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Gedanken zur Neuen Generation

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Autor: Christian Luscher

Kategorie: kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 29.03.2005


Gedanken zur Neuen Generation



Bin ich eigentlich abartig? Bin ich eigentlich unnormal? Es muss so sein, denn anscheinend bin ich nicht die Art von Spieler, auf die die neue Handheld-Generation abzielt. Dabei sind meine Bedürfnisse doch so simpel und verständlich: ich möchte ein praktisches, handliches, hübsch aussehendes Konsölchen zum Mitnehmen, mit dem ich oft und lange gute Games zocken kann. Hört sich wie etwas an, das nicht zu schwer zu verwirklichen sein sollte, oder? Das würdet ihr doch sofort unterschreiben, oder? Das müsste ja eigentlich jeder so sehen, oder? Sollte man eigentlich meinen, doch wenn ich mir die neue Handheld-Generation so anschaue… hmm, irgendwie werd ich mit keinem der Geräte richtig froh.




Komisch - in den Händen des Riesen Reggie sieht er fast handlich aus..!



Fangen wir der Einfachheit halber mit dem Nintendo DS an. Praktisch dank Aufklappdesign, unpraktisch dank seiner Klobigkeit. Wer statt Baggypants nur hautenge rosa Leggings trägt (wie ich es Tag für Tag tue *g*), kriegt das Ding beim besten Willen nicht in die Tasche. Oft Games auf ihm zu zocken, wäre auch nicht gerade ratsam, denn man will ja wohl nicht den ohnehin schon knappen Vorrat an guten Spielen, den der DS besitzen wird, zu schnell aufzehren! Vielleicht sollte man sich das DS-Spielen für besondere Anlässe aufheben, denn eine einzelne längere Zugfahrt, und man hat alles gesehen, was es auf dem DS zu sehen gibt. Was gibt es denn dort so Neues, Spielenswertes? Ich als Veteran kann sämtliche Remakes schon einmal getrost in die Tonne kloppen; ich will nicht zum fuffzichsten Mal die Mario64-Welt durchqueren, Extras hin oder her. Und was sonst noch an guten Games angekündigt ist, ist höchstens eine Füllung für den hohlen Zahn. Tut mir Leid, Nintendo, aber noch einmal falle ich nicht auf den N64-Effekt rein, bei dem deine Ignoranz den Drittentwicklern gegenüber zu einer schon fast legendären spielearmen Konsole geführt hat.



So enttäuscht vom DS wäre ich eigentlich leichte Beute für Sony und die PSP, oder? Schauen wir sie mal unter meinen Gesichtspunkten an.
Praktisch? Wem das Wohlergehen des Riesenbildschirm egal ist, der kann sie sich getrost überallhin stecken, wo er will (jaja, haha, lustig, ihr Kindsköpfe ;-) ), alle anderen benutzen ein (separat erhältliches) Tragetäschchen, das das Gerät schön dick und unhandlich macht. Nun, bei dem Spieleangebot kann einem schon einmal das Wasser in den Handflächen zusammenlaufen, aber wer bedenkt, wieviel Zeit einem zum lange spielen bleibt, bis der kurzatmige Akku abgekackt ist, wird die Hände eher überm Kopf zusammenschlagen. Somit bleibt die PSP eine Trendkonsole, die man schön offen herumtragen und dabei mit Zusatzfunktionen und Spielen prahlen kann, aber mit dem Zocken selbst sollte man sich aus Akkuschutzgründen lieber ein bisschen zurückhalten – und das erwarte ich eigentlich nicht von einer tragbaren Spiel-Konsole, die die PSP zumindest vom Namen her ja noch immer sein will.




Das ist meine PSP! Sie könnte so wahnsinnig viel... wenn der Akku gerade aufgeladen wäre...



Nur der Vollständigkeit halber sei hier noch Eigenbrötler Gizmondo genannt, der es nach allem, was wir bisher wissen, schafft, auf faszinierende Weise die Mängel von Nintendo DS und PSP zu verbinden. Noch schwächerer Akku als die PSP und gleichzeitig ein noch kärglicheres Spieleangebot als der Nintendo DS? Das muss erst einmal einer nachmachen. Bei allem Respekt für die mutige Entscheidung der Entwickler, für mich gehen die Steigerungen in diesem Fall irgendwie in die falsche Richtung.





Yo, Gizmondo! Ein Gerät der -ähm- Superlative




Was ist also schiefgelaufen? Haben sich die Spieler in ihren Ansprüchen so schnell verändert oder ist den Herren Handheldherstellern die Situation ein bisschen entglitten? Oder bin ich nur ein verschrobener ewiggestriger Idealist, der die irrige Behauptung anstellt, bei einem Handheld seien sowohl praktisches, als auch trendiges Design, sowohl viele Games als auch endlos lange Zock-Exzesse möglich? Ist die Wahrheit nicht irgendwo in der Mitte von PSP und DS zu finden? Das ist eine Frage, auf die ich keine Antwort erwarte, aber die ich, wenn ihr erlaubt, gerne an diesem Wochenende in eure Köpfe pflanzen möchte – und noch viel lieber in die Köpfe der Handheld-Entwickler. Vorzugsweise in die des GBA-Nachfolgers, denn der ist das einzige Next-Gen-Gerät, das auf diesem Markt momentan noch aussteht. Und da es Nintendo wenigstens mit dem Gameboy bisher immer geschafft hat, diesen bescheidenen Ansprüchen zu genügen, bleibt für einen Untergangspropheten wie mich vielleicht doch noch Hoffnung.



In diesem Sinne frohe Ostern nachträglich,



Christian Luscher für PlanetGameboy.de

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