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Seite 3: Das dritte Jahr des GBA

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Autor: Sagat

Kategorie: sonstiges
Umfang: 4 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 30.06.2004





Das nächste Jahr begann, wie das alte aufhörte, mit einer Neuauflage von Iwatas Prophezeihungen, diesmal sprach er von "Spaß und Bewegung wie nie zuvor". Und wieder fragten sich die Nintendo-Jünger, ob man denn auf Satoru Iwatas Reden überhaupt noch hören sollte, da trudelte (zumindest für GBA-Fans) eine äußerst heitere Nachricht in den PlanetGameboy-Geschäftsgebäuden ein: Sonys PSP, vor ein paar Monaten noch auf einen Preis von 99 US-Dollar veranschlagt, sollte voraussichtlich bis 430 Euro kosten. Die Reaktionen waren enorm und reichten von absoluter Fassungslosigkeit bis zum kopfschüttelnden Kaputtlachen.



Am Mittwoch, den 21. Januar war es dann soweit: Nintendo erklärte in einer Pressemitteilung, dass es sich bei ihrem wohlgehüteten Firmengeheimnis um den Nintendo DS handeln sollte, eine tragbare Spielkonsole mit zwei Bildschirmen. Die Spielergemeinde nahm diese Nachricht eher verhalten bis offen spöttisch auf. Keiner konnte sich so recht etwas unter dem neuen Gerät vorstellen. Die meisten hatten sich nach Iwatas vollmundigen Prophezeihungen irgendetwas wirklich Revolutionäres vorgestellt, nicht einfach einen "Gameboy mit zwei Bildschirmen", was das Gerät nach dem damaligen Stand der Informationen anscheinend war. Auch Nintendo sah wohl die auf dem Informationsrückstand beruhende Motivationslosigkeit und so schob man in den nächsten Tagen einige Infos nach, die allerdings den Spielern auch nicht viel weiterhalfen. Vermischt mit den Gerüchten, die sich bei solchen Großankündigungen natürlich zwangsläufig ergeben, kam dabei bei manchen ein richtiggehend verwirrender Potpourri an richtigen, falschen und halbfalschen Informationen zustande, sodass Nintendo, neben dem In-die-Welt-setzen neuer Angaben auch noch regelmäßig alte widerrufen musste. Auch ein neues DS-Spiel wurde enthüllt; Shigeru Miyamoto's Buzz, von dem wir seitdem kein Sterbenswörtchen mehr gehört haben.



Nintendo schien den leichten Unmut unter den Zockern zu spüren, daher versicherte Perrin Kaplan nochmals, dass an einem separaten GBA-Nachfolger gearbeitet wurde (was von einigen aufgefasst wurde als "Ist ja gut, ihr müsst euch den DS ja auch nicht kaufen!"). Währenddessen wurden wir von nicht allzu erwähnenswerten GBA-Games versorgt (oder nennt ihr das x-te Yugiohspiel oder Tigerwoodsgolf etwa erwähnenswert?)

Stattdessen erwähnenswert ist sicher eine hochdramatische Rede von Nintendos Ex-Chef Hiroshi Yamauchi, dessen Inhalt war, Nintendo würde, sollte der DS ein Erfolg werden, "im Himmel" sein, bei einem Flop hingegen "in der Hölle". Wie sollten wir das denn bitte verstehen? Wie ein Flehen: "Bitte, bitte, kauft euch den DS, sonst braten wir auf ewig im Höllenfeuer und werden aufs Furchtbarste gequält"? Oder plant Yamauchi, Nintendo vom Hardware-Geschäft abzuziehen, falls der DS floppt? Fragen über Fragen, aber wo bleiben die Antworten?

Statt einer Antwort kam von Nintendo etwas ganz anderes, und zwar... eine neue Pokémon-Tour! Wieder setzte sich der Tourbus durch Deutschland in Bewegung und versprach, den Spielern einen Bereich in ihren GBA-Versionen zu öffnen, an den sie auf normalem Wege nicht herangekommen wären. Die Spieler waren's zufrieden und pilgerten zu den Anfahrtsorten des gelben Busses, um sich ihren Bonus abzuholen.



Passend zum Lied "Im Märzen der Bauer sein Rösslein anspannt" kam in Deutschland Harvest Moon - Friends of Mineral Town heraus und ließ die Spieler zu begeisterten Landwirten werden. Die extremst versaubeutelte Übersetzung tat der Tatsache kaum Abbruch, dass wir es hier mit einem launigen Lebenssimulator zu tun hatten, der mühelos die Menschen in ihren Bann zog.



Und dann war endlich ein Nachfolger für den getürmten Axel Herr gefunden: Dr. Bernd Fakesch übernahm den Posten des General Managers von Nintendo of Deutschland. Seltsamerweise war er aber bisher nicht so in den Medien präsent wie sein Vorgänger Herr; zumindest ich habe von ihm seit seinem Amtsantritt kaum mehr was gehört.



Man hätte es nicht mehr für möglich gehalten, doch das schon verloren geglaubte Rare-Game Sabrewulf wurde von THQ auch in Deutschland herausgebracht - und entpuppte sich, wie zuvor Banjo Kazooie, als recht spaßiges, aber ziemlich kurzes Spielchen, das einen voll Wehmut an die alten Zeiten denken ließ, als Rare noch für Nintendo arbeitete - und nicht für Microsoft (ja, das Microsoft).



Anfang April kam dann das langerwartete Squareprojekt Sword of Mana in die Läden, über das sich so manche Spieler sofort begierig hermachten. Da man hier ein perfektes 100%-Game erwartet hätte, war die Verwunderung über die zahlreichen kleineren Mängel groß - ein Spiel im Stile des legendären Secret of Mana wäre gut gewesen, doch ohne Kooperativmodus und einige andere wichtige Features war nur ein Abglanz des Klassikers zu spüren. Schade eigentlich.



Ein anderes Spiel, welches mehr oder weniger gemischte Gefühle als Resultat überzogener Erwartungen hervorrief, war Metroid Zero Mission, eine bloße Umsetzung des ältesten Metroids dieses Planeten, nämlich des NES-Teils, der, obwohl damals wegweisend, für heutige Verhältnisse schlicht und ergreifend zu wenig Umfang hat. Natürlich, die Atmosphäre wurde von Nintendo ordentlich auf Super Metroid-Niveau aufgemotzt und einige Extras wurden dem Spielchen ebenfalls spendiert. Das änderte allerdings nichts an der Tatsache, dass man nach zwei Stunden den Planeten Zebes durchforstet und Mother Brain den Brägen weggeblasen hatte (Anm. der Redaktion: Was auch immer "Brägen" sein mag). Für Fans der flinken Samus Aran trotzdem eine gelungene Nostalgievorstellung, für alle anderen ein kurzer Spaß, wenn überhaupt.



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