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Staff Roundtable #2

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Autor: PG.de Team und GCX.net Team

Kategorie: schlagabtausch
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 16.04.2004




Staff Roundtable #2: Nintendo DS
Kevin Jensen – PG


Geheimhaltungstufe: Top Secret!

Nach der Ankündigung von Sony’s PSP wurde die Zockergemeinde wach! Sony greift Nintendo auf ihrer quasi Monopolstellung an. Nintendo sagte, sie werden reagieren. Nach einigen Wochen kursierten im Netz Gerüchte von einem einzigartigen Gerät, welches sich als drittes Spielesystem neben den aktuellen Heim- und Handheldkonsolen von Nintendo etablieren soll. Iwata Zitate wie: „Das geheime Projekt soll eine breite Altersschicht ansprechen und eine völlig neue Spielerfahrung ermöglichen“ oder „Das neue Gerät soll "Spaß und Bewegung wie nie zuvor" ermöglichen“ haben Viele zum Spekulieren gebracht!


Nun hat Nintendo das Geheimnis gelüftet! Ein Name steht und ein sehr wirres Projekt kommt wohl auf uns zu. Nintendo DS- Damit will Nintendo zwar nicht in direkter Konkurrenz mit Sonys PSP leben, dennoch eine breite Masse an Käufern für sich gewinnen. Doch was soll Nintendos „Double Screen“ – System darstellen? Ein verzweifelter Versuch, durch ein neues Konzept Aufmerksamkeit zu erregen, oder doch ein geniales, neuartiges Spielsystem, das revolutionär ist?


Das neue tragbare System „DS“ soll seltsamerweise über zwei 3 inch TFT Bildschirme verfügen und soll damit neue Spielideen und Konzepte realisieren. So war Nintendos Beispiel in der Pressemitteilung, dass man verschiedene Blickwinkel oder Kameraeinstellungen auf den dualen Screens platzieren könnte. Doch reicht dazu die Prozessorleistung? Zwar verfügt das DS-System über 2 Prozessoren, dennoch sind diese nicht so überragend leistungsfähig, wie vielleicht angenommen.


Doch Fakt ist: Noch ist kein klares Bild des Systems in den Köpfen der Zocker angekommen. Genaue Vorstellungen, wie das System aussieht, wie es genau funktionieren wird, gibt es nicht. Nintendo hat noch kein konkretes Spielekonzept präsentiert.


Nintendos Marketingstrategie scheint aufzugehen: Aufmerksamkeit erregen, Interessenten immer noch im Dunkeln tappen lassen und dabei Spannung erzeugen.


Mein Fazit:

Entweder Nintendos DS wird durch geniale neue Spielekonzepte und Möglichkeiten überzeugen können,oder man öffnet nur eine weitere Umzugskiste, neben der des Virtual Boys, legt das „innovative“ Produkt daneben und alle Jahre wieder zum "Schein-Jubiläum" wischt man die Staubschichten vom Karton.


Christian Luscher – PG


Mich hat die Ankündigung des DS ziemlich erstaunt. Schließlich hat hier Nintendo einen erschreckenden Eindruck davon vermittelt, wie es in der Firma offensichtlich momentan vor sich geht. Lassen wir den ganzen Vorgang der Ankündigung dieses "revolutionären Produkts" noch einmal Revue passieren:

Satoru Iwata wirkte bei seinen Ankündigungen mehr und mehr wie ein fantasierendes Kind, als er von einem sagenhaften neuen Spielerlebnis mit einem bisher nie dagewesenen Bewegungs-Aspekt sprach... Fantasien, auf die die erste Ankündigung des DS nun leider überhaupt nicht passen. Oder wird nachträglich als Add-on noch Stromversorgung der beiden Bildschirme durch ein kleines Tretrad angeboten werden?
Die Frage bleibt: was sollten diese Ankündigungen Iwatas? Kannte er sein eigenes revolutionäres Produkt nicht? Das wäre natürlich verheerend und würde zeigen, dass bei Nintendo eine Hand nicht weiß, was die andere tut. Ich vermute allerdings, Iwatas Visionen haben einen anderen Hintergrund.


Malt euch folgendes Szenario aus: Nintendo ist völlig überrumpelt von der Ankündigung der PSP und weiß nicht so recht, was die richtige Antwort darauf ist, aus diesem Grunde liefern sie zuerst die offizielle Stellungnahme zur PSP: ein neues Handheld ist nicht geplant; der GBA schafft es auch so, gegen Sonys Portable anzukommen. Vermutlich hatten sie diese Auffassung vom selben zweifelhaften "Berater", der sie auch dazu brachte, zu behaupten "die Spieler wollen kein Online-Gaming" und damit ihrem Gamecube endgültig das Genick zu brechen.

