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Seite 2: Das dritte Jahr des GBA

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Autor: Sagat

Kategorie: sonstiges
Umfang: 4 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 30.06.2004





Doch das Ärgernis darüber wurde durch den Deutschlandstart von Golden Sun - Die Vergessene Epoche wie weggeschwemmt. Tausende kleine GBA-Zocker schwärmten im siebten Himmel und huben sogleich an, das Rollenspiel zu loben und zu preisen. Was dabei etwas unter den Tisch fiel war, dass der zweite Teil im Grunde schon im ersten hätte enthalten sein müssen und daher erfahrene Spieler mit dem Spiel ähnliche Probleme hatten wie so mancher Kinogänger mit dem gestückelten Kill Bill von Quentin Tarantino. Mitten in diesem Hype meldete sich Microsoft (ja, das Microsoft!) zu Wort und äußerte sich mal wieder zu seinen Handheld-Plänen. Mehr als ein verschwommenes "vielleicht ja doch irgendwann.... vielleicht aber auch nich" kam dabei allerdings nicht raus.


Ende September meldete sich dann Nintendo zu Wort und kündigte an, mit einer eigens dafür entwickelten Konsole den chinesischen Markt erobern zu wollen. Obwohl es sehr viele Chinesen auf der Welt gibt (jeder Zehnte ist ein Chinese, zählt mal durch, wer von euch ein Chinese ist), muss sich der Erfolg des iQue erst noch beweisen.



Anfang Oktober kam dann ein weiters Mal eine Hiobsbotschaft, die einige Unglückspropheten wieder dazu veranlasste zu verkünden, der Untergang Nintendos sei nahe. Die Firma schrieb nämlich seit 1962 erstmals wieder rote Zahlen. Begründet wurde dies durch den Kurs des Yen und die schwächlichen Gamecube-Absätze. Gerade waren die Spieler in Zukunftssorgen ob ihres Lieblingsunternehmens verwickelt, da brachte Nokia den N-Gage heraus, mit mäßigem Erfolg. Die Mängel waren beim ersten Modell natürlich schlecht wegzuargumentieren. Nintendo fuhr dagegen mit Advance Wars 2 wortwörtlich schwere Geschütze auf - der zweite Teil des Kriegsspiels war weniger knuddelig aber mindestens genauso spaßig, wenn auch nicht viel anders als der Vorgänger - wie kann man sonst erklären, dass ich meinen hochverehrten Vizechef Hendrik alias Sonic bei einem kleinen Spielchen gnadenlos in Grund und Boden spielte, ohne den zweiten Teil je gezockt zu haben? (Diese Tatsache bringe ich immer wieder gerne genüsslich an, auch wenn es Sonic nicht so gerne hört. *g*)


Die Bedrohung des GBA durch die Sony PSP sah Nintendo allerdings, wie in mehreren Interviews betont wurde, nicht so. (In dieser Hinsicht wurden sie ja mittlerweile auch von einigen Analysten bestätigt.) So übten sich Perrin Kaplan, Vizechefin der Marketingabteilung, und George Harrison, seines Zeichens Vizepräsident von NoA und Namensvetter des verstorbenen Ex-Beatles, in Einigkeit, während die ersten Konzeptbilder des so gar nicht gefürchteten Nicht-Konkurrenten veröffentlicht wurden und Development-Kits der PSP an die Entwickler versandt wurden. Tatsächlich äußerte sich Harrison sogar dahingehend, dass das neue Produkt, von dem sein Chef Iwata immer so fleißig orakelt hat, weder eine neue Konsole, noch ein GBA-Nachfolger sein sollte. Im Spieler-Lager war man ratlos. Den restlichen Monat verbrachte Nintendo hauptsächlich damit, verschiedene Verlautbarungen zu machen, die für gewöhnlich einige Tage später dementiert wurden. So hieß es z.B. eine Weile, Nintendo wolle keine neuen Standard-GBA's mehr ausliefern, nach dem Dementi war die neueste Mitteilung, mit einer neuen Konsole wäre schon 2004 zu rechnen, was dann natürlich auch gleich widerrufen wurde. Was davon nun auch war wahr und was nicht - aufs Volk machte dieses Verhalten den Eindruck, als wisse man in Nintendos Führungsetage selbst nicht so recht, wie es nun weitergehen solle.


