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Tapwave Zodiac: Angriff auf Nintendo

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Autor: Nasreddin

Kategorie: hardware
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 07.09.2003






Tapwave Zodiac: Angriff auf Nintendo


Der Plan

Tapwave. Den Namen werden die meisten wohl zum ersten Mal gehört bzw. gelesen haben. Kein Wunder, schließlich gehört Tapwave zu den absoluten Newcomern in der Branche. Das junge Startup-Unternehmen arbeitet unter Hochdruck an schwerer Konkurrenz für den Gameboy. Das Konzept: Man nehme die Technologie der Palm-PDAs und entwickle auf deren Basis eine mächtige portable Spielekonsole. In diesem Artikel wollen wir euch die Pläne im Detail vorstellen.

Die Waffe

Auf den ersten Blick fällt das stylische Design des Zodiac auf. Das Gerät basiert auf dem Betriebssystem Palm OS 5.2. Angetrieben wird es von einem i.MX1 Motorola ARM9 Processor und einem 3D-Beschleuniger der Firma ATI, die auch schon dem Gamecube einen Grafikchip spendiert hat. Den Reigen der namhaften Hardware-Hersteller schließt Yamaha, die sich für den Sound des Zodiac verantwortlich zeichnen.

Das Highlight ist sicherlich das Display. Tapwave spendiert dem Zodiac eine sensationelle Auflösung von 480 mal 320 Pixeln. Die Farbtiefe beträgt 16 Bit. Genug Details, um 3D-Welten sauber darzustellen.

Gesteuert wird das Spielgeschehen mit einem Analogstick links vom Display! Ebenfalls eine Premiere im Handheldbereich. Leider gibt es nicht zusätzlich einen Digitalstick, z.B. für Prügelspiele. Simulationen und Rennspiele lassen sich analog aber deutlich besser kontrollieren. Auf der anderen Seite befinden sich vier Buttons, die jedoch etwas größer ausfallen könnten. Hinzu kommen zwei Trigger wie beim GBA. Man muss in der Praxis sehen, ob das gut funktioniert. Auch durch Menüs soll man via Mauszeiger bequem navigieren können. Von Haus aus werden auch Rumble-Effekte dabei sein.
Gleich zwei Slots für SD-Speicherkarten hält der Zodiac bereit. Auf den SD-Karten sind die Spiele oder auch eigene Software. So könnt ihr z.B. jederzeit zwischen euren Lieblingsgames switchen. Der wirkliche Vorteil ist aber ein anderer. In die Slots könnt ihr nämlich auch Zusatzhardware einstecken. Eine Digitalkamera ist geplant, aber auch jede andere Art von Zubehör wäre denkbar (für Palm-Systeme gibt es z.B. Navigationssysteme).

Es ist mir peinlich, so viel zu loben, aber auch in Sachen Vernetzbarkeit ist der Zodiac vorbildlich. Bluetooth ist mittlerweile Standard geworden. Über die Schnittstelle spielst du direkt gegen Freunde im Multiplayer. Alternativ kannst du mit einem Bluetooth-kompatiblen Handy sogar gegen Gegner überall auf der Welt zocken. Außerdem wird es möglich sein, z.B. Nachrichten und Bilder zu versenden. Der Datenaustausch mit einem PC ist selbstverständlich auch möglich. Dafür wird ein USB-Kabel und Software (siehe Bild) mitgeliefert.


Die Munition

Hört sich ja alles schön und gut an, aber was ist mit den Spielen? Tapwave hat für den Start 15 bis 20 Spiele angekündigt und liegt somit in etwa bei dem Niveau des N-Gage. Auch was namhafte Hersteller angeht, hat man überraschend viele Partner an Land ziehen können: Activision, THQ, Midway und Atari haben ihre Unterstützung zugesagt und werden zu Beginn Titel wie "Neverwinter Nights", "Spy Hunter", "Tony Hawk" und "Doom II", speziell auf die Zodiac-Hardware zugeschnitten, veröffentlichen.

Der Clou: Durch das altbewährte Betriebsystem kommt noch ein dicker Batzen an Palm-Software hinzu. Das sind alleine schon 1400 Spiele, von der restlichen Software ganz zu schweigen. Da wären z.B. Oldies wie Midway Arcade Classics, Sonic The Hedgedog oder Tetris. Klar, die kommen nicht an die 3D-beschleunigten Games ran, aber Tapwave hat somit ähnlich wie Nintendo mit den alten Gameboy-Spielen eine große Auswahl.

Hinzu kommen diverse Palmtools. Wie wäre es mit nem Terminkalender? Kein Problem. Bereits mitgeliefert ist der Musikplayer. Aber auch Filme können natürlich betrachtet werden. Wenn man bedenkt, dass durch die zwei Slots bis zu 1 GB Speicherplatz zur Verfügung stehen, macht das durchaus Sinn. Ebooks, Fotos und andere unterstütze Medien unterstreichen die Vielseitigkeit des Zodiac.



Wann, wo und wie viel?

Mitte September will Tapwave die ersten Vorbestellungen entgegen nehmen. Die Mainstream-Version mit 32 MB RAM hat auch ihren Preis: Satte $299 wird sie kosten. verglichen mit anderen Palm-PDAs aber ein ganz normaler Preis. Bloß Spielefans werden kaum zu einem Spontankauf bewegt werden können. Eine aufgemotzte Profiversion mit 128 MB RAM wird zum stolzen Preis von $399 angeboten. Anfang 2004 soll der Zodiac dann auch in den Händlerregalen stehen.

Humaner sind dagegen die Spielepreise. Mit $29 liegen sie in etwa in der Preisklasse der Konkurrenz um Nintendo und Nokia.

Fazit

Natürlich ist es sehr früh, um eine Prognose zu wagen. Endgültig überzeugen kann man sich erst, wenn man das Ding mal in den Händen gehalten hat. Aber eines ist sicher: Eine direkte Konkurrenz zum GBA ist der Zodiac sicher nicht. Mit den vielen Features und Möglichkeiten wendet sich Tapwave mehr an Technik-Freaks und ältere Zielgruppen und wird dort vermutlich auch recht erfolgreich sein. Dementsprechend sind auch der Preis und das Spiele-Lineup. Nintendos Haupt-Zielgruppe, Kinder und Schüler, wird sich somit kaum vom GBA abwenden.


Michael Voigt| Nasreddin
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