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Anleitung zum GBAufriss

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Autor: Christian Luscher

Kategorie: kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 05.05.2005



Anleitung zum GBAufriss



Und wieder mal ist es Vati Himmelfahrt, der Termin, an dem sich gestandene Männer zusammenrotten, um gemeinsam aus dem Alltag auszubrechen, literweise Bier in sich hineinzuschütten und sich gröhlend und grunzend über Frauenzimmer zu unterhalten. Um diesen Tag entsprechend feierlich zu begehen, bieten wir unseren männlichen Lesern mit diesem Artikel Ratschläge, wie man als GBA-Zocker das beste aus seinem Hobby macht, und wie man seinen Handheld benutzt, um Mädels zu ergattern. Hierzu gewähre ich euch Einlass in meinen schier unerschöpflichen Erfahrungsschatz auf diesem Gebiet.





Im wahrsten Sinne ein Kinderspiel ist es, wenn man an öffentlichen Plätzen seinen GBA zückt und zockt und man daraufhin von einem weiblichen Wesen interessiert gefragt wird: „Was spielste’n da?“ – sollte man meinen. Tatsächlich kann man in dieser Situation aber auch vieles falsch machen und sich auf solch furchtbare Weise blamieren, dass man einem Privatzölibat nicht mehr abgeneigt ist. Beispielsweise möchte ich euch abraten, an Orten (und zu Zeiten), an denen es zu solchen Zusammentreffen kommen könnte, Games wie Britney’s Dance Beat zu spielen. Nicht nur, weil Britney’s GBA-Debüt ein sagenhaft schlechtes Spiel ist, sondern auch, weil Kerle, die Britney Spears für sich tanzen lassen, höchstwahrscheinlich für die holde Damenwelt nicht sonderlich anziehend sein dürften. Nehmen wir an, das Mädel mag Britney Spears. (Solche soll’s ja geben…) – In diesem Falle würde es sie voraussichtlich anwidern, wenn irgendein Kerl sie leicht bekleidet vor sich herumtanzen lässt. Gesetzt den Fall, sie verabscheut die trällernde Teenie-Tussi aber, werdet ihr vor ihr vermutlich sowieso verspielt haben. Doch auch jene Mädels, die Britney gleichgültig gegenüberstehen, würden wohl einen Menschen, der an einem öffentlichen Platz solch ein Spielchen spielt (und womöglich noch mit zarter Stimme „Hit me baby one more time“ mitflötet) nicht unbedingt in die erste Riege ihrer Traummänner einordnen. Also, Vorsicht ist geboten!





Britney hat schon viele Flirtversuche auf dem Gewissen!




Doch auch eine handfeste Gegenmaßnahme scheint nicht geraten – nehmen wir an, du hast aus dem Wunsch heraus, männlich zu wirken und das Fräulein mit deiner ausgefeilten Tötungsmethode zu beeindrucken, die GBA-Version von Max Payne in den Modulschacht geschoben. Dies wäre ganz sicher zu dick aufgetragen. Ich habe ja nun schon viel gesehen, aber Mädels, die es mögen, wenn ein Kerl in Zeitlupe durch Räume hechtet und schreienden Gangstern blutigerweis’ die Köppe wegballert, sind mir noch äußerst selten untergekommen. Auch die Ausrede: „Die haben den Tod verdient, schließlich haben diese Drecksjunkies meine gesamte Familie niedergemetzelt“, wirkt in diesem Zusammenhang eher kontraproduktiv.

Überhaupt sollte man sich mit allzu insiderhaften Formulierungen über den Fortschritt im jeweiligen Spiel etwas zurückhalten – es fällt selbst mir zuweilen schwer, zu begreifen, dass es tatsächlich noch andere Menschen als eingefleischte Zocknaturen auf der Welt gibt, die mit Statements wie „Noch zwanzig Bananen, und ich bin der König der Affen!“, oder „In der Schokowelt wäre mir beinahe das Baby weggeflogen!“ wenig bis gar nichts anzufangen wissen. Auch die bloße Angabe des Titels kann eventuell für Verwirrung oder Empörung sorgen – sollte Segas gerade angekündigtes Käferkampfspiel „Mushiking“ unter gleichem Namen in Europa herauskommen, wird das für Möchtegern-Machozocker sicherlich die eine oder andere Ohrfeige bedeuten.





Der Kosename Edmund Stoibers für seine Frau Karin lautet "Muschi" - heißt das, er ist ein regulärer... *räusper*



Das meines Erachtens ideale Spiel für ehrenhafte Absichten mit der holden Weiblichkeit ist wohl Ham Ham Herzschmerz. Das Spiel um den niedlichen Nager bietet einige unübertreffliche Vorteile: erstens sind die Tiere wirklich extremst knuffig, es wird kein Blut vergossen, die Hauptfigur ist ein männlicher(!) Hamster und das Thema des Spieles, etwas Liebe in die triste Hamsterwelt zu bringen, ist den Paarungsabsichten des Zockers mehr als angemessen. Allerdings auch hier eine gutgemeinte Warnung: lasst euch niemals, und ich wiederhole: nie-mals dazu hinreißen, dem Maderl zu zeigen, wie die Steuerung funktioniert, oder ihr auch bloß den GBA in die Hand zu geben. Dieser Fauxpas resultiert unwiderbringlich darin, dass ihr stundenlang untätig neben der mit Hingabe zockenden und ab und an ein verzücktes „Hamha!“ ausstoßenden Maid stehen müsst, bis sie sich kurz angebunden bei euch bedankt, euch den GBA wiedergibt und auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Behaltet ihr also das Heft (oder in diesem Falle den GBA) fest in der Hand, kann gar nichts mehr schief gehen. Noch ein letzter gutgemeinter Rat: mit dem nötigen Feingefühl solltet ihr euren GBA, sobald ihr mit der Mademoiselle ins Gespräch gekommen seid, langsam aber sicher verschwinden lassen – denn bei dem, was dann hoffentlich folgt, ist solch ein Spielegerät nur hinderlich!



In diesem Sinne gutes Gelingen!





Christian Luscher und die gesamte PlanetGameboy.de-Redaktion wünschen eine fröhliche Himmelfahrt!

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