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Die E³ im Jahr 2004 - Der Rückblick

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Autor: Trunx

Kategorie: events
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 15.05.2004






In der Schule ist es genauso: Die coolen, die modernen, die Markenträger sind die erfolgreichen, gehen nach der Prom-Night nach Hause und halten die Ballkönigin im Arm. Der nette Junge von Nebenan, der nicht in der Footballmannschaft ist, geht leer aus. Dabei wäre der Spaß für die Ballkönigin mit ihm vielleicht anhaltender, von Dauer, innovativer. Vielleicht steckt in dem Jungen von Nebenan statt einer kindischen, lahmen Ente ein Clark Kent plus neuartigem Hitzeblick?


Bis jetzt kann das noch keiner sagen, denn die E3 ist gerade erst zu Ende. Im Vorfeld hieß es immer "das wird die spannendste E3 Messe, die man seit Jahren gesehen hat!" - Und Recht hatten sie. Zumindest zum Teil.

Denn für die großen Konsolen war die Veranstaltung eher langweilig. Kaum neue Titel wurden für X-Box und Playstation 2 vorgestellt, die großen Kracher waren bereits im Vorfeld bekannt und werden auch noch dieses Jahr erscheinen. Vor allem die Pressekonferenzen der großen Drei waren unterschiedlicher, wie sie nicht sein könnten.


Totgesagte leben länger



Am Ende war es das japanische Kultunternehmen Nintendo, welches den Tag der Konferenzen - Judgement Day sozusagen- für sich entscheiden konnte. Niemand sprach an diesem Abend über die langweilige Präsentation von Microsoft, in der als einzige großen Kracher neue Spiele von Electronic Arts und Videos von Halo 2 gezeigt wurden.

Da war Sony schon etwas anspruchsvoller, mündete die gesamte Präsentation doch schlussendlich in der Vorstellung der heiß ersehnten Playstation Portable. Doch auch hier gab es nichts grundlegend neues, das Design des Handhelds hat sich gegenüber dem bereits bekannten Konzeptmodell nur minimal geändert, die Grafikfähigkeiten sind phänomenal, aber wenig innovativ.


Spannend wurde es, als Kandidat Nr. 3 seine Stimme erhob: Nintendo begann mit einer gerade zum einschlafen gedachten Demonstration seines Marktanteils der letzten Monate, verglich Äpfel (Playstation-Verkäufe) mit Birnen (GBA-Verkäufe) und machte eigentlich so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, bis... ja, bis der bis dato nervigste Nintendo Moderator (Reggiiie!) einen kleinen, hässlichen, unförmigen Kasten in die Luft hielt und mit dem Namen "Nintendo DS" belegte.

Außen pfui, innen hui: Wireless Lan, Touchscreen, eingebautes Mikrophon für Sprachsteuerung, Abwärtskompatibilität zum Game Boy Advance - Es scheint, als hätte Nintendo diesmal sogar alles richtig gemacht!

Die anschließende Präsentation von einem neuen, coolen Zelda-Titel für den Game Cube machte Nintendo endgültig zum Gewinner des Tages.



Spielspaß VS....?


Nun ist die Katze also aus dem Sack und trotz aller Bekundungen, Nintendo DS und Playstation Portable würden in anderen Ligen spielen: Es wird dennoch zu einem Kampf zwischen diesen beiden Handhelds kommen. Warum auch nicht, hat der Game Boy Advance doch auch aufgrund der wenigen vorgestellten Titel zur E3 im Prinzip schon verloren. Doch welche Konsole wird sich jetzt durchsetzen? Welche Zielgruppen werden Sony und Nintendo erreichen?


Interessant ist der Standpunkt von Nintendo: Großartige Infos zu den Spezifikationen des DS sind nicht bekannt. Das damals aufgetauchte Datenblatt wurde mit keinem Wort erwähnt, die offizielle Pressemitteilung schweigt sich über die grafischen Fähigkeiten des Geräts aus. Einzig die spielspaßfördernden Features wie Touchscreen und zwei Bildschirme werden immer wieder erwähnt. Was also plant Nintendo?


Zum Einen legt man keinen Wert darauf, die Hardwaremuskeln des DS offen zu legen. Die ersten Spiele machten einen guten Eindruck, der etwas zwischen Playstation 1 und Nintendo 64 liegt. Metroid sieht fabelhaft aus, hat jedoch auch teilweise sehr hässliche Texturen. Viele andere Titel sind Umsetzungen von Nintendo 64 Spielen, wie Animal Crossing DS oder Mario Kart DS. Droht eine neue Remake-Welle? Wohl eher nicht, wurde doch jeder Titel um die extravaganten Eigenschaften des DS aufgewertet und perfektioniert.


