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Pac Man Vs.

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Autor: Trunx

Kategorie: spiele
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 27.04.2004




Pac-Man VS im Test



Zuerst einmal: Vergesst Street Fighter 2, vergesst Tetris, vergesst überhaupt sämtliche Spielhallen-Titel, die jemals erfolgreich waren. Denn Pac-Man verschlingt sie alle!



Es war 1980/1981, als ein junger Designer der japanischen Firma Namco mit seinen Freunden Abends zum Pizza essen aus war. Ein herausgeschnittenes Stück aus der italienischen Königsklasse der Resteverwertung stand auf einmal Pate für eins der populärsten Spiele der Welt. Pac-Man wurde geboren.

Das Spiel rund um die Spalttablette auf Extasy wurde in seiner über 20 Jahre dauernden Karriere bis heute über zehn trillionen Mal gespielt und bescherte Namco allein am Automaten ca. 100 Millionen Dollar Umsatz. Zuletzt sorgte der Fiepskasten, der hierzulande nur in Spielhallen für über 18jährige stehen darf, für Aufsehen, als der US-Amerikaner Billy Mitchell die ultimative Highscore von 3,333,360 Punkten schaffte. Er spielte dafür sechs Stunden ununterbrochen, aß jeden Punkt auf dem Bildschirm sowie jede Frucht und (mit jeder Powerpille) alle vier Geister - und das alles ohne einmal ein Leben zu verlieren!


Pac-Man ist heute eine riesige Franchise. Das reicht vom Pac-Man Becher bis hin zur Pac-Man Schultasche. Klar, dass man von diesem Erfolg profitieren möchte und so gibt es einen Haufen von Pac-Man Remakes und Varianten auf der ganzen Welt - davon sogar eine in Excel spielbar!

Der neueste Spross der Pac-Man Familie erscheint nun für Nintendos Game Cube. Ein Game Cube Spiel auf einer Game Boy Advance Seite? Ja, denn mit Pac-Man zieht Nintendo konsequent sein "Connectivity-Programm" durch, welches Oberguru Iwata predigt (es wird ja heftigst dementiert, dass in der Nintendo Zentrale in Kyoto täglich das Mantra "Connectivity is gooood" auf japanisch aufgesagt werden muss...).


Pac-Man VS ist nicht einzeln im Handel erhältlich, sondern nur als Bonus-Disc beim Namco Rennspiel R:Racing. Dieser Bonus tut letzterem auch gut, aber wir sind kein GCN-Magazin, daher verkneifen wir uns jede weitere Wertung.

Um zu spielen benötigt man: Einen Game Cube (ui!), eine Pac-Man VS Disc (ui!!), drei GCN-Controller sowie einen Game Boy Advance (am besten SP zwecks Licht) mit dazu passendem GCN-Verbindungskabel. Alles angeschlossen gibt das ein etwas voll aussehendes Bild, welches sich im Laufe des Spieleabends noch zum blanken Chaos entwickelt. Aber alles der Reihe nach:


Zuerst werden die Konsolen aktiviert und die Connectivity zum Game Boy Advance hergestellt. Das geschieht recht flott, so dass die weiteren Spieleinstellungen vorgenommen werden können.

Ziel des Spiels ist es, als erster einen vorher ausgemachten Punktestand zu erreichen. Die einzige Möglichkeit aber, an Punkte zu kommen ist, Pac-Man zu sein. Und das ist von Vorne herein gar nicht so einfach. Zu Beginn erhält jeder Mitspieler einen der vier Bediengeräte in die Hand, einer besitzt also den GBA und ist automatisch Spieler 4 - Aber nicht Pac-Man! Denn dieser wird vom System erst einmal ausgelost und das erste Controller-Herumreichen-Spiel beginnt. Kabelsalat Nr. 1, Stufe Harmlos, Tendenz steigend.


