PlanetSwitch Planet3DS PlanetVita PSP.de PlanetiPhone Classics Forum

PGN-ID:[?] (Nicht eingeloggt)
Login
Registrieren
PlanetDS PlanetGameboy N-Page.de

Advanced Music Player

zurück

Autor: Trunx

Kategorie: hardware
Umfang: 1 Seiten

Seite   1  

Kommentare:

Kommentieren (-)

Game Boy Advance Artikel vom 27.07.2003




Music Für Gamer – Für Unterwegs



„Der AMP verwandelt den Game Boy Advance/SP in einen leistungsstarken Digital Music Player mit anspruchsvollen, aber zugleich anwenderfreundlichen Merkmalen.“


Vollmundig verspricht die Werbung auf der Rückseite der Verpackung exquisiten Musikgenuss vom feinsten. Der Game Boy Advance als Musik-Maschine, endlich die Lieblingsstücke immer dabei haben, ohne ein Zusatzgerät zu brauchen. Was könnte schöner sein?


Seit ca. zwei Jahren sprießen überall die MP3-Player wie Pilze aus dem Boden. Von anfangs unhandlichen, klobigen Geräten mit wenig Speicherplatz haben sie sich teilweise zu eleganten Zubehörartikeln entwickelt und dem allseits geliebten Walkman den Rang abgelaufen.


Bereits vor einiger Zeit brachte Kemco in Japan einen MP3-Player für den Game Boy Advance auf den Markt. Das recht klobige Gerät konnte mit einigen Zusatzfeatures wie Speichererweiterung durch Compact Flash und einer Karaoke-Version aufwarten. Das ganze Paket hat aber auch einen stolzen Preis und kam außerdem niemals über die Grenzen Japans in unsere Gefilde (nur ein paar Import-Junkies mussten sich natürlich wiedermal auch dieses Schmankerl zulegen).


Big Ben Interactive will nun mit Datels Advanced Musicplayer diese Lücke in Deutschland schließen.

Der Inhalt der Verpackung ist dabei recht ordentlich geworden. Neben dem Music Player-Modul, einer Software-CD und dem obligatorischen USB-Anschluss-Kabel liegen ein Kopfhörer und sogar ein GBA-SP-Audio-Adapter dem Paket bei. Für ca. 30 Euro keine schlechte Kompilation.


Also schnell die Software installiert, die AMP-Karte in den GBA gesteckt, das USB-Kabel in Rechner und Konsole, einschalten und los geht’s.

Im recht stylischen, doch übersichtlichen Menü werden nun die Lieder auf die Karte geladen. Trotz USB fällt einem hierbei jedoch vor allem die recht dürftige Übertragungsgeschwindigkeit auf. Das liegt wohl daran, dass der AMP nicht direkt die MP3s abspielt, sondern sie vorher scheinbar in ein kleineres, GBA-taugliches Format umwandelt. Denn trotz verschiedener Qualitäts-Stufen der MP3s gehen immer nur genau 50 Minuten auf die Karte. Also wird hier getrickst.


Sind die Stücke drüben kommt die Stunde der Wahrheit, das Musikhören auf dem GBA. Das Auswahlmenü erinnert an den Winamp-Player, ist recht übersichtlich und dank der eindeutig von Handys abgeschauten Tastensperre kann man den GBA in die Tasche stecken, ohne jedes Mal ein Stück weiter zu schalten. Nur schade, dass man in den Stücken nicht vorspulen kann.
Nun aber zur Musik-Qualität:

Ohne Kopfhörer klingt das Ganze leider mickrig, da doch recht leise. Auf dem GBA mehr als auf dem SP. Ein Spiel ist da lauter. Nun gut, also die Kopfhörer ausgerollt und angeschlossen.
Hierbei zeigt sich vor allem beim GBA, dass Nintendo beim Kopfhörer-Anschluss etwas geschlampt hat. Die Lieder rauschen, dass man glaubt, unter den Niagarafällen zu stehen. Beim SP sieht das hingegen anders aus: Kaum Rauschen, der Kopfhörer-Adapter funktioniert sehr gut.



Dafür fällt einem nun die doch mickrige Qualität des Players auf. Von „leistungsstark“ kann hier nicht die Rede sein. Dumpf, knarzig und mickrig tönt die Musik aus den Kopfhörern. Bessere Ohrstöpsel können das Vergnügen auch nicht erhöhen. Man hört einfach die starke Kompression.

Denn der AMP funktioniert nicht wie herkömmliche MP3-Player mit einer Speicherkarte, sondern im Prinzip wie eine im Dev-Bereich übliche Flash-Karte. Die Lieder werden in den Flash-Speicher eingelesen und daraus wieder abgespielt. Der Nachteil liegt auf der Hand: Die Karte ist nicht erweiterbar, nach 50 Minuten Musik ist Schluss.

Datel bietet hierzu die „geniale“ Lösung an, die Lieder zu trimmen, also zu verkürzen, was jeden Musik-Fan vor grauen das Gesicht verziehen lässt. Aber Moment, diese Arbeit erledigt zum Teil sogar der Player selbst. Denn ca. 1 ½ Sekunden vom Anfang jedes Stücks werden automatisch verschluckt. Das dürfte eigentlich nicht sein.


Dazu kommt, dass der Player im Testbetrieb bei etwas „rauerer Behandlung“, d.h. bei vielem Zwischen-den-Liedern-hin-und-her-Schalten ab und an mit einem lauten Kreischen den Dienst versagte, sprich abstürzte. Ebenso kann die Software am PC nicht alle Lieder lesen bzw. stürzt auch ab und an mal einfach ab. Unausgereiftheit des Testgeräts? Eigentlich nicht, haben wir hier schließlich die Verkaufsversion vor uns liegen…



Gibt es denn nichts Positives über diesen Player zu sagen?

Doch, gibt es! Der Umfang der CD ist ordentlich: Neben der Flash-Software ist ein CD-Ripper mit enthalten sowie Sample-MP3s, um gleich einmal die Qualität (?) des Players auszuprobieren.

Dank des eigenen Komprimierungssystems ist es außerdem möglich, mit anderen AMP-Besitzern über ein GBA-Linkkabel die Lieder zu tauschen. Außerdem hat Datel daran gedacht, dass man über das PC-Programm neue Skins für den GBA-Player herunterladen kann, was eine nette Spielerei ist.


Fazit:

Spielerei ist auch das Wort, welches den Player am besten beschreibt. Klar, für ca. 30 Euro kann man keine Spitzenqualität erwarten. Dennoch ist die Qualität leider nur als minderwertig zu beschreiben.

Jeder GBA-Zocker sollte sich überlegen, ob ihm das wert ist, oder ob er einfach 10 Euro drauflegt und sich ein Spiel kauft. Man hat wohl einiges mehr davon…

Video zum Advanced Music Player:

Den AMP in Action findet in unserer Videosektion!



Christian Nork|Trunx

Vielen Dank an Big Ben Interactive für die Bereitstellung des Testmusters

< vorige Seite Seite   1   nächste Seite >