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Die Games|Convention… aus der Distanz gesehen

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Autor: Christian Luscher

Kategorie: events
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 13.09.2004




Die Games|Convention… von weitem



Was hat uns Europas größte Spielemesse diesjahr eigentlich gebracht? Zutiefst subjektiv und nicht immer politisch korrekt geht Christian Luscher alias Sagat auf diese Frage ein und zieht ein Resümee aus einer halben Woche Messehallenaufenthalt.





Schon einige Wochen sind nun seit der Games|Convention Leipzig ins Land gegangen. Und nunmehr finden wir es an der Zeit, zu fragen: was hat diese Messe verändert, was hat sie uns gegeben, was gebracht …wenn überhaupt? Was für längerfristige Einflüsse hatte Europas größte Spielemesse auf die heutige Handheld-Zeit? Um diese ziemlich gute Frage (sie ist ja auch von mir) hinreichend zu beantworten, lassen wir die Convention einfach noch mal Revue passieren.



Sony hatte zugegebenermaßen die Blicke auf sich gelenkt, als man dort die neue Handheld-Konsole Playstation Portable, säuberlich an der Wand aufgereiht, dem Publikum präsentierte. Angezockt durfte sie nicht werden, und das Staunen über die Grafik verflog, als bekannt wurde, dass es sich bei den „Geräten“ lediglich um Dummies handelte, auf deren Bildschirmen Grafikdemo-Filmchen liefen. Nichtsdestotrotz bot Sony in diesem Bereich zumindest den Anschein einer Messe-Enthüllung.




"Fun, anyone?" - an der Wand festgeschraubte schwarze Plastikkästchen garantieren natürlich ein Höchstmaß von Spaß...



Nokia ließ es dagegen, nach dem Hype und der darauffolgenden Enttäuschung über den unausgereiften N-Gage, der auf der letztjährigen Convention Gesprächsthema war, weniger reißerisch, doch ganz und gar nicht unkalkuliert angehen. Einen hoffnungsvollen Eindruck machte der Racer Asphalt, und die Nachricht, dass das angejahrte, aber aufgemotzte Spielchen Snake zum „Gratis“-Download bereitstehen sollte, veranlasste unsere Schwesterseite N-Page gar zu der vollmundigen Aussage, der N-Gage sei „der Gewinner der Games|Convention“.




"Sales, anyone?"



Kommen wir zu den Neuigkeiten, die Nintendo für uns begierige Zocker zu bieten hatte. Eine der ersten war zugleich eine der enttäuschendsten, nämlich die, dass der Nintendo DS auf der Messe weder spielbar, noch überhaupt nur zu sehen sein würde. So hatte Nintendo mit Sicherheit einige interessierte Zocker verloren, die entweder nach dieser Mitteilung komplett zu Hause geblieben oder zum Stand Sonys abgewandert sind, um die PSP-Attrappen zu bestaunen. Die „Nintendo Show“ auf der lustigen Drehscheibe in der Mitte des Nintendo-Stands (die natürlich im Direktvergleich zu der von EA eher abstank) lächelten den Besuchern bekannte Gesichter entgegen. Wie im letzten Jahr moderierte Wie-Heißt-Er-Doch-Gleich von Giga (oder wars Viva?) die Show. Seine Partnerin, die ich für meinen Teil noch nie vorher gesehen habe (und ich weigere mich auch, ihren Namen irgendwie in Erfahrung zu bringen) bewies eindrucksvoll, dass sie eher wegen ihrer körperlichen Vorzüge als auf Grund ihres überragenden Spielewissens auf der Bühne stand, als sie von Nintendos Topneuheit als „Gameboy DS“ sprach.



Von den Spielen her konnte man für GBA allerdings auch nicht wirklich von Blockbustern sprechen. Mit einiger Genugtuung erfüllte es mich, dass, egal, wie voll die Messe war (und die Messe war schon sehr voll) die Terminals, an denen die NES Classics zum Spielen angeboten wurden, vergleichsweise leer waren. Es wäre schön, wenn dieses Verhalten repräsentativ für die gesamte Zockergemeinde wäre, denn dann würden wir vielleicht von den ewigen Remakes verschont und mit originellen Spielen eingedeckt werden.



Einer der brandneuen GBA-Tophits der Messe...



Der Pokémon-Neuaufguss Feuerrot/Blattgrün war mit seiner Grafik, die sich immer noch auf hässlichstem GBC-Niveau bewegte und dem Sound, der so düdelte, als sei es immer noch Frühjahr 1995, selbst für die gutwilligsten Spieler nur noch peinlich. Will Nintendo wirklich so im Gedächtnis der GBA-verrückten Messebesucher bleiben – als ewiggestrige, uralte Spiele nur minimal (wenn überhaupt) verändert auf den Markt schleudernde Veteranenfirma? Der von Nintendo-Chef Dr. Bernd Fakesch verheißene „Spielspar puß“ kam auf dem GBA, zumindest mit den von Nintendo entwickelten Spielen, nicht wirklich auf.




