Ach diese Politiker,die sollen mal was richtig machen!
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