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Nintendo 2003: Die australische Perspektive

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Autor: James Sapwell

Kategorie: kolumnen
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 03.06.2003


Nintendo 2003 - Die australische Perspektive


Als ich gefragt wurde, ob ich diesen Artikel schreiben könnte, sollte ich irgendetwas machen, das über die "unterschiedliche Perspektive von australischen Spielern zu Nintendo" berichtet. Das ist einfach, dachte ich. Das schwierige Detail kam in der nächsten E-Mail. Es sollte kein Artikel sein, der die Problemlösung behandelt.


Es war dann auch genau das, was mich festhielt. Es würde unmöglich sein diesen Artikel zu schreiben ohne irgendwie auf den Fakt hinzuweisen, dass Nintendo die vermutlich schlechteste Zeit in ihrer Firmengeschichte haben. Zugegeben, in den USA und Europa passiert gerade das selbe wie hier, aber es scheint, dass hier die Probleme am krassesten deutlich werden. Also lasst uns mal beginnen: Nintendo belegt den letzten Platz im Konsolenkrieg... und das ein gutes Stück hinter den anderen. Die aktuellsten Zahlen, die ich finden konnte (März 2003) belegten, dass der Gamecube 5,5% Marktanteil hatte, die Xbox 10,9% und die Playstation 2 weit vorne mit 30,8% (Quelle:www.informbd.com.au). Der einzige Silberschweif, ist der GBA mit einem Marktanteil von 12,9%. Alles in allem liest sich dies nicht sehr gut.


Die Sache ist, wie wir alle wissen, dass Nintendo der Promotion der Software gegenüber abgeneigt zu sein scheint. Stattdessen scheint Nintendo sich nach aussen glücklich zu zeigen und Langzeit-Fans Rechenschaft über die Verkaufszahlen zu geben ohne zu versuchen neue User für die Spiele zu umwerben. Das ist nicht wirklich eine Meinung, es ist Fakt. Jedenfalls haben sich die Dinge anscheinend zu verändern begonnen (erst zuletzt in Großbritanien) mit einigen guten Metroid- und GBA SP- Werbekampagnen, die auf die Nicht-Nintendo-Anhänger abzielte. Dies ist in Australien bisher nicht passiert, aber wir können hoffen. Es scheint als würde Nintendo langsam zugeben, dass der weltweite Markt heute sich radikal von den frühern 90ern unterscheidet als Super Mario World alles plattwalzte auf seinem Weg zu 18 Millionen verkauften Einheiten. Hoffen wir, dass es früh genug erkannt wird.


Nun, da wir ergründet haben, wo Nintnedo auf der Videospiele-Landkarte von Australien liegt, lasst uns schauen was sie dort hingeführt hat.


Ich habe eine etwas bevorteilte Position, von der ich dies einschätzen kann, da ich für die letzten drei Jahre im Videospiel-Einzelhandel tätig war. In dieser Zeit hat sich eine Sache nie geändert - die Nintendo-Hardcorespieler. Sie waren da beim Launch von Perfect Dark. Sie waren da bei Launch des GBA. Und sie waren da beim Launch des Gamecubes. Tatsächlich der harte Kern war nie zuvor offensichtlicher. Mit dem Release von The Legend of Zelda: The Wind Waker grade letzte Woche, stellten die Vorbestellungen alle anderen der Geschichte meines Spieleladens in den Schatten... und das mit großem Abstand. Ja, wirklich, sogar Halo und GTA: Vice City waren im Schatten von Wind Waker verschwunden. Sehr seltsam für das Gerät mit dem winzigsten Marktanteil, oder?


