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Eröffnungskonzert der GamesConvention 2004

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Autor: Christian Nork

Kategorie: events
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 20.08.2004




Eröffnungskonzert Games Convention 2004






Wie bereits im Vorjahr wurde die Games Convention 2004 durch etwas ganz Besonderes eröffnet. In Japan bereits Gang und Gebe, bei uns noch eine Seltenheit: Videospielmusik im klassischen Gewand. Bekannte Melodien, für ein großes Orchester neu arrangiert und im großen Konzertsaal aufgespielt.



Bereits 2003 stellte dieses besondere Ereignis einen ersten Höhepunkt der Messe dar. Ein Jahr später traf man sich ein weiteres Mal im Gewandhaus zu Leipzig, um Europas größte Entertainment-Messe feierlich zu eröffnen. Dabei ließ sich sehen, was in der Branche Rang und Namen hat. Neben dem General Manager von Nintendo Europe Dr. Bernd Fakesch war auch sein Vorgänger, Herr Axel Herr unter den Gästen. Genauso wie Playmate des Jahres 2003 Melanie Eder, die zwar nichts mit Videospielen am Hut hat, aber immerhin schön anzusehen war. Im Vorprogramm mit Begrüßungsbuffet nebst Wein, aber nicht Weib und Gesang (diese folgten später) unterhielten sich die VIPs angeregt und wünschten sich eine spannende Messe.



Eröffnet wurde das Programm von der eigens komponierten Eröffnungsfanfare der GC - Games Convention 2003/2004. Komponist Andy Brick ließ es sich dabei nicht nehmen, den Abend als Dirigent auch selber zu leiten. Seine Erfahrung mit Gamessoundtracks machen ihn für diesen Job prädestiniert - Bricks Spieleproduktionen schließen u.a. Musiktitel für Sim City 4 oder Die Sims 2 ein.

Durch den Abend führte Moderator Karsten Schwanke, der auf lockere Art und Weise die kommenden Titel ankündigte und dabei dem weniger fachlichen, weil "sehen und gesehen werden" Publikum die dazugehörigen Spiele inhaltlich ein wenig näher brachte.



Was gehört noch zu einer Messeeröffnung? Genau, die Begrüßungen von Politik und Gästen. Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee hielt sich dabei recht kurz und pfiffig, während Frau Ute Schäfer, Ministerin für Schule, Jugend und Kinder des Landes Nordrhein-Westfalen und Mitbegründerin der USK am Ende sogar vom ungeduldigen Publikum per Applaus abgewürgt wurde - eine leider recht unfaire und vor allem unfeine Art (auch wenn sie wirklich sehr lange geredet hat...). Interessant war ihr Hinweis, dass 73% aller gekauften Spiele maximal ein Rating bis USK 12 haben - Wie war das mit Nintendo und der Kinderbranche?

Die Festrede hielt kein anderer als Dr. David Reeves, seines Zeichens Präsident und COO von Sony Computer Entertainment Europe. Gerade frisch von der europäischen Präsentation der Playstation Portable war seine Rede nur leicht Finanzpolitisch angehaucht - Seitenhiebe gegen die Konkurrenz wurden ausgelassen.


Eine kleine musikalische Einlage boten ein paar junge Studenten, welche bei der Eröffnung durch Sachsens Ministerpräsident Prof. Dr. Georg Milbradt für Aufsehen sorgten. Ihr Protest gegen die Wirtschaftspolitik des Ostlandes wurde jedoch schnell von den Ordnern erstickt und der Abend konnte weiter gehen.


Die Musikstücke boten einen bunten Reigen an mal schnellen, militärisch-actionreichen Titeln, aber auch viele ruhige Melodien prägten das Gesamtbild. Herausragend war u.a. "Let the battles begin" aus dem Spiel Final Fantasy VII, welches von Seiji Honda, bekannt durch Square-Enix Einspielungen, ausgezeichnet am Klavier vorgetragen wurde. Außerdem rührte das Thema aus Max Payne 2 - The fall of Max Payne die Herzen der Zuhörer im Saal. Bei den dunklen und traurigen Klängen kroch einem die Gänsehaut über die Arme. Ein wunderschönes Stück Videospielmusik.


Pfiffig und eindeutig der Höhepunkt des Abends war die Musik zu Super Mario Brothers, welche als Swing-Medley den Saal zum toben - und Herr Herr zum schmunzeln brachte. Ähnlich packend, da bekannt, war die Interpretation der Melodien aus The Secret of Monkey Island, mit dem karibisches Feeling nach Leipzig geholt wurde. Hula!


Als größter Höhepunkt geplant war der Titel "Maria and Draco" aus dem Spiel Final Fantasy VI. Das Stück ist eine Mini-Oper, die von Komponist Nobuo Uematsu in das Spiel eingebaut worden ist. Vom Orchester originalgetreu gespielt konnten leider die Sänger nicht so überzeugen. Zu schwach war Miroslav Pelikan als Draco, den die laute Musik stark übertönte. Erika Jarkovska als Maria/Celes verpasste gar ihren Einsatz, machte dies jedoch durch ihre gut besetzte Stimme wieder wett. Roman Vocel hatte als Gegenspieler weniger zu tun und lieferte seinen Part ohne Fehler ab. Kupo!



Weitere Titel des Abends kamen aus Spielen wie Hitman, Starship Troopers, Actraiser, Everquest II, S.T.A.L.K.E.R., Secret Weapons over Normandy, Metal Gear Solid und zu guter letzt Turrican. Dessen Komponist, Chris Hülsbeck, war genauso am Abend anwesend wie Yuzo Koshiro und Nobuo Uematsu von Square Enix. Nach Abschluss des Konzerts gab es die Möglichkeiten, handsignierte CDs mit eingespielten Videospieltiteln käuflich zu erwerben - Was angesichts von Preisen bis zu 60 Euro so manchen Fan schlucken lies...

Apropos Fan: Besonders stark war der Unterschied zwischen den VIPs und den Spielern zu sehen, wenn man einen Blick auf die guten und die schlechtesten Plätze warf. Ohne jetzt spießig klingen zu wollen, aber: Wer in kurzen Hosen und T-Shirt in ein Konzert geht, der sollte sich bei seinen Eltern für die miese Kinderstube bedanken. Teilweise waren sehr schräge Gestalten unterwegs, denen man sonst nur im Halbdunkel einer Netzwerklan begegnet.



Zusammenfassend gesehen war der Abend jedoch wunderschön. Videospielmusik wird weiterhin eine Seltenheit in Deutschland sein, was schade ist: Gerade die stehenden Ovationen am Ende und der lang anhaltende Applaus für Komponisten, Dirigent und Orchester zeigen, dass für diese Art von "Kunst" durchaus Platz in unserem Land ist. Zwar war das Konzert entgegen anderer Angaben nicht ausverkauft, dennoch sollte man nicht bis nächstes Jahr warten, um ein weiteres Mal die Klänge von Mario und Co. in einem Konzerthaus hören zu können. Wie auch Filmmusik ist es gerade für die Jugend eine moderne Art, an "klassischere" Stücke heran zu gehen. Die Japaner haben diese Marktlücke erkannt - Jetzt fehlt nur noch bei uns jemand, der die Sache umsetzt.


Christian Nork für PlanetGameboy.de


Wir bedanken uns ganz herzlich bei Frau Heusler von der Messe Leipzig für die freundliche Hilfe und die Eintrittskarten.
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