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Seite 4: Taschendiebe: Handhelds und Raubkopien

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Autor: Khalil Böller

Kategorie: sonstiges
Umfang: 6 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 18.07.2005






Die Schuldfrage: Industrie vs. Konsument

Erschwerend kommt bei Raubkopien noch hinzu, dass es bei einigen Konsumenten kaum ein Rechtsempfinden gibt, wenn es um Raubkopien geht; Raubkopieren wurde lange Zeit als Kavaliersdelikt empfunden, Gründe hierfür sind sicherlich darin zu finden, dass Software bis heute kaum als Ware wahrgenommen wird, wie z.B. ein Automobil und man so das Gefühl hat, " es schadet ja Niemanden".


„Und verdienen denn die Firmen nicht schon Millionen mit den verkauften Spielen?“
„Warum muss denn Software auch so teuer sein?“
„Andere Konsolen sind durch Raubkopien erst erfolgreich geworden!“


Diese und andere Aussagen bekommt man in fast jeder Diskussion mit Raubkopierern zu hören, nur scheinen die Wenigsten zu verstehen, wer alles letzten Endes an einem Spiel mitverdient; vom Entwickler bis zum Händler an der Ecke, und wie viel des erwirtschafteten Gewinns wiederum in Neuentwicklungen gesteckt wird.


Der Schaden, der somit entsteht zeigt sich auch langfristig an der Lage von Softwareentwicklern; man setzt lieber auf Lizenzverwurstungen und bewährte Konzepte, für die man immer noch Käufer findet, als an Neuentwicklungen zu arbeiten.

Vielleicht sind die Hardwareverkäufe gestiegen, aber im Verhältnis dazu sind die Softwareverkaufszahlen deutlich am sinken; gerne wird von den Konsumenten auch die Tatsache vergessen, dass ohne entsprechende Abverkäufe die Publisher Umsatzeinbussen in Millionenhöhe haben und deswegen in den letzten Jahren so manches Entwicklerstudio dicht machen musste.


Auch der Einzelhandel an sich bleibt davon kaum verschont; können große Handelsketten sinkende Abverkäufe durch eine Mischkalkulation ausgleichen leiden vor allem die kleinen Spieleshops an mangelnden Abverkäufen, in denen man immer seltener eine große Auswahl an neuen GBA Spielen findet.


Doch nicht nur beim Konsumenten ist die schuld zu suchen:

Auch die starre Haltung der Industrie hat ihren Teil zu der heutigen Situation beigetragen; nicht nur, dass ähnlich wie bei der Musikindustrie ein Vertrieb über das Internets komplett ignoriert wurde, fragwürdige Kampagnen wie der berüchtigte Importstopp und das Kriminalisieren von möglichen Kunden trugen dazu bei, dass die Industrie heute eher als Feindbild wahrgenommen wird.





Zudem machte sich vor allem Nintendo, als Monopolführer im Handheldsektor, mit seiner Preispolitik kaum Freunde.

Anstelle sich an ihrer Zielgruppe und deren finanziellen Möglichkeiten zu orientieren, war sich Nintendo seiner Marktposition nur allzu bewusst und nutzte diese Tatsache auch bei der Preisgestaltung; mit 39-49 wurden die Spiele von vielen Kunden als zu teuer empfunden, auch die Rechtfertigung, dass Spiele inzwischen deutlich mehr Geld verschlingen wurde in Anbetracht der zahlreichen uninspirierten Jump´n Runs und Lizenzumsetzungen vom Kunden so nicht angenommen. Auch die zahlreichen Portierungen von SNES-Klassikern rechtfertigten diese Preispolitik keineswegs. Der fehlende Kopierschutz bei GBA-Spielen tat sein dann noch sein übriges, um bei der Verbreitung von Kopien zu sorgen...

Erst spät bot Nintendo auch Budgettitel an, ähnlich wie bei der Musikindustrie aber fast schon zu spät…


Und wie bereits erwähnt; anstelle einer Hexenjagd und Stigmatisierung von Kopierern hat es die Industrie bis heute nicht geschafft, die Konsumenten sachlich aufzuklären – lieber setzt man auf fragwürdige Abschreckungskonzepte – und stempelt sich so immer mehr zum Buhmann.


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