Während nun der "glückliche" GBA-Gewinner auf seinem Bildschirm den kompletten Level sieht (oder, je nach Level-Auswahl, den Teil, der noch nicht gescrollt werden muss) sind die anderen drei Spieler mit den Cube Controllern die berühmten kleinen Geister, die Pac-Man das Leben schwer machen, respektive ihn fangen müssen. Was gar nicht so leicht ist, da auf dem Fernseher jeder Spieler nur einen kleinen Teil des Feldes zu sehen bekommt. Absprachen und Pac-Man Sichtungen-Weitergaben sind also Pflicht, Einkreisen ist hier das Stichwort der Stunde. Nur dumm, dass sich Pac-Man auf bereits abgefressenen Gängen 20% schneller als die Geister bewegt...


Das Ziel für Pac-Man ist klar: Mach das Feld leer und zwar bevor dich irgendein komischer Geist erwischt. Hilfreich sind dabei die berühmten Powerpillen, welche die Geister für kurze Zeit "verwundbar", bzw. vertilgbar machen. Das gibt Extrapunkte, die man auf seinem Weg zum Sieg gut gebrauchen kann. Nützlich sind auch die ab und an auftauchenden Früchte, geben sie doch weitere Punkte. Aber Vorsicht: Verspeist ein Geist die Kirschen oder Beeren, wird dessen Spielausschnitt für kurze Zeit vergrößert - Entdeckungsgefahr!

Ist es dann soweit und Pac-Man wurde in die Enge getrieben und erwischt, werden dem Spieler mit dem GBA erst einmal 1600 Punkte abgezogen und auf das Konto des Fängers gezählt. Der Game Boy Advance wechselt zusätzlich den Besitzer. Kabelchaos, da legst di nieda!


Im Laufe der Spielzeit entwickelt sich so ein "Räuber und Gendarm"-Gefühl. Aufgeregte Rufe wie "Da oben, Links, Links, ach nein, das ist ja Rechts, Rechts! Geh doch nach Rechts! Einkreisen, WAH!!" sind an der Tagesordnung und lassen unbeteiligte Zuschauer an der Intelligenz der Spieler zweifeln... bis sie selber einmal Pac-Man VS gespielt haben. Denn das Game macht süchtig.


Grafisch ist Pac-Man VS natürlich sehr spartanisch gehalten. Auf dem Game Boy Advance sehen die Level genauso aus wie auf dem Automaten damals, die Game Cube Version ist zwar in 3D und hübsch anzuschauen, aber wirklich keine Herausforderung. Was dem Spielvergnügen keinen Abbruch tut, schließlich bleibt so alles flüssig, Hauptschwerpunkt ist nunmal der Spielspaß.


Der Sound düdelt munter vor sich hin, dafür ist die Sprachausgabe eine Überraschung: Denn kein anderer als Meisterklempner Super Mario beehrt uns mit seinem quiekenden Organ und kommentiert wichtige Spielereignisse. Anfänglich wirkt das etwas seltsam, im Laufe des Spiels ist es aber lustig und für die Geister vor allem hilfreich, wenn ein "Pacman took the powerpill" aus dem Lautsprecher schallt.


Fazit:

Pac-Man VS ist, allein genommen, ein unheimlich lustiger Partyspaß und als Multiplayer-Game drauf und dran, Klassikern wie Bomberman den Rang abzulaufen. Das Prinzip ist so einfach wie genial.

Der Nachteil ist, dass man mal wieder einen Game Cube, einen GBA sowie diverse Controller und Kabel benötigt. Von dem her war es sehr vernünftig von Nintendo, Pac-Man VS nicht als Vollpreisspiel auf den Markt zu bringen, sondern als Bonus Disc für R:Racing. Ob das Game dadurch viele Zocker erreichen werden erste Verkaufszahlen zeigen. Und vielleicht entschließt man sich ja doch, die Disc im Sternekatalog anzubieten. Lohnen würde es sich auf jeden Fall: Pac-Man VS zeigt, was mit einer guten Ausnutzung des Connectivity-Features für Spaß entstehen kann.

Ach ja: Kabelchaos bei 100% angekommen. Kauft euch Wavebirds.


Christian Nork für Planetgameboy.de


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