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GBA-SP Launch Special!

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Autor: Trunx

Kategorie: hardware
Umfang: 2 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 28.03.2003





GBA SP – Der Test

Jetzt ist er also da. Nach fast zwei Jahren bringt Nintendo mit dem Game Boy Advance SP das erste Upgrade seines erfolgreichen Schwarzweiß-Nachfolgers. Während in Japan 300.000 Geräte an einem Tag ausverkauft waren, ist man hierzulande eher skeptisch. Zu klein scheinen die Neuerungen zu sein, die in dem kleinen silbernen/blauen/schwarzen Kasten drin stecken.





Das Display:


Da wäre zum einen natürlich das beleuchtete Display. Wie beim bereits erhältliche und nicht von Nintendo lizensierte Afterburner-Kit handelt es sich um ein Frontlight. Das hat den großen Vorteil, dass bei guten Lichtverhältnissen (z.B. im Freien) auch mit eingeschaltetem Licht sehr gut gespielt werden kann. Außerdem ist die Produktion billiger.
Beim Einschalten aktiviert sich das Licht automatisch, schaltet man es später mit dem in der Mitte sitzenden Knopf aus ist es beim nächsten Neustart jedoch wieder voreingestellt. Überhaupt dieser Licht-Knopf: Game Cube Spieler werden ihn hassen, wird er doch vor allem in der Anfangszeit mit dem Startknopf des Würfel-Kontrollers verwechselt. Das kann zu manch heiteren und auch prekären Situationen führen.


Das Licht an sich ist von einer ausreichenden Helligkeit, gibt jedoch den Spielen einen lilanen Schimmer. Vor allem der weiße Startbildschirm sieht damit „süß“ aus. Dafür tut es ganze Arbeit: Selbst in völliger Dunkelheit kann man gut spielen, was vor allem euren Augenarzt freuen wird: Zu oft in der Finsternis zocken ist ziemlich schädlich… Auch fällt auf, dass der obere Teil des Screens schwächer ausgeleuchtet ist als der untere. Das stört zwar nicht weiter, hätte aber nicht sein müssen.

Das Display scheint auch etwas tiefer im Gehäuse drin zu sitzen als beim normalen GBA, ist aber immer noch ein unheimlich toller TFT.


Wenn da nicht, ja wenn da nicht…


Warum sich Nintendo mit ihrer Werbung so stark auf die männlichen Spieler versteift erscheint unverständlich. Denn noch besser als der alte GBA eignet sich der SP als Schminkspiegel für die Damenhandtasche. Die Abdeckung gibt nun ein noch besseres Bild von euch wieder, was selbst bei eingeschaltetem Frontlight ziemlich deutlich und damit ärgerlich zu bemerken ist.




Der Akku:


Das Akku-Pack im SP ist eine weitere Neuerung. Dank dieses kleinen, aber feinen Schachzuges von Nintendo müsst ihr nie wieder Batterien kaufen. Nachteil: Seid ihr auf einer längeren Reise und euer Saft geht zur Neige müsst ihr zur nächsten Steckdose hechten, um mit dem beigefügten Ladekabel wieder Strom in euren Boy zu schaufeln. Für lange Autofahrten gibt es aber als Zubehör das allseits beliebte Autoladegerät. Also keine Panik.

Der Akku selber ist ein Lithium Ionen Akku mit 600mAh Leistung und soll für ca. 18 Stunden ohne und 10 Stunden mit Licht halten.

500 Ladegänge später ist aber auch dieses „Wunderwerk der Technik“ am Ende seiner Kräfte. Ersatz muss her. Und hier hat Nintendo zum Glück ein Einsehen gehabt: Mit einem einfachen, kleinen Kreuzschlitzschraubenzieher kann man die Akku-Abdeckung öffnen und unter anderem einen der Fremdakkus einsetzen, die sicher bald den Markt überschwemmen werden. Wollt ihr den offiziellen Weg gehen, so bietet Nintendos Customer Service einen Tausch des Akkus an. Wahrscheinlich aber Kostenpflichtig.


Der Rest:


Kostenpflichtig ist auch das Zubehör „Kopfhörerstecker“. Wohl für ca. 6 Euro kann man sich diesen Anschluss für die Lausch-Stöpsel bei Big N bestellen. Nicht unbedingt ein feiner Zug, denn schließlich hätte dieser Eingang sicher auch seinen Weg in das Gehäuse finden können. Selbst in Mini-Handys passt noch eine Freisprecheinrichtung.


Dafür ist zumindest der Klappmechanismus über jeden Zweifel erhaben: Er wirkt stabil und scheint auch längeren Auf- und Zuklappaktionen stand zu halten.
Die gute Verarbeitung gilt auch für den Rest des Gehäuses. Das erstaunlich leichte Gerät, dass aufgeklappt größer wirkt, als es ist, liegt gut in der Hand und vermittelt einem das Gefühl, etwas robustes in der Hand zu haben.
Was man von den Bedienknöpfen aber leider nicht behaupten kann…

Diese sind nämlich um einiges schlechter als die des Ur-GBA. Vor allem L und R wirken klapprig und etwas lose. Den Vogel schießt aber das Steuerkreuz ab. War es beim GBA noch stabil und auch vielleicht etwas schwergängig, so labbert das SP-Kreuz wild in der Gegend herum. Im Test mit dem Spiel Zelda war es öfters nicht so einfach, Türen genau zu treffen oder Feinde gezielt anzugreifen.


Das Handling:


Trotz des vermurksten Steuerkreuzes ist die Bedienung des GBA SP alles andere als schlecht. Wer den alten Game Boy mochte kommt auch hier gut zurecht. Für große Pranken ist das Gerät zwar nichts, dafür kommen Menschen mit normalen Händen gut an alle wichtigen Knöpfe. Nur Start und Select hätten etwas höher liegen können, nach ein wenig Eingewöhnungszeit bedient man diese aber auch im Schlaf.
Vor allem aber die L&R-Knöpfe machen einem zu Schaffen. Nach einer längeren Zockrunde bekommt man den einen oder anderen Krampf im Finger. Spiele wie Street Fighter, welche die volle Pad-Belegung fordern, können bei übermäßigem Gebrauch zu Muskelkater führen. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.




Das Fazit


Wäre der SP vor zwei Jahren auf den Markt gekommen, dann hätte sicher jeder von einer Revolution im Handheld-Markt gesprochen. Die vielen kleinen Verbesserungen sind heute jedoch, vor allem, wenn man bereits einen GBA besitzt, sicher keine 130-140 Euro wert. Dementsprechend scheint der erste Verkaufstag auch nicht ganz so wie erhofft zu laufen: Ein Mitarbeiter einer großen Multimedia-Handelskette meinte, die Verkäufe liefen schleppend. Der Preis für das Gerät sei vielen zu hoch und Nintendos Ruf auf dem deutschen Markt seit dem Flop des Game Cubes sowieso dahin.

Das Fazit also an dieser Stelle: Der SP ist ein tolles Maschinchen, hat aber immer noch starke Mängel und Macken, mit denen die Gamer leben müssen. Für GBA-Besitzer lohnt sich der Kauf jedoch kaum. Wer noch keinen Handheld hat und sich eine Anschaffung überlegt, dem sei der SP aber ans Herz gelegt. Es ist wie mit der Street Fighter Serie: Mit jeder neuen Version kommen kleine Verbesserungen, der große Wurf ist es aber jedes Mal nicht.


Christian Nork|Trunx

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