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Seite 4: Gewalt in Videospielen - Ein Problem in unserer Gesellschaft?!

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Autor: N-Freak

Kategorie: kolumnen
Umfang: 6 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 22.02.2005














„Also das Spiel ist find ich realistischer, also jetzt von, zum Beispiel von den Lebensverlusten her. Wenn du zum Beispiel mit’nem Schraubenschlüssel geschlagen wirst, dann sieht man halt doch wie’s richtig spritzt, das Blut.“

„Es ist halt auch’n bisschen brutaler, als bei anderen Spielen und so, und man sieht voll wie das Blut richtig spritzt… und… ja.“


- Wieder ein Beispiel für Sensationsgeilheit der Medien, wenn es darum geht, Videospiele in Verdruss zu bringen. Jeder Beitrag von Politikern wird geschnitten und überarbeitet, jeder Versprecher des Moderators wird geschnitten und bearbeitet. Und nun zieht man sich für die Reportage bewusst ein paar jüngere Spieler ins Boot, deren Sprachgebrauch zeigt, dass sie sicherlich nicht die Hellsten sind. Ganz objektiv. Und anstatt den Kindern einen Gefallen zu tun, und die Szene entsprechend nachzubearbeiten, lässt man sie ungeschnitten in den Beitrag einfließen. Welche Wirkung man da wohl erzielen wollte… ?


„Nur 23 Spiele haben keine (Jugend)Freigabe bekommen. Selbstzufriedenheit im Amt.“


„Man kann über einzelne Sachen immer diskutieren. Man kann immer unterschiedlicher Auffassung sein. Aber ich denke mal, dass sich die freiwillige Selbstkontrolle hier in diesem Bereich absolut bewährt hat.“ [Jürgen Hilse, oberste Landesjugendbehörde]


„Bewährt?“, frägt der Redakteur ironisch. „An Hohn bei Spielen wie ‚Hitman’ Contracts’? Sinnloses Morden im Sanatorium ist hier Spielinhalt. Eine Vorgängerversion hat die damals zuständige Bundesprüfstelle noch indiziert, das heißt, es konnte nicht offen gekauft werden, das Spiel gab es nur unter der Ladentheke. Die aktuelle Fassung ist mindestens so brutal und frei erhältlich ab 18. Das heißt: Für Hitman Contracts und ähnliche Gewaltspiele können die Hersteller offen werben. Und was noch bedenklicher ist: Die Metzelspiele sind überall im Handel in den Hitlisten ganz oben.


„Aggressive Werbung in den Kaufhäusern. Die Altersbeschränkungen sind fast wirkungslos, der Jugendschutz wird auf die einzelnen Verkäufer/Innen verlagert. Eine Stichprobe ergibt: Gleich im ersten Geschäft kann der 14jährige Ken das Killerspiel Doom3 kaufen. Freigegeben ab 18.“



- Ein Junge geht mit Kameramann zur Kasse und kauft sich ein Killerspiel. Die Krönung des ganzen ist aber, dass Herr Frommer sich im Prinzip nicht darum schert, dass die Verkäuferin dem Jungen das Spiel ohne Jugendfreigabe gegen das JuSchG aushändigt, sondern er nutzt dieses Handeln vielmehr, um Kritik an der USK zu üben. Wieso das? In diesem Fall ist der Handel eindeutig die meistinvolvierte Institution. Die USK hält sich an die Gesetze…der Handel aber scheinbar nicht immer.




„Dass nunmehr durch die unabhängige Selbstkontrolle [Jörg Schönbohm, Innenminister Brandenburg] solche Spiele nicht indiziert und damit verboten werden, ist nicht akzeptabel. Was umso schwieriger ist, wenn man sich überlegt, dass die Vorgängerspiele von einer ähnlichen Brutalität und Grausamkeit schon von der Bundesprüfstelle verboten wurden und jetzt nicht, also hier muss eingegriffen und etwas geändert werden.“


- Gut, die USK ist dafür verantwortlich, dass manche Spiele nicht mehr indiziert werden. Wenn die USK ein Spiel aber für wirklich bedenklich hielte, dann könnte sie mit dem Verweigern einer Altersfreigabe einen Indizierungsprozess initiieren. Das ist die eine Sache.
Dass die Spiele früher „indiziert und damit verboten“ wurden, ist aber falsch. Eine Indizierung7 besagt schlicht, dass das betreffende Spiel aus den frei zugänglichen Verkaufsregionen genommen werden muss. Es darf von Jugendlichen also nicht einmal mehr gesehen werden, wird also unter der Ladentheke an volljährige Kunden verkauft. Ein Verbot eines Spiels war jedoch mit einer Indizierung nie verbunden.







