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User-Diskussion: Der GBA - Die Retro-Konsole ?

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Autor: Sonic

Kategorie: kolumnen
Umfang: 3 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 02.11.2003






Auch in unserem Forum wird stets fleißig disktuiert. Einige der aktuellen Beiträge zum Thema Der GBA - Die Retro-Konsole" wollen wir euch allerdings auch hier auf Planetgameboy.de nicht vorenthalten. Wer auf den Geschmack gekommen ist, und auch seine Meinung zu dem Thema loswerden möchte, kann dies im betreffenden Thread gerne tun. (Link am Ende des Artikels) Doch jetzt erstmal viel Spaß beim Lesen !



VIVI


Manche von euch bekommen bestimmt ein komisch ungewohntes Gefühl wenn ihr aufgrund des Solarsensors von Boktai auf einmal an der Frischluft spielen müsst. Denn trotz der portablen Hardware hat sich der GBA zu einer Nostalgischen Heimkonsole sondergleichen entwickelt.


Machen wir uns nichts vor: 2/3 der erscheinenden Spiele sind Remakes, Neuauflagen oder schwache Lizenzspielchen. Der bitter kleine Rest sind brauchbare Neuveröffentlichungen. Klar sollte aber sein, dass die meisten Neuveröffentlichungen wiederum nur Ableger bekannter Serien sind. Somit ist der Anteil der wirklich neuen Spiele verschwindend klein.


Warum also ist diese portable Handheld Konsole nur so erfolgreich? Das Argument der Portabilisierung taugt nicht. Beim Release des GBA's kauften sich viele Jugendlich ihre erste richtige Spielekonsole. Kein Wunder: Der Preis war gut und es gab bekannte Marken wie Mario Kart. Damals schon, wurde nicht vorwiegend unterwegs, sondern daheim gezockt. Und das bei Spielen die nur für wenige Tage Spaß machten.


Nach einigen Monaten ohne echte Knüller begann die Phase des Wartens auf Hits. Aber wie sollte ein portabler Hit aussehen? Der superbe Kurzweil in Form von vielen kleinen Minispielen erschien mit Wario Ware inc. erst viel später. Nein, es war ein Spiel namens Golden Sun und eines Namens Advance Wars, die im offiziellen Forum von Fans herbeigesehnt wurden. Die Spiele waren aber auf alles andere als "die Runde zwischendurch" ausgelegt. Komischer Weise aber wurden eben diese typischen Heimkonsolen Spiele der 16. Bit Generation gekauft wie wild. Trotz der weiterhin unfassbar hohen Abverkäufe des GBA's sah man kaum einen in den Straßen. Somit wurde der GBA also zur typischen Heimkonsole.


Danach begann die Zeit der verpönten SNES Remakes. Es war ärgerlich zu erkennen, dass man die Spiele die man jederzeit auf dem heimischen SNES spielen kann, für teuer Geld neu im Laden entdeckte. Die wiederum guten Verkaufszahlen ließen Nintendo einen bis heute unvergleichlichen Remake Marathon zu starten. Kaum ein Klassiker wurde ausgelassen. Von Kirby über Mario bis zu Zelda ist alles dabei. Nach dem riesigen Erfolg von Golden Sun begriffen einige Entwickler aber auch, dass sich der GBA zur letzten 2D Bastion der RPG’s entwickelte. Das rief natürlich einige Entwickler auf den Plan, mit dem wohl die wenigsten gerechnet hatten. Zuletzt zeigte Square Enix Eindrucksvoll, dass sie es auch noch in 2D können. Der Tactics Ableger wurde ziemlich erfolgreich und schaffte es als erster seiner Art nach Europa. Das ebenfalls ziemlich gute Tactics Ogre bescherte uns vor ca. einem Jahr den 1. Tactic/RPG Titel der Amerika verließ und stieß mit seinem großen Erfolg eine große Euphorie aus, mit der die heutigen Neuankündigen in diesem Sub-Genre zu erklären waren. Aber auch das „klassische“ RPG lieferte mit den Breath of Fire Remakes durchaus spaßiges Retro Material aus alten SNES Zeiten. Mit Lunar Legend und Lufia kamen zu dem noch weitere schöne Rollenspiele auf den Amerikanischen Markt, die Europa aber leider nie erblickten. Freunde der alten Nachart wurden also reichlich bedient. Aber auch die „neue“ Generation der Rollenspieler bekam mit Golden Sun 2 – The Lost Age eine Klasse Fortsetzung geboten, die ihn Kritiken und Beliebtheit den ohnehin schon guten ersten Teil überholte.


Während sich andere Entwickler nach dem Ausschöpfen ihrer Remake Kontingente langsam wieder auf Neuentwicklungen konzentrierten, veröffentlichte Nintendo jeden vorhandenen Klassiker der SNES Zeit. Bis heute wurde so gut wie jeder Mario Teil der SNES Ära auf dem GBA veröffentlicht. Die aus dem „All Stars“ Modul entnommen NES Teile, Super Mario World oder Yoshi’s Island – es fehlte nicht wirklich etwas essentielles. Aber selbst Nintendo stößt jetzt nach und nach auf seine Grenzen. Dann zog Nintendo seinen lange nicht ausgespielten Trumpf: Pokémon. Die neuen GBA Versionen verkauften sich ein weiteres Mal so fantastisch, dass man prompt nach diesen Erfolgen ein Remake der Ur Versionen ankündigte. Damit startete Nintendo, unbeirrt vor kommenden Konkurrenten wie Nokia, eine neue Welle der Empörung. Warum sollte man sich ein Remake von einem Spiel kaufen, dass man sowieso schon auf dem GBA spielen kann? Nintendo beantwortete diese Fragen mit Features wie einem Linkmodus zu den Originalen GBA Versionen. Was bei alledem nicht vergessen werden darf: Auch Pokémon ist ein Rollenspiel, welches man nicht mal ebenso auf der Autofahrt zur Oma durchspielen kann.