Als sich dann irgendwann nicht mehr ignorieren ließ, dass die Zeit unweigerlich an Nintendo vorbeizog, entschloss man sich, doch noch ein Handheld zusammenzuschustern - das natürlich niemals zeitgleich mit der PSP fertig werden würde. Folgerichtig lernte man aus der Vergangenheit und wusste, dass durch einen verspäteten Launch einer Nintendo-Konsole schon dem N64 seinerzeit schon vor dem Release die Chancen genommen wurden - Ein Schlag, von dem sich Nintendo auf dem Konsolenmarkt bis heute nicht erholt hat.

Also musste irgend etwas her. IRGEND etwas. Vermutlich liefen um diese Zeit die R&D-Abteilungen von Nintendo heiß und jeder entwickelte schnell an irgendeiner revolutionären Idee... jedes Team an einer anderen - alles war recht, wenn es nur schnell fertig wäre. Tatsächlich WAR vielleicht ein System mit Bewegungsaspekten in Arbeit, das aber nicht rechtzeitig fertig geworden ist, um schon zum Launch der PSP herausgebracht werden zu können, so entschied man sich letztendlich doch für die Zweibildschirm-Variante... nur leider, nachdem die unseligen Iwata-Prophezeihungen schon an die Öffentlichkeit gelangt waren und schon völlig falsche Erwartungen auf das neue Produkt geschürt hatten. Somit hat Nintendo allein mit der wirren Ankündigungspolitik sich selbst schon nach Kräften ein Bein gestellt und sich den Start des eigenen neuen Produktes so schwer wie nur möglich gemacht - und da haben wir uns die/den DS noch nicht einmal angeschaut.


Erschöpft sich die unglaubliche revolutionäre Technik wirklich in zwei Bildschirmen? Anscheinend ja. Wobei ich es Nintendo tatsächlich abnehme, einige gute Spiele für das System entwickeln zu können. Die schwerwiegende Frage ist allerdings: werden das auch die Dritthersteller? Tatsächlich heißt es ja, dass die amerikanischen Entwickler von der Ankündigung des DS genau so überrascht gewesen sein sollen, wie die Spieler, und sich zum jetzigen Zeitpunkt gerade die ersten Entwicklungskits nach Amerika "auf dem Weg" befinden - daher ist es mehr als unwahrscheinlich, dass diese Entwickler den DS noch 2004 mit Spielematerial versorgen werden und überhaupt können. Das heißt also, der DS-Spieler wird sich in der ersten Zeit lediglich mit den Spielen der japanischen Firmen begnügen müssen, die angeblich schon seit letztem Jahr Hardwarekits hatten... während die PSP von allen Seiten mit Games versorgt wird. Wieder ein Punkt auf der "Schlechter-Start"-Liste.

Also - die Frage ist: wird die Masse der Third-Party-Entwickler wirklich längerfristig in ein so unsicheres, schwieriges Produkt investieren? Das ist die große Unsicherheit.


Die größte Unsicherheit für Nintendo-Fans liegt allerdings nicht im DS selbst, sondern in der Zukunft: nach einer Aussage Iwatas (was sagt Iwata nicht so alles aus) wolle es sich Nintendo in Zukunft zweimal überlegen, ob man noch einmal eine Konsole auf den Markt wirft. Und man kann davon ausgehen, dass ein Misserfolg des DS die Wahrscheinlichkeit, jemals noch eine neue Nintendo-Konsole zu sehen, deutlich nach unten ziehen würde.

Für ein "revolutionäres, unabhängiges Produkt" gibt es schon jetzt zu viel Unsicherheit, und der Launch des DS hängt schon jetzt von zu viel ab, als dass ich mir wirklich vorstellen könnte, dass es der Erfolg werden wird, den Nintendo jetzt mehr als alles andere braucht. Bedenklich. Sehr bedenklich.


Andreas Schlicht - GCX


Am 20 Januar platze die Bombe, Nintendo stellt ihr "Produkt 2004" erstmals der Presse vor. Es soll auf den eigenwilligen Namen 'Nintendo DS' hören. Doch ist es wirklich das Produkt, welches Nintendo wieder nach vorne bringt?