[Fritz Behrens, Innenminister NRW] „Das sind ja Dinge, die diametral den Wertentscheidungen unseres Grundgesetzes entgegenstehen. Und ich denke, dass man sich anschauen muss, ob die gesetzlichen Grundlagen heute richtig sind, vollständig sind, ob sie funktionieren, vielleicht auch verändern muss und man muss sich anschauen, ob da, wo gesetzliche Grundlagen ausreichend vorhanden sind, der praktische Gesetzesvollzug und die Überprüfung ausreichend ist.“


„Du bist das Größte“ –„Perverse Lob für einen gezielten Mord. Auch die Vorgängerversion war früher indiziert. Dieses Gewaltspiel ist heute erhältlich. Das hat offensichtlich System bei der USK. Killerspiele wie MaxPayne 2 oder Mortal Kombat werden nicht als jugendgefährdend bewertet. Spielinhalt auch hier: Töten.“


- Und MaxPayne sowie Mortal Kombat werden sehr wohl als jugendgefährdend bewertet – mit dem kleinen Unterschied, dass eine Indizierung dazu seit dem 1.4.2003 nicht mehr vonnöten ist, wenn die USK dem Spiel im Voraus den „Ab 18“ Riegel vorschiebt.[Wie bereits erwähnt] Im Übrigen argumentiert darauf Herr Hilse sehr richtig zu Spielen wie Mortal Kombat: „Man kann sicherlich sagen: Da ist viel Gewalt im Spiel, andererseits haben sie einen sehr hohen Distanzierungsgrad. Es sind sehr comicartige Figuren etc.“ – Richtig. Und es kann wohl kaum jemand behaupten, er sehe bei diesem Spiel die Gefahr, dass Erwachsene (an Jugendliche darf es ja nicht verkauft werden…) plötzlich mit rotierenden Kreissägenblättern durch die Stadt laufen, oder Herr Frommer?


Daraufhin meint Frommer wieder leicht ironisch: „Hoher Distanzierungsgrad? Blutfontänen und Todessschreie sind die einzige Handlung des Killerspiels. Unbedenklich ab 18, das ist ist die Ausrede der USK.“


- Mein lieber Herr Frommer. Ein Spiel, das von der USK mit dem Prädikat „keine Jugendfreigabe“ belegt wurde, trägt dieses sicherlich nicht nur zur Zierde. Ich weise aber gerne nochmals darauf hin, dass jene Spiele von der USK als bedenklich für Jugendliche eingeschätzt werden und deshalb diese Altersfreigabe (mit obig aufgeführtem Beitext) erhalten. Und was Sie fordern, ist eine Indizierung. Solange ein Jugendlicher nicht in Besitz dieses Spiels kommt (was gesetzlich ohnehin untersagt ist), kann es bei ihm auch keinen (mentalen) Schaden anrichten. Oder ignorieren Sie bewusst den Unterschied zwischen Indizierung und Beschlagnahmung?


„Für den Jugendschutz macht sie [die USK] alleine den Handel verantwortlich.“


- Und das, lieber Herr Frommer, stimmt nicht, obwohl die USK es durchaus könnte. Für den Jugendschutz verantwortlich sind zum Beispiel auch Erziehungsberechtigte. Und der Handel? Klar, er ist zu Recht auch dafür verantwortlich, immerhin besagt § 12 in aller Ausführlichkeit, dass eine Abgabe dieser Medien an Jugendliche gesetzeswidrig ist. Somit kann sich der Handel seiner Verantwortung nicht drücken.
Schließlich kommt Herr Frommer wieder und wirft der USK vor [nach dem er scheinbar bemerkt hat, dass er nicht auf dem neusten Stand des JuSchG ist], dass diese Spiele [Mortal Kombat] in für Jugendliche zugänglichen Zeitschriften und Geschäften beworben werden.
An dieser Stelle stellt sich mir die Frage: Macht es wirklich einen Unterschied, ob Spiele nun im Handel für Jugendliche zugänglich sind, oder nicht? Solange diese Spiele den Jugendlichen so oder so nicht verkauft werden dürfen, macht es meiner Meinung nach kaum einen Unterschied.






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