Spannend ist die Tatsache, dass Nintendo den Entwicklern für den DS keine Vorgaben macht. Sie können die vielen Fähigkeiten nutzen - Müssen es aber nicht. DS steht seit der E3 für Developer System. Und so ist es auch gedacht: Kreativität soll gefördert werden, der Spieler bekommt ein völlig neues Erlebnis. Nintendo macht den DS für den Spieler und den Entwickler - Nicht für den eigenen Geldbeutel. Aber glauben wir das?


...Styling?


Auf der anderen Seite steht Sony. Die Playstation Portable wurde als das präsentiert, was sie ist: Ein durgestyltes Machtinstrument, ein Brecheisen, um den starren Handheldmarkt, seit über 10 Jahren von Nintendo beherrscht, für Konkurrenten zu öffnen, aufzustemmen. Sony hat viel zu Gewinnen und auch viel zu verlieren - Vor allem Ansehen. Bisher ist jeder Gegner untergegangen. Der Game Gear scheiterte an einer schlechten Werbung und zu hohem Batterieverbrauch. Ataris Lynx am Spielemangel und selbst der von Square Enix unterstützte Wonderswan konnte sich nicht gegen die Übermacht von Pokémon und Co. durchsetzen.


Was also kann Sony tun? Das, was das Unternehmen seit den 90ern mit der Playstation 1 am besten kann: Image, Image, Image - Leistung, Leistung und nochmals Leistung. Wo Nintendo schweigt haut der große Konkurrent mächtig auf den Putz. 300 Megahertz Prozessor, Spiele von vergleichbarer Qualität mit Heimkonsolen-Primus Playstation 2. Filme für Unterwegs, die gleich mit einem Knaller von Square Enix aufwarten können - Advent Children, die "Fortsetzung" des wohl besten Rollenspiels aller Zeiten, Final Fantasy 7. Doch wird das ausreichen?


Schon werden Gerüchte laut; es unkt die Konkurrenz: Batterielaufzeiten von 2 bis 10 Stunden seien ein Witz, bei dem Display und der Leistung käme die PSP gerade einmal auf zwei Stunden Spielzeit - Maximal! Sony hält sich noch bedeckt, was diese Zahlen angeht, was nichts Gutes verheißen mag. Kommt hier der zweite Game Gear?

Wohl kaum: Sony hat das Know How und vor allem die finanziellen Mittel, ein Gerät auf den Markt zu bringen, dass allen anderen, zumindest technisch, weit überlegen ist. Man wird nicht so dumm sein und gleich die erste Hardware-Generation der mobilen Unterhaltung, welche in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat, ins Wasser setzen.


Die ersten Spiele sehen auf jeden Fall phänomenal aus, würden selbst so mancher Heimkonsole gut stehen und werden dem mit der PSone und PStwo herangezüchteten Publikum gefallen. Die PSP bietet, was Handheld-Games ausmacht: Kurz ins Spiel reinkommen, abschalten können, gleich danach wieder zurück ins reale Leben - Das Konzept könnte aufgehen.
Doch ist es auch wieder einmal eine Frage des Preises: Vor allem in den USA, wo der Handheld-Markt neben den normalen Konsolen so "nebenher" läuft, wird eine überteuerte PSP keinen Erfolg haben. Sony wird in der Anfangszeit starke Verluste machen - Die von guter Software wieder eingespielt werden müssen!


Das Fazit der Messe:

Es erwarten uns heiße Monate - Und zwar erst dann, wenn dieser Sommer vorbei ist! Nintendo DS und Sony PSP werden wohl recht zeitnah in Japan starten (hoffentlich halten die armen Kerle genügend Geldreserven bereit). Es wird auf die Starttitel ankommen, was sich am ehesten verkauft. Sony ist mit einem Metal Gear Strategiespiel gut dabei, das gefällt den Japanern. Auch ein Rollenspiel von Namco findet im Land der aufgehenden Sonne großen Gefallen.

Japaner sind aber auch verspielt, offen für Neues. Das zeigen die vielen Automaten-Discos, in denen mit allen möglichen - und unmöglichen - Tools um die Aufmerksamkeit der zahlungswilligen Jugend geworben wird.Nintendos DS hat hier gute Chancen, durch seine "Andersartigkeit" zu Punkten. Und wer den japanischen Markt beherrscht, der hat auch das Sagen über die wichtigen Publisher und Entwicklerfirmen wie Konami und Capcom.


Im Moment ist noch alles offen. Wollen wir hoffen, dass Nintendo und Sony die Zeit nutzen und bis zum Winter noch eine Menge an ihren Geräten herumschrauben. Nintendo am Design, Sony an der Batterietechnik. An eine Co-Existenz zweier erfolgreicher Geräte wagt nämlich niemand zu glauben.


Christian Nork für Planetgameboy.de
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