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Der e-Reader

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Autor: Trunx

Kategorie: hardware
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 15.04.2004






Der e-Reader:

Es gibt sie noch: Hardware von Nintendo, die wir noch nicht im Test hatten. Nachdem sich Nintendo of Europe (NOE) unter Herrn Herr nicht entscheiden konnte, ob man jetzt den e-Reader hierzulande auf den Markt bringen sollte oder nicht, ist es nach dem Weggang von Herr² ruhig geworden um dieses mysteriöse Tool.


Kein Grund für uns, nicht mal einen kleinen Import zu wagen und das Gerät auf Herz und Nieren zu testen! Stellen wir uns also die wichtigste Frage zuerst:


Was ist überhaupt dieser e-Reader?

Unser Nasreddin würde sagen: Unnötig. Trunx (das bin ich, kupo) sagt: Testen muss man es ja mal. Iceman (Mr. Komplettlösung) sagt: Her damit, meine Pokemon dürsten nach Karten!


Was uns der Materie aber nicht näher bringt. Also ganz von vorne:

Der e-Reader ist ein etwas unförmiges Gerät, dass man in den Modulslot des GBAs steckt. Normalos (das sind die ohne SP, die von Mit-SP-Spielern nur noch belächelt werden) merken, dass es bei ihnen etwas schwerer geht: Ah, man hat an einen durchgeschleiften Linkport gedacht: Wer also zu zweit zocken will, der kann das ruhig tun.

Bei SP-Spielern entfällt dies, wird der e-Reader unten eingesteckt (oben wäre ja auch doof, befindet sich dort schließlich kein Modul-Slot, ist ja klar). Das hat zur Folge, dass a) der Linkport oben frei bleibt und b) der Linkport-Einsatz des e-Readers über den Rand des SP guckt - man kann die Klappe also nicht mehr zu machen (sollte es doch passieren: keine Angst, dem Bildschirm passiert nichts. Auch bei Druck nicht... hoffe ich.... He, nehmt den Brockhaus von meinem SP!)


Ok, soviel zum Versuchsaufbau. Nun wissen wir immer noch nicht, wofür der e-Reader gut ist. Geduld, Geduld, das kommt ja jetzt.


Wofür zum Geier ist der e-Reader denn jetzt?

Kurz gesagt: Mit dem e-Reader kann man Karten einlesen, um die darauf gespeicherten Daten in Spiele oder Zusätze auf dem GBA anzeigen zu lassen. Clever, nicht? Darum auch e-Reader: Elektronischer Leser. Mensch, die Jungs bei Nintendo sind aber auch kreativ!


Im Lieferumfang enthalten sind zudem gleich ein paar dieser Karten, so dass man sofort loslegen kann (wenn man die Packung unbeschadet aufbekommt.. warum die auch alles in Plastik einschweißen müssen!). e-Reader eingesteckt, GBA angeschaltet und mit einem heiteren Pling (nein, es kommt mir nur heiterer vor, natürlich klingt es wie immer) erwacht der Game Boy Advance SP (ja, ich gehöre zu den Guten!) zum Leben.

Der erste Bildschirm verrät schon einiges: Mitentwickler war nämlich die Firma HAL, bekannt für die Kirby-Spiele und wahrscheinlich nicht umsonst benannt nach dem verrückten Computer aus 2001 (Lernen mit PG.de: Schaut mal, was im Alphabet nach den Buchstaben HAL kommt... klingelts?). Außerdem ist noch Creature INC mit im Boot - Die Pokemon-Macher! Nein sowas, Sachen gibts!


Mit einem Druck auf Start wird das etwas simple Hauptmenü aufgerufen, in dem uns eine Dame in wunderbarem Englisch gleich den Weg weist. "Schkän Da Koud"... naja, ich denke, sie meint "Scan Dot Code", was so viel heißt wie "Scan eine Strichcode". Auch die weiteren Punkte werden vorgelesen. Nun ja, Vorschulkinder wird es freuen (zumindest solche, die der englischen Sprache mächtig sind..). Wir klicken zunächst mal auf "Scan Card", schließlich sind wir ja dafür hier. Die zwei mitgelieferten Karten-Taschen haben wir bereits aufgerissen. Eine enthielt 5 Karten, um Donkey Kong Jr. (das klassische NES-Game) zu laden, die anderen waren 3 Pokemon-Karten sowie eine Animal-Crossing (ein interessantes GCN-Spiel im Stil von Harvest Moon) und eine Game And Watch-Karte, die das Spiel Manhole enthält.