Aber schon vorher brachte Nintendo mit Metroid Fusion eine wirklich rundum gelungene Neuentwicklung auf den Markt. Die guten Kritiken bescherten Nintendo auch hier den erhofften Erfolg – ein Nachfolger steht schon in den Starlöchern. In der Zwischenzeit wurden auch interessante Neuentwicklungen auf den Markt gebracht. Konami brachte mit Boktai eine interessante Kompetente ins Spiel: Nur wenn man unter der Sonne spielt erhält der Hauptcharakter seine volle Macht. Dieser Effekt zwängte viele Amerikanische Heim-Zocker zum vermehrten Terrassen und Spielplatz zocken.


Der 2. Square Titel wurde vor wenigen Monaten ein sehr Erfolgreicher Ableger der Seiken Densetsu Reihe. Mit Sword of Mana, dass halb Neuentwicklung halb Remake ist, schaffte es Square Enix einen breite Maße anzusprechen – der Erfolg war also vorprogrammiert. Nichts, desto trotz handelt es sich bei Sword of Mana wieder um einen Titel der alten Nachart.


Das 2D Retro Feeling geht also trotz Neuentwicklungen weiter. Wir sollten allerdings aufhören soviel zu meckern und uns lieber an der letzten erfolgreichen 2D Konsole erfreuen.
Wer weiß wann wir noch mal in den Luxus überzeugender zwei dimensionaler Spielkonzepte kommen.



Mein Grund Tenor für alle die Probleme mit meinem unerträglichen Stil haben: Remakes & Rollenspiele machen den GBA zu Heim-Retro Konsolen und das ist gar nicht mal so schlecht.



LAFAZAR


Ich würde noch ein bisschen weiter gehen als du und schätzen, dass 2/3 aller GBA-Games der hinterletzte Schrott sind (Britney' Dance Beat, Familie Feuerstein, etc.), ein weiteres Sechstel Ports (Mario, Zelda, Blizzard Games, Breath of Fire, etc.) und kleinere Versionen der Konsolenfassungen (Tony Hawk, Super Monkey Ball, Mortal Kombat, etc.). Im restlichen Sechstel verstecken sich noch die angesprochenen endlosen Fortsetzungen (Castlevania, Metroid, Advance Wars, F-Zero, etc.) und ein paar wenige wirklich "neue" Games (Warioware, Golden Sun, Boktai, etc.) (die Zahlen stimmen wohl hinten und vorne nicht, aber ich geh' jetzt sicher nicht nachzählen).


Das erstaunliche ist: Das macht überhaupt nix, denn mittlerweile gibt es weit über 300 Spiele und in diesem Sortiment ist einfach für jeden was dabei. Man kann die Ports und Remakes hassen, man kann die pixeligen 3D-Spiele hassen, man kann Strategiespiele hassen, man kann Rollenspiele hassen, man kann Jump and Runs hassen und es gibt immer noch zahlreiche Spiele, die einfach gut sind. Wenn man keinen SNES hatte (wie ich) ist der GBA die Traumkonsole schlechthin, denn dann gehören plötzlich auch sämtliche Ports zu den Premium Games.


Das heisst aber nicht, dass es nicht deutlich besser sein könnte. Viele echt genial aussehende Spiele (Shantae, Payback, etc.) finden einfach keinen Publisher. Der GBA-Markt ist völlig übersättigt und deshalb werden hauptsächlich Mainstream-Spiele veröffentlicht. Die Experimentierfreudigkeit ist extrem gering und Sachen wie Wario Ware eine seltene Ausnahme. Die enorme Spielevielfalt, die's einst auf dem SNES gab, wird der GBA niemals erreichen.


Schuld daran ist sicherlich zu einem grossen Teil Nintendo, da sie absolut horrende Lizenzgebühren verlangen und viele kleine aber originelle Entwicklungsstudios vergraulen.


Daher sind Handhelds wie der Zodiac oder der GP32 (und bis zu einem gewissen Grad auch Handys mit ihren Java-Spielchen) vielleicht ein Schritt in die richtige Richtung. Hier sind die Programmierer nämlich nicht mehr von einem Publisher abhängig, sondern können ihre Spiele per Internet direkt an den Mann bringen.


Im Moment ist es dazu wohl noch etwas zu früh. Die Geräte sind viel zu teuer und diese Online-Spiele sind im Vergleich zu Konsolenspielen ein Witz was das Preis/Leistungs-Verhältnis angeht, aber das wird dennoch eindeutig die Zukunft und vielleicht sogar der Untergang für Nintendos Gameboy sein.


Aber Moment kann man sich am GBA wirklich noch freuen. Die Spiele, seien sie technisch auch noch so veraltet, sind einfach gut spielbar und machen Spass, und das ist doch eigentlich das einzig wichtige Kriterium für Videospiele. Wer etwas anderes denkt, darf sich nicht mehr Gamer nennen und muss sofort seinen Mitgliederausweis zurückgeben...




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