Zunächst fragt man sich doch, was noch eine portable Konsole soll. Bei Nintendo hat doch schon den sehr erfolgreichen GameBoyAdvanced im Programm, nun ein GBA mit etwas besser Technik (die ein Jahr später mit dem Nachfolger des GBA's vollkommen überholt sein dürfte) und einen zweiten Display - das soll den Durchbruch bringen?
Dann will man mit dem Nintnedo DS eine breitere Käuferschicht ansprechen (naja, das will man ja meistens mit einem neuen Produkt), nur frage ich mich welche Nintendo da im Auge hat. War es nicht schon mit dem GBA SP so, dass man damit eher ältere Spieler begeistern wollte und der normale GBA sollte weiter für die jüngeren Gamer positioniert werden. Wer ist diesmal die Zielgruppe? - Alle? Sollten diese nach Ansicht von Nintendo nicht schon ein GameBoy besitzen? Wozu dann noch eine zweite portable Konsole? Stimmt, der zweite Bildschirm ist ein Argument ...!

Warum will man unbedingt den Nintendo DS weltweit gleichzeitig releasen? Das haben schon ganz andere versucht und sind gescheitert. Hat man noch ein großes Feature in der Hinterhand ... ? (Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt)


Ich will den Nintendo DS mit Sicherheit nicht schon im Vorwege - bevor ich ihn wirklich gesehen habe, weitere Daten kenne, ... - schlecht machen, nur bleiben für mich zu viele Fragen offen. Insobesondere sehe ich keinen wirklichen Markt für eine weitere protable Konsole (und dann auch noch von der selben Firma) und wo kein Markt ist gibt es auch keine Käufer und wo es keine Käufer gibt ...

Der Nintendo DS ist von seiner Grundidee mit Sicherheit nicht verkehrt, Innovationen können bekanntlich nie verkehrt sein. Nur hätte ich mir soetwas lieber im GBA Nachfolger gewünscht als in einem neuen Produkt. Warten wir erstmal weitere Details und die ersten Spiele auf der E3 ab, ich lasse mich gerne noch eines besseren belehren ...


Marius Kallhardt - GCX


Interessant, dass vielerorts seit der Ankündigung des "Double Screens" wieder einmal der "Tod Nintendos" angekündigt wird...


Natürlich können die Daten des DS bislang nicht im Geringsten gegen die der Playstation Portable anstinken - und auch mit dem ThirdParty-Support sieht es sehr mau aus.

Aber man sollte auch bedenken, dass die Ankündigung des DS gerade mal 2 Wochen zurückliegt und erst in den letzten Wochen die ersten konkreten Softwarehinweise für die PSP eintrudelten - und deren Ankündigung liegt bald ein Jahr zurück!


Ebenso hat Nintendo bislang noch kaum technische Daten geäußert, außer ein paar Konzepten, die ausreichen um dem DS den Stempel "innovativ" aufzudrücken - im Gegensatz zur PSP, die nur ein weiterer portabler Mediaplayer mit Gamefunktionen wird.

Beide Geräte können auf ihre Fans vertrauen, die blind zugreifen und so zumindestens für die Anfangsverkäufe sorgen werden.

Insoweit sollten sich DS und PSP gleich verkaufen - zwei kräftige Marken und jeweilige Verkaufsargumente (PSP: Mediaplayer, DS: Softwareangebot) ziehen die Käufer an.


Hmmm, schaue ich zu tief durch die rosarote Brille?

Ich denke nicht - Nintendos DS jetzt schon als Virtual Boy-liker Totalausfall darzustellen fällt leicht, besonders, wenn man sich in den letzten Monaten ziemlich über Nintendo geärgert hat und auch ich hätte lieber ein funktionierendes Onlinemodell als noch eine Konsole und Iwatas aufmunternden Worten gesehen - aber lasst uns doch erstmal abwarten, was Nintendo noch zum DS (das ist übrigens nur ein Arbeitsname!) ankündigen wird.

Jedenfalls freue ich mich dieses Jahr wie noch nie auf die E3 - denn softwaremässig erwarte ich einige Spitzentitel und hardwaremässig erhoffe ich mir noch mehr gute Ideen hinter dem Double Screen-Konzept, zu dem man bislang noch kaum Angaben machen kann - da muss noch mehr als "Hier der Fußballspieler, hier die Karte" drin sein!


Michael Voigt – PG


Nach der Ankündigung des Nintendo DS macht sich offensichtlich wieder Naivität unter den Nintendo Fanboys breit (auch hier in dieser Gesprächsrunde). Es ist natürlich noch nicht möglich über Qualität und Features des Handhelds zu diskutieren, aber darum geht es doch auch gar nicht. Die Zukunft von Nintendo hängt nicht davon ab, ob das Nintendo DS Spaß macht.


Die Frage lautet doch: Wer braucht dieses Teil? Und wer wird dafür sogar noch Geld ausgeben?