"DS, anyone?" Dr. Bernd Fakesch bei seiner Interpretation des Rocksongs "You Ain't Seen Nothing Yet"



Das spielbare Zelda – The Minish Cap, entwickelt von Capcom, erwies sich als recht einfallsreich gestaltet, und, wie die Kommentare auf PlanetGameboy.de beweisen, sind die Spieler ganz heiß darauf, es endlich zu Hause zu haben. So Leid es mir tut, ich kriege bei dem bonbonbunten Regenbogenglücksbärchitrickfilmdesign fast die Krätze. Was ist aus unserem Zelda geworden? Erinnert ihr euch nicht an A Link To The Past, dem genialen Anfang nachts im gewittrigen Schlosshof? An Ocarina of Time und den furchteinflößenden Ganondorff, der auf seinem monströsen Pferd mitten in der Nacht Prinzessin Zelda samt Zofe aus der Stadt jagt? Der böse grinsende Mond, der in Majora’s Mask droht, auf die Erde zu stürzen und alles zu vernichten? Das war Atmosphäre, das waren große Spielemomente, stattdessen muss Link diesmal einer Kolonie von kleinwüchsigen Gartenzwergen bei ihren Wehwehchen helfen. Ihr wisst, dass ich nicht einer von denen bin, die ein Spiel nur wegen einer kindischen Grafik verdammen und das als einzigen Grund für ein Heruntermachen des ganzen Games zum Anlass nehmen. Doch zur Zelda-Serie passt so ein überzuckertes Design einfach nicht. Nunja, da der Rest des Spieles wohl vom Gameplay her stimmen wird, wird The Minish Cap trotzdem von den Massen gekauft und für gut befunden werden – der inflationäre Ausverkauf der eigenen, altehrwürdigen Lizenzen, der in letzter Zeit bei Nintendo zu beobachten war, macht mich doch aber schon leicht stutzig.




Wo bleiben die Teletubbies..?



Einer der vielversprecheren Titel für GBA war in der Tat ein Remake; die ersten beiden Final Fantasy-Teile luden zum Spielen ein und sahen überraschenderweise gar nicht mal so anders aus, als sie uns vom NES noch in Erinnerung geblieben sind. So ist wieder einmal das meiste beim alten geblieben. Einige Goodies eingestreut und auf den Markt geworfen, so haben es die Spieler gern. Nein, schreit ihr da? Nun, offensichtlich doch, sonst würde Square-Enix es ja nicht machen.



Eine Überraschung für mich persönlich (und für Trunx *g*) war Star Wars – Apprentice of the Force. Das offensichtlich sauber und recht originalgetreu umgesetzte Sternenkriegsspiel war wohl von allen vorgestellten GBA-Games das, das mich mehr als, sagen wir, fünf Minuten bei der Stange gehalten hat. Und das soll auf einer so gut besuchten Messe schon was heißen.




Nur ein Meister des Bösen, Darth.



Treiben wir gegen Ende unseren Rückblick auf die Spitze und gehen noch ein Jahr weiter in die Vergangenheit: in meinem Bericht am Ende der letztjährigen Games|Convention, auf der Nintendo für GBA auch nicht sonderlich viel Neues präsentierte, gab ich meiner Hoffnung Ausdruck, dass sich dies 2004, vor allem wegen der Konkurrenz von Sony, ändern würde. Man hat sich bei Nintendo davon allerdings nicht aus der Ruhe bringen lassen und, wie schon im letzten Jahr, ist wieder alles beim Alten geblieben. Das ist höchst bedauerlich, da auf der Messe die Gelegenheit gewesen wäre, um dem bisher vielbelächelten Nintendo DS den Respekt zu verschaffen, den er braucht und verdient hat. Denn, wie Nintendo schon selbst mehrfach betonte: der DS ist eben nicht wie die PSP ein Accessoire-Teilchen für jene armen Leutchen, die es nötig haben, mit guter Grafik anzugeben. Für die PSP reicht es, sie auf der Messe an die Wand zu nageln und hübsche Grafikdemos abspulen zu lassen. Den DS muss man anfassen, man muss die Interaktivität mitmachen, man muss es erleben. Und dafür wäre auf der Games|Convention die Gelegenheit gewesen. Leider hat man sie nicht wahrgenommen, und so bleibt mir nur, das zu sagen, was ich schon letztes Jahr gesagt habe: hoffentlich geht’s im nächsten Jahr mal so richtig los.



In diesem Sinne,



Christian Luscher [Sagat] für PlanetGameboy.de – Advance Your Mind




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