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Seite 5: Gewalt in Videospielen - Ein Problem in unserer Gesellschaft?!

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Autor: N-Freak

Kategorie: kolumnen
Umfang: 6 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 22.02.2005
















„Die USK sollte den Jugendschutz verbessern, genau das Gegenteil ist aber der Fall. Mehr brutale Gewaltspiele, statt weniger […]. Rentner erschlagen [Beispiel GTA Vice City] – die Inhalte sind immer brutaler. Mord als Spielspaß.“


- Sehr geehrter Herr Frommer. Hätten Sie sich doch wenigstens an dieser Stelle informiert. GTA Vice City hat keinesfalls das Spielziel, Rentner zu erschlagen. GTA VC ist nur ein Spiel, in äußerst realer Umgebung. Keine Mission, kein Auftrag und schon gar nicht der normale Handlungsverlauf im Spiel rufen den Spieler dazu auf, ein Gemetzel unter Zivilisten anzurichten.





Und nun meint Günther Beckstein (CSU), Innenminister von Bayern: „Wir brauchen Herstellungsverbote. […] Der Preis für verleihen und verkaufen ist nicht mehr sehr unterschiedlich. Wenn etwas auf dem Markt ist, dann wird es auch von Jugendlichen erworben und schwarz kopiert und weiter vertrieben.“


(1) Herstellungsverbote sind rein wirtschaftlich absolut unrealistisch. Bricht die Videospielbranche zusammen, bricht gleichzeitig eine der finanzstärksten und wachstumsstärksten Branchen der vergangenen Jahre zusammen. Immerhin erwirtschaftet die Spieleindustrie unterm Strich schon wesentlich mehr, als die „Kinoindustrie“. Wenn man diesen Giganten ins Straucheln bringt, kann das nur zu einem wirtschaftlichen Chaos führen.
(2) Herstellungsverbote sind zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt weder mit dem Grundgesetz, noch mit dem JuSchG zu vereinbaren, und daran wird sich wohl auch in Zukunft nicht viel ändern.



„Bis jetzt schafft es die Politik aber noch nicht einmal, bestehende Gesetze anzuwenden. Ein Armutszeugnis.“


- Bestehende Gesetze werden von der Politik sicherlich angewandt. Wenn jemand bestehende Gesetze missachtet, dann vielleicht der Handel. Ein Armutszeugnis der Politik ist dies aber kaum, wohl aber ist der Bericht eines von Frontal21, schade, dass die Medienverwahrlosung nun auch Einzug in ehemals renommierte Informationssendungen erhält.



Und zum neusten Artikel aus der Reihe „Frontal21“: „Jeder zweite 10jährige hat das volle Arsenal im Kinderzimmer stehen. Mit Fernseher, Computer, Playstation und DVD Recorder.“ – und da soll mal irgendeine Studie sagen, wie arm die Deutschen doch in Relation zu den Einwohnern anderer Länder sind.

[Btw.]Außerdem: Fernsehen macht dumm? Assoziation: Frontal21 = Fernsehen. Folgerung: Frontal21 macht dumm?[/Btw.]

Witzig auch: Der Kriminologe Prof. Pfeiffer, der den jungen Kindern deutscher Schule klar machen möchte, dass Medienbeschallung auf Dauer dumm macht, zeigt dies an Hand einer PowerPoint gestützten Präsentation.

Und immer wieder die Seitenhiebe in Richtung Computer(spiele). Dümmer würden sie machen, insbesondere Jungs. Durch einen erhöhten Ausstoß von Dopamin, einem Hormon, das ein Glücksgefühl auslöst, werden natürliche Erfolgserlebnisse und Glücksgefühle sekundär. Das mag ja alles schön und gut sein, dennoch scheint es ein wenig töricht zu behaupten, Deutschlands Kinder verdummen durch Medienverwahrlosung. Wie ein Kollege von justgamers.de schon erwähnte: In den bei der PISA Studie so erfolgreichen skandinavischen Ländern, besitzen im Schnitt noch mehr Jugendliche einen Computer und Ähnliches. Irgendwo findet sich eben immer ein Widerspruch.


Alles in allem kann man statuieren, dass es sehr verschiedene Ansichten gibt. Manche Forschungen belegen negative Auswirkungen von Videospielen, andere widerlegen dies. Teilweise werden Videospiele mit solchen Inhalten bewusst oder schlicht durch schlechte Recherche dem breiten öffentlichen Spektrum unter einem falschen Licht dargestellt. Fakt ist aber, dass man zumindest bei diesem Thema beiden Parteien, den „Pro Videospiele“ und den „Contra-Videospiele“ Parteien partiell Recht geben muss. Die Forschung ist noch zu jung, um fundierte und sichere Aussagen über die Auswirkung von Videospielen machen zu können, im Gegenzug stimmen manche Vorkommnisse, die in Verbindung mit Videospielen stehen, auch bedenklich [Bsp.: Erfurt]. In jedem Fall denke ich, dass man die Wirkung von gewaltbeinhaltenden Videospielen nicht eindeutig bewerten kann. Um aber einer mögliche, aggressionsschürende Wirkung vorzubeugen, bedarf es der gesetzeskonformen Zusammenarbeit der verschiedenen Verantwortlichen.

