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Advance Game Port

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Autor: Trunx

Kategorie: hardware
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 15.03.2004


Advance Game Port



Der Advance Game Port preist sich selbst als die revolutionäre Art, Game Boy Advance Games über einen GameCube mit Vollbild auf einem Fernsehgerät zu spielen. Dieser Satz steht zumindest auf der Verpackung und Datel geht damit vollmundig in Nintendos eigenem Revier wildern. Hat die Mutterfirma des GBA nicht erst vor kurzem selbst einen Game Boy Player herausgebracht, der eben über diese Features verfügt: Er lässt einen, wie der gute alte Super Game Boy für das Super Nintendo (SNES) die eigentlich für unterwegs gedachten Spiele auch auf dem großen Bildschirm lebendig werden.


Der erste Eindruck des Gerätes ist gemischt. Ca. 30 Euro kostet der Advance Game Port, da wundert man sich, dass das Gerät etwas sehr "billig" wirkt. Der Plastik-Port hat kaum Gewicht und scheint auch nicht die stabilste Konstruktion zu sein. Auch die MiniDVD, die zum Booten benötigt wird, steckt nicht wie gewohnt in einer großen Plastik-Hülle sondern wird in einer einfachen Papierhülle mitgeliefert, welche nicht einmal die richtige Größe für die Scheibe besitzt. Das kann ja heiter werden, denkt sich der Tester und liest den Fetzen, der sich "Anleitung" nennt. Danach ist man klüger: Das Kabel muss in den zweiten Memorycard-Slot, die DVD gehört eingelegt (ach...) und es kann los gehen...


Der erste Start mit dem Testmodul Final Fantasy Tactics Advance beginnt zunächst mit Werbung. Ja, richtig: Beim "Booten" des Spiels, das übrigens sehr locker im Game Port drin steckt, wird für weitere Produkte der Firma "Datel" geworben. Auch eine Art, die Wartezeit zu überbrücken, die beim Game Boy Player nicht vorhanden war. Das ist der erste Moment, in dem wir stutzig werden. Warum Ladezeiten?


Als das Spiel los geht, trauen wir unseren Ohren nicht: Knarzig und knackend dröhnt der Sound aus dem Fernseher, dass es eine Qual ist. Oh je, das kann noch was geben...

Final Fantasy Tactics Advance besitzt als einziges Spiel auf dem deutschen Markt die Möglichkeit, den Kontrast des Spiels an den Fernseher anzupassen. Trotzdem lässt der Anzock-Test das Grauen in einem emporkriechen: Verfälschte Farben werden von dem weiterhin wie ein besoffener Mexikaner klingenden Sound unterlegt, ein leichtes bis starkes Ruckeln macht sich auch bemerkbar. Sollte das bei anspruchsvolleren Spielen schlimmer werden?




Prompt den Z-Button gedrückt und siehe da: Man kann das Spiel an dieser Stelle auswechseln. Von einem Menü fehlt aber jede Spur. Wurde uns nicht etwas von "Vollbild" versprochen? Der fette, nicht abschaltbare Rahmen rund um den Spielebildschirm spricht aber eine deutlich andere Sprache.

Nachdem FFTA nun "Ich bin ein gutes Spiel, holt mich hier raus" geprobt hat, schlagen wir eine etwas härtere Gangart ein: Motoracer Advance ist immer noch eins der schnellsten Rennspiele für den GBA mit 60FPS und demnach prädestiniert für den Speedtest! Sollten unsere Ahnungen richtig sein und ein stärkeres Ruckeln auftreten, oder ist das bei FFTA eine Ausnahme gewesen?


Mitnichten. Motoracer Advance ist, um es kurz zu machen, unspielbar geworden: Die Strecke zuckelt vor sich hin, jede Bewegung wird zur Qual. Zum Abschalten.

Was uns zu folgender Theorie bringt: Der Advance Game Port ist gar kein richtiger Game Boy Advance, sondern er ist ein GBA Emulator auf der Basis echter Spiele (keiner ROMs) für den Game Cube. Wobei er dennoch eine Beleidigung für den kleinen Kasten darstellt, der eindeutig mehr drauf hat, als ruckelnde GBA Spiele darzustellen.

Ein nachträglichen Anschließen des Wavebird führt zusätzlich zu dem Ergebnis, dass dieses Gerät bedingt unterstützt wird: Nur, wenn er beim aktivieren des GCN auch an war und auch nur dann, wenn der Game Port Lust hat, heute etwas wireless zu sein, funktioniert der Controller...


Fazit:

Wir müssen es leider tun, auch wenn die Hoffnungen am Anfang groß waren, eine günstige Alternative zum Game Boy Player zu finden: Dies ist eine Warnung an alle potentiellen Käufer: Kauft auf keinen Fall den Advance Game Port, selbst geschenkt solltet ihr ihn nicht nehmen: Er wird schneller in der Ecke landen, als es euch lieb ist. Und euch dazu treiben, einen Game Boy Player zu kaufen (zumindest war das bei mir der Fall, wieder 50 Euro weg, Mist...).

Die Abspielqualität der Spiele ist miserabel. Hobby-Entwickler werden sich auch ärgern, spielt der Port doch keine Flash-Karten mit selbstgebastelten Spielen ab. Also auch für diese Zwecke ein unbrauchbares Gerät. Und was noch dazu kommt: Normale, alte Game Boy Spiele werden erst gar nicht unterstützt. Aber das steht zumindest nicht auf der Packung...

Ergo: Finger weg, ihr würdet es bereuen!


Christian Nork für PG.de

Vielen Dank an Big Ben Interactive für die freundliche Bereitstellung des Testmusters
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