Otto-Normal-Spieler sicherlich nicht. Wer kauft sich ein exotisches portables Spielesystem, wenn er nicht mal einen Gameboy oder eine Konsole unterm TV hat? Bleibt wieder einmal die treue, stetig abnehmende Zahl an Nintendo-Spielern, denen schon durch Verlinkung, e-Reader und andere dreiste Maßnahmen das Geld aus der Tasche gezogen wird, das durch Konsolen und Spiele nicht mehr reinzuholen ist. Ob die (junge) Zielgruppe dieses Geld hat?


Da mag die (geklaute) Idee von den zwei Bildschirmen noch so interessant sein, und die Spiele noch so lustig. Die Zukunft des Videospielens liegt sicherlich nicht darin, zwei Bildschirme zusammenzuschustern. Denn was diesem Produkt fehlt, das ist der Markt. Klar, das mag Hardcorefans nicht interessieren, aber sich wie Nintendo als Märtyrer für die "wahren Spieler" hinzustellen ist kindisch und dumm zugleich. Denn langfristig schadet das besonders uns Spielern.


Christian Thol – PG


Doppelt so viel Grafik, doppelt so viel Spielspaß? Es ist wohl nicht töricht, den Erfolg dieses Systems in Frage zu stellen. Meine Haltung soll an dieser Stelle auch kein Geheimnis sein, ich selbst bin bis dato noch nicht sonderlich überzeugt von der ach so innovativen Idee.


Aber langsam: Nintendo braucht Geld. Nehmen wir diesen Grundsatz als fundamentsträchtigen Ausgangspunkt. Geld erwirtschaftet man durch gute Hardware und innovative Software (meinetwegen auch umgekehrt). Mir scheint es so, als wäre Innovation _der_ Dreh und Angelpunkt der ganzen Sache. Man möchte etwas nie dagewesens veröffentlichen. Logo, so abwegig ist es ja auch nicht. Wirft man einen objektiven Blick auf den Konsolenmarkt, so muss man ohne Neid anerkennen: Der GameCube ist gefloppt und der GBA bekommt spätestens mit Erscheinen der PSP (übermächtige) Konkurrenz.

Da man bei Nintendo derzeit technisch nicht so fortschritlich arbeitet, wie bei der Konkurrenz aller Orten, schiebt man quasi als Platzhalter noch schnell ein neues System auf den Markt, lässt es scheinbar vor Innovation triefen und beruft sich hiermit darauf, Zeit für den eigentlichen Konsolenkrieg zu gewinnen- so zumindest sieht es für mich aus.


In Zeiten (täglichen) technischen Fortschritts ist es schlicht (zu) mutig, eine Konsole ins Rennen zu werfen, deren Technik ohnehin schon überholt ist. Und wer bitte soll die Zielgruppe sein? Möchte Nintendo sich selbst in den Rücken fallen, die GBA Zielgruppe ansprechen? Die GCN Zielgruppe vom heimischen Fernseher locken? Und wie sehen die Spiele aus? Das Beispiel aus der Sportwelt scheint sinnvoll, ebenso könnte ich mir gut ein Rennspiel vorstellen, vielleicht auch gerade noch ein RPG, bei dem ein Screen die Map zeigt, der andere das Spielgeschehen. Wie aber steht es mit den anderen Genres? Beat'em Up? Jump and Run? Irgendwie fällt es mir schwer, mir auszumalen wie Mario vom einen Screen in den anderen hüpft- aber vielleicht mangelt es mir hier nur an Vorstellungsvermögen.


Oder: Jahreslang hat Nintendo nun Remakes für den GBA veröffentlicht - das soll sich schlagartig für ein neues System ändern? Es muss, schließlich müssen zwei Screens in Anspruch genommen werden.


Zwei Screens erfordern auch zwei leistungsstarke Prozessoren, die Darstellung soll schließlich nicht wie ein virtuelles Daumenkino anmuten. Doch reichen die wenig "innovativen" technischen Daten hierzu? Ist der Nintendo DS auch zu einer flüssigen Darstellung auf zwei Screens im Stande? Vielleicht bin ich zu skeptisch, vielleicht auch nicht. Fakt ist, dass Nintendo in den letzten Jahren prozentual mehr und mehr "Macht" verloren hat, Fakt ist, dass die Konkurrenz nicht schläft und Fakt ist, dass Nintendo in letzter Zeit nicht unbedingt die Non-Plus-Ultra-Erfolgs-Grundlagen hat vorweisen können.

Ich freue mich auf die E3, ich bin gespannt auf den Fortschritt, ABER ich traue Nintendo keinen bemerkenswerten Erfolg mit dem "DS" zu.

So, und nun belehrt mich bitte eines besseren, Iwata, Miyamoto...



Redaktion PlanetGameboy.de & GamecubeX.net

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