Nintendos Hardcore-Spieler kennen die Spiele, die sie mögen. Sie mögen die besten Spiele, die man für Geld kaufen kann, und sie wissen In-House Nintendo-Titel sind die besten Spiele, die man für Geld kaufen kann. Der Nachteil ist, dass sie auch wissen, dass billige PS2-Ports nicht die betsen Spiele sind, die man für Geld kaufen kann... also kaufen sie sie einfach nicht. Es muss ein seltener Umstand sein, Nintendo ist ein Opfer des eigenen Erfolgs. Der harte Kern wird bei den besten neuen Releases zum Launch in die Geschäfte strömen, aber wenn sie sie einmal haben, werden sie glücklich ein Spiel besitzen, das sie an ihrem System zocken, während sie auf das nächste Meisterwerk von Miyamoto warten, anstatt die Zeit mit einem Allgemeinen 3D-Platformer 2 zu überbrücken. Dies ist durch den erfolgreichen Release von Metroid Prime bewiesen, das in der Woche des Releases die Nummer 1 in den Charts aller Formate erklamm, aber in der zweiten Woche aus den Top Ten flog.


Vor einem Jahrzehnt existierte der Nintendo-Hardcore nicht aus den einfachen Gründen, weil Videospiele keine Mainstream-BEschäftigung war. Es war nicht (derart) sozial akzeptiert und sicherlich gab es nicht diese Millarden-Industrie, wie es sie heute gibt. Alle Nintendo-Besitzer gehörten im Endeffekt zum harten Kern. Die einzigen anderen Spieler waren die Hardcore-Sega-Fan, die, heute, zu anderen Plattformen übergewandert sind oder einfach herausgewachsen sind. Dann brachte Sony die Playstation und zielte erfolgreich auf eine völlig andere Zielgruppe und vergrößerte somit die Größe des Marktes exponential. Nun besteht die Mehrheit des Marktes aus Non-Harcore-Spielern oder, um eine überanspruchte Phrase zu überanspruchen, aus den Gelegenheitsspielern. In diesem Beispiel kann jeder, der nicht seit einigen Jahren ein bekennender Spieler ist als Gelegenheitsspieler klassifiziert werden. Das beinhaltet Familien und einzelne Personen, die nach einem perfekten Spiel-/DVD-Gerät suchen.


Der Gelegenheitsspieler entscheidet sich in erster Linie nicht für das Nintendo-Gerät aufgrund des Mangels an einer DVD-Player-Funktion, und der Tatsache, dass - für die nicht Eingeweihten - Nintendo nur "Kinderspiele" macht. Ja, es ist das selbe alte Klischee, das Nintendo seit Jahren verfolgt. Bunte Farben = Kinderspiele. Kein Blut, keine Morde = Kinderspiele. Keine Schwüre, keine Verbrechen = Kinderspiele. Es scheint, dass der Rest der Welt auf ein immer fotorealistischeres Spiele-Ideal zueilt, das Nintendo ignoriert mit dem Ziel der Kreativität, aber auf Kosten der Verkaufszahlen. Das ist ein ehrenwerter Standpunkt, und einer, der eine große Portion Vertrauen braucht um andere anzustecken.


Es mag euch auch überraschen, dass ein weiterer Grund für den größeren Markt der anderen Geräte verantwortlich ist, die Frage der Raubkopien. Sowohl für die Playstation 2 als auch für die Xbox ist es in dieser Region einfach an Raubkopien zu kommen, besonders mit Australiens Nähe zu Asien. Und dies hat sicherlich nicht die Verkaufszahlen vernichtet, aber mag dabei geholfen haben, dass Bewußtsein und Verlangen gestiegen sind. (ähnlich wie bei MP3-Musik aus dem Internet)


So siehts also bei uns aus. Der GBA läuft ganz gut bei einem Markt ohne einen realen Wettbewerb. Der Gamecube ist verteidigt Originalität und Kreativität vor Lizenzen und Verkaufszahlen für einige wenige Titel und verliert konsequent das Rennen die Geräte in die Wohnzimmer zu bringen, besonders in Australien.


Wir leben in einer seltsamen Welt.


James Sapwell, vielen Dank an N-Philes

Übersetzung: Michael Voigt|Nasreddin
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