Die USK verrichtet gute und faire Arbeit, hält sich der Handel aber nicht an die damit verbundenen Gesetze und Auflagen, so sind der USK die Hände gebunden. Außerdem liegt auch ein großes Stück Verantwortung bei den Erziehungsberechtigten, die stets kontrollieren sollten, was ihre (minderjährigen) Sprösslinge Tag und Nacht vor den diversen Screens treiben.











Wird die Beachtung der jeweiligen von der USK festgelegten Altersfreigaben durch das Zusammenspiel dieser Komponenten gewährleistet, so können wir ruhigen Blutes sagen, dass die Gefahr einer psychischen Beeinträchtigung Jugendlicher durch Videospiele in ihrer Entwicklungsphase minimiert werden kann. Nicht umsonst sind auch psychologische Gutachter bei der USK11 tätig.

Über Herstellungsverbote nachzudenken, halte ich für unangebracht, unrealistisch und für nicht umsetzbar, weshalb Videospiele gemäß ihrer Altersfreigabe wohl auch in Zukunft so oder so legal beziehbar sein werden.


Christian Thol für PortableGaming Network [PG.de/ PSP.de/ N-DS.de/ N-Page.de u.a.]


Glossar:


1 VUD: Verband der Unterhaltungssoftware Deutschland – Eine der wohl wichtigsten Institutionen, die die Videospielbranche direkt betrifft. Die VUD hat z.B. die USK mitbegründet und war Initiator für den Jugendschutz bei Unterhaltungssoftware. Wer mehr über die Grundsätze, Aufgaben und Werte der VUD erfahren möchte, kann sich gerne und
VUD.de
schlau machen.


2 Ruhruniversität Bochum -


3 Pfadanalye: Für werdende Psychologen und Interessierte:
Pfadanalyse





4 Tomographien: Im Folgenden möchte ich euch die gängigen Tomographien einmal vorstellen. Bei der „Röntgen-Computertomographie“ wird das menschliche Gehirn mit Röntgenstrahlen beschossen. Je nach Dichte des jeweiligen Gewebes werden die Strahlen unterschiedlich stark absorbiert. Die Intensität der nun austretenden Strahlung (aus dem Gehirn) wird nun von einem Detektor registriert und in ein meist dreidimensionales Bild umgewandelt.

Bei der „Kernspin- Magnetresonanztomographie“ nutzt man die physikalischen Eigenschaften von Wasserstoffatomen (Protonen = positiv geladene Teilchen). Die Atomkerne haben hierbei etwa dieselben Eigenschaften, wie die Nadel eines Kompasses. Unter normalen Zuständen sind sie also willkürlich in alle Himmelsrichtungen ausgerichtet. Bringt man nun einen Elektromagneten ins Spiel, so werden die Kerne kurzzeitig parallel in eine bestimmte Richtung ausgerichtet. Beim Rückschwung entstehen schließlich Radiowellen, die von speziellen Antennen aufgefangen werden. Der Computer kreiert nun basierend auf diesen Daten ein Abbild des Gehirns – mit einer Auflösung von bis zu weniger als 1mm!
Die dritte Tomographie-Varianten ist die so genannte „Positronen-Emissions-Tomographie“.


5 Interview mit Dave A. Grossman unter den Quelllinks.


6 Dr. Manuel Ladas: Alles Wissenswerte zu den interessanten Studien von Dr. Manuel Ladas findet ihr unter folgendem Link, außerdem bietet die offizielle Seite auch die Möglichkeit an, seine Werke zu erstehen.


7 Bei der Indizierung handelt es sich grundlegend um eine Einschränkung der Abgabe von jugendgefährdenden Medien. Die eigentliche Indizierung ist hierbei die Aufnahme eines Titels (Bücher, Filme, Videospiele) in eine Liste, den so genannten Index. [im Volksmund auch als „Rote Liste“ oder „Schwarze Liste“ bekannt].
Die durch die BPjM8 vorgenommene Indizierung handelt im Sinne des Jugendschutzgesetzes (JuSchG; Jugendschutzgesetz)9. Bei der Indizierung eines Titels wird vorerst der durch eine Behörde eingereichte Antrag auf Indizierung untersucht. Auf Grund des Jugendschutzgesetzes darf eine Indizierung trotz des Artikels 5 im Grundgesetz10 vorgenommen werden. Eine Indizierung besagt grundlegend lediglich, dass das indizierte Objekt nicht mehr beworben werden darf und Jugendlichen bis 18 Jahren öffentlich nicht zugänglich sein darf.
Eine Indizierung kann nicht vonstatten gehen, sofern das angezeigte Objekt schon eine Alterskennzeichnung der USK11 trägt.







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