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Kolumne: "Ich mach' jetzt grad noch das Spiel zu Ende"

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Autor: Christian Nork

Kategorie: kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 29.03.2006





"Ich mach' jetzt grad noch das Spiel zu Ende"
Eltern, Freundinnen und andere Ignoranten.



"Dann speicher doch." Wenn ich das schon höre. Mitten im wunderbarsten Spielbetrieb werde ich eklatant unterbrochen und muss aufhören. Wurde Mozart unterbrochen, als er die kleine Nachtmusik komponierte? Stört man einen Künstler bei seiner Abbildung eines Wehmut getränkten Sonnenunterganges? Nein, das tut man eben nicht. Ich werde ja schon grantig, wenn ich inmitten eines wunderbaren textlichen in die Ferneschweifens von irgendwelchen Kommentaren gestört werde. Dass ich diese Zeilen in meinen Communicator mitten in der Straßenbahn tippe macht die Sache nicht leichter.


Aber die Ignoranz und Unwissenheit, mit der man hierzulande als Zocker gestraft ist, geht einher mit der Verachtung gegenüber unserem liebsten Hobby. "Wer Videospiele spielt tötet sicher auch Menschen." Das Vermächtnis der Robert mit der Shotgun, vielen Dank auch dafür, nach Beckstein sollte wohl bald jeder Gamer einen Waffenschein tragen, oder am besten gleich hinter Gittern sitzen. So was macht doch sonst nur die Musikindustrie, uns Kunden und Verbraucher als Verbrecher gleich unter einen Hut stecken. Viel Platz ist da eh nicht mehr mit den ganzen Punkern und Rockern und Hip Hoppern. Dort treffe ich dann auch meine Eltern, die in ihrer Jugend auch mal zu den Stones und Beatles gegriffen haben. Mick Jagger war damals auch nichts anderes als ein Marylin Manson heute. Inzwischen sind nun einmal drastischere Maßnahmen notwendig; der Mensch stumpft ab.


Viel schlimmer ist es noch für den Handheldzocker von Welt. Aus welch anderem Grund sieht man wohl so wenig Spieler auf den Straßen, in Bussen und Bahnen, als dem, dass wir Angst haben, vom nächsten Regierungsbeamten in einen Sack und danach in die Nervenheilanstalt gesteckt zu werden? Neben dieser Gefahr ist noch immer die gesellschaftliche Akzeptanz unseres Mediums ein Hinderungsgrund. Wenn das Ansehen eines Zockerexperten bei der holden Weiblichkeit sinkt, weil er eben auch Unterwegs gern mal seinen Micro aus der Tasche kramt, dann ist was faul im Staate Europa. Denn nicht nur die Deutschen sind hier verklemmt, eine Kultur wie in Korea oder Nintendo/Sonyland Japan wird es wohl niemals geben. Da ist man froh, wenn man unauffällig mit dem Handy zocken kann, was wohl auch der Grund für den Siegeszug eines Jamba sein dürfte. Es ist nicht peinlich, das Handy in der Hand zu halten, dafür ist es ja da, man könnte auch eine SMS schreiben.


Ganz toll. Eine PSP ist auch nicht nur einzig und allein zum Spielen da, auch wenn das ihr Name impliziert. Im Gegenteil, Sony wirbt ja vehement mit den zahlreichen Multimediafeatures. Ich habe das mal getestet und mich UMD-Film schauend in den Bus nach Hause gesetzt. Resultat des Experiments: Als sich Jessica Alba und Paul Walker halbnackt in den Armen lagen war's das mit der Gemütlichkeit. Komische Blicke von Links und Rechts, also raus mit der UMD, rein das unverfängliche Pinball. Egal, den Ruf als perverser, nie ans Licht kommender Zocker hab ich weg. Bin ich froh, dass meine Freundin auch spielt. Also mit Konsolen.


Darum der schon oft vernommene Aufruf auch an dieser Stelle: Zocker, wehrt euch! Lasst euch von den Säcken dieser Welt nicht einschüchtern, steht zu eurem Hobby und lasst auch in der Öffentlichkeit die Sau raus! Klar kommt es seltsam, wenn man im Anzug und mit Krawatte am DS rumtatscht und seinen Fifi per Sprachbefehle dirigiert (wobei Nintendogs wirklich ein sehr, sehr dummes Beispiel ist...). Aber glaubt mir, Wartezeiten gehen mit einem Handheld viel schneller vorbei! Und wenn euch das nächste Mal der Bus vor der Nase davonfährt und ihr 20 Minuten überbrücken müsst, dann seid ihr dankbar für das kleine Stück Technik, das bei euch in der Tasche steckt. Garantiert. Wir sehen uns beim Daddeln!


Christian Nork für PortableGaming.de

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