Oh ja, der Herbst war hart, und was ihn noch härter machte, war Capcoms Megaman Zero 2 das zwar spielerisch sehr wertvoll ist, jedoch, wie gewohnt mit einem bestialischen Schwierigkeitsgrad protzen kann.

Außerdem wurde in der Reihe "von vornherein erfolglose Konkurrenzhandhelds, die aber an sich total cool aussehen, ey" mit dem Gametrac ein neues hinzugefügt. Das lasse ich jetzt einfach mal ganz unkommentiert so stehen.

Das spielerische Highlight im ausgehenden Jahr 2003 war aber sicherlich Mario & Luigi Superstar Saga. Das Action-Adventure-Rollenspiel-Jump'n'Run im Stile von Squares Mario RPG und Nintendos Paper Mario machte ordentlich Laune und war vor allem, was auch im symbolischen Sinne zu sehen ist, das erste Mario-Game auf dem GBA, welches kein Remake eines alten darstellte. Nungut, das unvermeidliche uralte Mario Bros. hatte man wieder aufs Modul gepackt (im Ernst, wer spielt das noch?), aber darüber haben die Spieler in ihrer Großzügigkeit hinweggesehen und das Spiel völlig zu recht gerne gekauft.


Doch, wie es so ist im Leben (oder zumindest in diesem Artikel) - sobald der Spieler sich halbwegs erholt hat, bekommt er den neuesten Schock verabreicht. Diesmal war es ein Haufen von Analysten von In-Stat/MDR die verbreiteten, Nintendo stehe vor der "größten Herausforderung der Firmengeschichte". Bei solchen Nachrichten zeigen sich bei einigen der zartbesaiteteren Nintendo-Fans schon erste Existenzängste, die abzumildern sich niemand geringeres berufen fühlte als der beliebte damalige Nintendo-of-Europe-Chef Axel Herr. Herr verwies auf das revolutionäre Produkt, das auf der E³ des nächsten Jahres ausgestellt werden sollte und schaffte es damit vielleicht bei einigen, einen Silberstreif auf dem Horizont zu plazieren (dem dann ein Wolpertinger namens Rumo folgte, aber das ist eine andere Geschichte...).

Wir wissen nicht, ob es an diesen salbungsvollen Worten lag, jedenfalls erreichte uns nur ein paar Wochen später die Nachricht, dass Axel Herr Nintendo den Rücken kehren würde und neue Herausforderungen suchen wolle. Ein Entsetzensaufschrei ging durch die Axel-Herr-Fanclubs, während das verschwindend geringe Häufchen derer, die ihn noch nie mochten, höchstens erleichtert aufatmeten. Und wieder hatten wir ein Katastrophenszenario: Nintendo of Europe ohne Axel Herr war quasi wie ein fahrradfahrender Fisch ohne Kopf! (Findet ihr den Vergleich zu weit hergeholt? Oh, da geht noch einiges.)



Pünktlich zu Weihnachten machte dann eine neue von Iwatas Prophezeihungen die Runde: Das revolutionäre Produkt solle weder eine Konsole, noch ein Handheld sein, sondern etwas ganz Neues, völlig originelles und ganz, ganz doll gutes. Das trieb die Spannung bei den Fans natürlich auf einen neuen Siedepunkt - ohne, dass auch nur eine einzige Information darüber verbreitet wurde, was dieses Produkt denn nun sei. In anderen Gebieten der Wirtschaft undenkbar. Überlegt euch doch mal, wenn ein Obsthändler eines Tages verbreiten lassen würde: "Ab nächstem Jahr werde ich ein revolutionäres neues Obst verkaufen! Es wird kein Apfel sein. Es wird keine Birne sein! Es wird etwas völlig Neues!"... würden die Leute doch nur die Köpfe schütteln. Nicht so die Nintendo-Fans, die es vor Freude nicht mehr abwarten konnten, ihr Geld für das neue Produkt ausgeben zu können. Und in dieser unglaublichen Spannung endete das Jahr 2003 und machte einem (hoffentlich) bahnbrechenden Jahr 2004 Platz...


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