Letztere wird von uns nun auch genommen, um sie durch den großen Kartenschlitz zu ziehen. Raaaaatsch! Keine Reaktion. Nochmal, langsamer. Raaaaaaaaaaaaaaaatsch! Wieder keine Reaktion... "Time Delay Error" Sorgenfalten bilden sich, dabei ist die Lösung so nahe: Schau in die Anleitung! Toll, mit Bild. Leider nur für den normalen Game Boy Advance, SP-Besitzer müssen etwas "umdenken"... Also nochmal: Raaaaaatsch. Zonk. Read Error. Na, immerhin liest er. Nur nicht das Richtige.


Lange Rede, kurzer Sinn: Nach ca. einer halben Stunde kommt endlich das erhoffte "Pling". Ich hätte das "Read Error" der jungen Dame auch nicht mehr länger ausgehalten (und ich wette, es verfolgt mich jetzt im Schlaf...). "Need another Dot Code". Wie, noch einen? Blick auf die Karte: Ja, es gibt noch einen zweiten Strichcode. Ok, also nochmal das Prozedere. Diesmal geht es etwas schneller, nach einer Viertelstunde stehen 2 Codes im System, eine Fanfare ertönt. Die habe ich jetzt aber auch wirklich verdient!

Das Spiel an sich ist eher... unspektakulär (Nasreddin würde es "unnötig" nennen und und außerdem schon aus den Game & Watch Gallerien von Nintendo bekannt. Für Zwischendurch aber gar nicht übel. Wenn dieses lästige Gewicht des e-Readers nicht wäre...


Gut, 10 Minuten gezockt, nun geht's ans Eingemachte: Donkey Kong Jr., schließlich ist Nintendos Classic NES-Reihe auf 5 e-Reader-Karten das Verkaufsargument schlechthin für das Gerät. Moment... sagte ich fünf Karten? Mit jeweils 2 Seiten zum Einscannen? *sigh*


2 Stunden später

Nur noch eine Karte... "Read Error"... ARGH... "Tataaaaa" Loading Application. JUHU! Donkey Kong Jr. wurde soeben erfolgreich eingespeist. Das Gefühl dabei ist herrlich, grandios, wie der erste Mann auf dem Mond, so durchströmt mich das Glück gerade (wenn dieser lästige Schweiß in den Augen nicht so brennen würde..). "Save this Game?" Ja, aber bitte doch! Der e-Reader weiß, was er für seine User tun kann. Einmal eingescannt kann er bis zu... 1... NES-Game für lange Zeit im Batteriespeicher lagern. Kommt ein weiteres NES-Game hinzu... ok, dann ist das Spiel weg, aber das überlegt man sich sicher zweimal. Game&Watch Spiele kann man aber weiterhin draufladen.


Neben den NES-Games ist vor allem die Erweiterbarkeit von normalen GBA-Spielen das Hauptargument des e-Reader. Ob Pokemon oder Mario Advance 4, alle profitieren Sie von den Eigenschaften des kleinen Klotzes. Zumindest in den amerikanischen Versionen (die deutsche Version von Pokemon mit dem e-Reader testen wir am Wochenende). Dort kann man neue Pokemon und Trainer freischalten, frische Extras finden (Super-Beeren, etc.) und hat überhaupt mehr vom Spiel. Benötigt aber auf einmal zwei GBAs! Einen mit e-Reader und einen mit dem Spiel! Jeder Teletubbie würde sagen: OhOh!

Interessant sind die Features auch bei Mario Advance 4, welches komplett neue Levels sowie Cheats für Unverwundbarkeit und vieles mehr bietet. Alles Dinge, die uns in Europa verborgen bleiben...


Fazit:


Auch wenn ich es ungern tue, aber in diesem Fall stimme ich mit Nasreddin überein: Für einen deutschen GBA Spieler ist der e-Reader so nützlich wie ein Kropf.

Wer Zugriff auf weitere Karten aus Amerika hat und auch nur die englischen Versionen auf dem GBA zockt, der kann es sich überlegen, ob er bereit ist, ca. 20 Dollar für das Gerät auszugeben. Die Zusatzfunktionen sind ein nettes Gimmick (auch wenn sie eigentlich schon im Spiel vorhanden waren und auch per Action Replay freizuschalten sind...) und die alten NES-Games machen auch heute noch Fun.

Fakt ist aber, dass man immer einen recht schweren Klotz an seinem GBA hängen hat. Außerdem funktioniert das Einlesen der Karten noch nicht 100% genau, man benötigt schon mehrere Versuche, bis man es ohne Probleme schafft.

Prädikat "Kultig, aber unnötig".

Christian Nork für PlanetGameboy.de


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